Schade um den möglichen Sieg, aber …

Nun konnten wir im dritten Auswärtsspiel hintereinander nach einer Führung des MSV Duisburg auf einen Sieg hoffen. Nur wer hofft, kann enttäuscht werden. Es war schade, dass der Ausgleich kurz vor Spielende fiel, doch welch große Fortschritte hat diese Mannschaft gemacht, seit gegen Union Berlin das Ausgleichstor kurz vor dem Schlusspfiff fiel. Was damals ein Gefühl von Unglück hinterließ, betrachtete ich gestern als ein Ergebnis, das bei einer knappen Führung immer möglich sein kann. Damals war mein Vertrauen in diese Mannschaft jederzeit angreifbar und deshalb trauerte ich um verlorene zwei Punkte. Was man hat, das hat man.  Heute wirkt diese Mannschaft so gefestigt auf mich, dass sie eben in den nächsten Spielen ihre Punkte holen wird.  Sie nimmt den Ausgleich hin, holt damit aber sogar einen Punkt mehr, als ich in meinem Plan „Klassenerhalt“ vorgesehen habe und richtet den Blick auf das nächste Spiel.

Diese Mannschaft ist auf einem guten Weg, der durch späte Ausgleichstore nicht mehr irritiert wird. Wie ruhig und sicher hat sie in der ersten Halbzeit versucht Angriffe aufzubauen gegen einen FC Ingolstadt, der sich sehr weit zurück zog. Der MSV Duisburg war gezwungen, das Spiel zu machen. Die Mannschaft musste der Gefahr begegnen, durch ein Konterspiel ausgeknockt zu werden, durch das schon der SC Paderborn unter die Räder gekommen war. Doch dieses Konterspiel des FC Ingolstadt wurde im Keim erstickt.

Der MSV Duisburg wird sich seiner spielerischen Möglichkeiten immer sicherer. Dieses Spiel war von seiner Anlage her ein völlig anderes als das in Paderborn. Auch deshalb wächst mein Vertrauen in die Mannschaft vom MSV Duisburg weiter. Unterschiedliche Aufgaben werden unterschiedlich gelöst, und über allem steht das Wissen, wir werden Abwehr des Gegners mit spielerischen Mitteln überwinden. Die Mannschaft ist allerdings (noch) nicht so gut, dass keine Fehler passieren. Deshalb reicht eine Führung mit nur einem Tor nicht immer für den Sieg. Deshalb zittern wir zum Ende eines Spiels hin immer mehr. Schnittstelle ist das Stichwort, und die Sportberichterstattung spricht dann gerne von der Abstimmung zwischen Außen- und Innenverteidigung. Da kriege ich Herzklopfen, wenn kurz vor dem 16-Meter-Raum die Pässe steil gespielt werden, weil bei die Raumaufteilung unserer Verteidigung darauf angelegt ist, dass Pässe des Gegners auch immer mal ankommen. Beim folgenden eins gegen eins können wir aber nie ganz sicher auf den Ballgewinn setzen und im noch schlechteren Fall rennt unser einer dem gegnerischen anderen bei dessen einsamen Sprint auf Felix Wiedwald zu hinterher.

Bei meinem Plan „Klassenerhalt“ war sogar eine Niederlage in Ingolstadt einkalkuliert. Der Punktgewinn stimmt mich deshalb trotz kitzelnder Enttäuschung zufrieden. Wie er zustande kam, lässt mich sogar hoffen, das auch aus meiner einkalkulierten Niederlage im Spiel gegen Eintracht Frankfurt etwas anderes wird. Andererseits fallen André Hoffman und Valeri Domovchiyski wegen ihren fünften gelben Karten aus, Goran Sukalos Knie schmerzt und über weitere Folgen von Verdrehen will ich erst mal nicht nachdenken. Das Spiel gegen Aachen ist zwar weitaus wichtiger, aber wie gesagt, was man hat, das hat man.

3 Responses to “Schade um den möglichen Sieg, aber …”


  1. 1 Sabine Ka 2. April 2012 um 18:19

    Wütend war ich gestern! Sauwütend! … Auf das selbsternannte Fachmedium in Sachen Fußball mit Namen sky. Sowas von grottenschlechter, ja, fast an Körperverletzung grenzender Bildregie habe ich bei einem Fußballspiel selten erlebt! Dass ich nicht die Fernbedienung und den Bildschirm geworfen habe war alles. Strafraumszenen mit einer Kamera in vollem Zoom scheinbar aus „Knieperspektive“ aufgenommen. Schwindelattacken garantiert! Demnächst bitte ich darum, mich im Stadion an der Eckfahne mit nem Fernglas platt auf den Bauch legen zu dürfen. Sky hat’s mir gestern vorgemacht…. :-((
    So… genug gemault.
    Das Spiel hat mir gefallen! Ich war staunend beeindruckt vom weiß-blau gestreiften Kurzpassspiel in der ersten Hälfte, von der Laufbereitschaft, vom Zweikampfverhalten. Das war was ganz anders als vor ein paar Wochen noch! Und immer wieder Gjasula! Vor kurzem hätte ich ihn gern persönlich mit der Schubkarre wieder nach Frankfurt gefahren… Inzwischen erinnert er mich mit seinen Pässen an die Spielintelligenz eines Mihai Tararache in seiner besten Zeit! Eine nicht zu erwartende Metamorphose! Tararache und Gjasula erahnen/erahnten Räume, wo kaum ein Gegner (und zuweilen leider auch kein Mitspieler) hindachte/hindenkt! Wenn sich die Feineinstellung zwischen unserem Spielmacher und den Offensivvollstreckern noch justiert, ich glaube, dann werden wir noch tolle Angriffe zu sehen bekommen…
    Dass es „nur“ ein Punkt geworden ist, war m. E. nur Pech, nichts weiter. Die beiden Innenpfostenknaller waren gefühlt eigenltlich drin! Eigentlich. – Schade, schade, schade!
    Samstag Frankfurt. … Hoffen wir’s Beste, lieber Leser…

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  2. 2 Kees Jaratz 3. April 2012 um 06:44

    Notlösung TV – immer wieder 😉
    Und der Tararache-Vergleich hat was, ist mir bislang nicht in den Sinn gekommen, weil ich die Körperlichkeit Tararaches noch so präsent hatte und Gjasula da quasi aus dem Nichts sich herausarbeiten musste – in meinem Bild von ihm vom Anfang der Saison. Ist er aber auch schon weit gekommen. Ziel: gelbe Karten nur noch wegen wichtiger Fouls.

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  3. 3 Sabine Ka 3. April 2012 um 18:58

    Hach ja… Tararache…damals….
    Niemand konnte nach einem groben Foul derart unschuldig gucken. 😉
    Ich glaube sogar, unser Bundes-Mesut hat sich den leeren, leicht gelangweilt-unbeteiligten Blick bei Mihai abgeguckt.
    Nee, im ernst: Tararache mochte ich total, und ich finde es noch heute mega schade, dass er keine vernünftige Verabschiedung bekommen hat! Er hat einige Jahre im Zebradress gespiel und war einfach plötzlich „weg vom Fenster“, sang- und klanglos.
    Was Gjasula und ihn verbindet, ist die Spielintelligenz; was sie trennt, ist offensichtlich die Fähigkeit, ganze Sätze in ein Mikrofon zu sprechen. ;-D

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