Archiv für Juni 2012

Lesehinweis: Interview mit MSV-Präsident Andreas Rüttgers

Die meisten von uns am MSV Duisburg Interessierten werden das Interview mit MSV-Präsident Andreas Rüttgers in der WAZ schon gelesen haben. Hier aber noch einmal sicherheitshalber der Hinweis darauf, weil in diesem Interview wieder deutlich wird, wie jemand eigene Positionen für die Gegenwart formulieren kann, die auch eine für die Beteiligten akzeptable Haltung gegenüber der Vergangenheit mit einschließt. Ich betone das so sehr, weil ein Mensch mit dieser Haltung als Präsident dieses Vereins so unbedingt notwendig war. Weil es ihn nicht gab, waren die letzten zwei Jahre ein Übergangsprozess. Erst mit Andreas Rüttgers konnte ein Neuanfang geschehen, weil er sowohl die Leistung von Walter Hellmich anerkennt als auch dessen Scheitern sieht und daraus Konsequenzen zieht.  Ihm gelingt es in dem Interview, Walter Hellmichs Leistung der Vergangenheit anzusprechen und sich dennoch von ihm abzugrenzen. Diese Haltung ist die Voraussetzung gewesen, um dem MSV Duisburg eine Chance für die Zukunft zu geben. Dass er darüber hinaus viele andere Dinge anstößt, brauche ich doch nicht extra zu erwähnen?

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Flüchtiges Nachvorneschauen

Im  Moment bin ich ganz froh, dass Fußball fast nur Europameisterschaft bedeutet. So Nebensächlichkeiten können im Hintergrund mitlaufen, während mich gleichzeitig die Arbeit an der Tastatur hält. Zwischen den Nebensächlichkeiten taucht dann aber immer schon auch die nächste Zweitliga-Saison auf. Und wenn ich dann Nachrichten, Interviews und Stellungnahmen überfliege, bemerke ich, wie vorsichtig sich die Menschen aus den Zweitliga-Vereinen in diesem Jahr äußern.

In Köln vergeht im Moment kaum ein Tag, an dem nicht Holger Stanislawski dem Kölner Stadt-Anzeiger ein Interview gibt zum FC, seinem Verhältnis zum Verein oder auch mal den Spielern. Da geschieht gerade ein 1a-Medien-Offensive, um der bekannten zur Hysterie neigenden Stimmung rund um den FC per präventiver therapeutischer Arbeit zu begegnen. Da wird vorgebeugt, um Erwartungen zu dämpfen. Im Umkehrsschluss bestätigen sich dadurch die Prognosen nach der letzten Saison. Natürlich will der Verein erfolgreich sein, aber was die nächste Saison angeht, da sind sie so was von unsicher beim FC, ob das was wird.

Und dann lese ich gestern, neben Ralf Rangnick wechselt auch der Trainer vom SC Paderborn Roger Schmidt  zu Red Bull Salzburg. Das wird schwer für den SC Paderborn in der nächsten Saison den überraschenden Erfolg des letzten Jahres zu wiederholen. Trainerwechsel in der Vorbereitungszeit, wichtige Spieler haben den Verein verlassen, da gibt es viel Neuanfang.  Beim MSV Duisburg werden dagegen die anstehenden Aufgaben ruhig abgearbeitet. Es gibt keine großen Veränderungen im Kader. Das geht mir also mal wieder durch den Kopf, und ich freue mich auf weniger Arbeit zu Beginn der nächsten Saison. Ich erwarte weiterhin nicht so viel und bleibe für für positive Entwicklungen des Saisonverlaufs grundsätzlich offen.

Und noch dies: Traut euren Augen am TV-Bildschirm nicht

Im Spiel Deutschland gegen die Niederlande war Joachim Löw beim Stand von 0:0 doch nicht ganz so cool, wie es im Zwischenschnitt während der 22. Minute aussah. Bei stern.de können wir lesen, TV-Zuschauer meinen nur zu wissen, was der Bundestrainer in dieser Minute machte. Einen Balljungen foppen war es jedenfalls nicht. Gut, dass doch alles, was ich bislang über das Spiel gelesen und gehört habe, im Ergebnis nicht von dem 2:1 abwich. Bleibt´s erstmal eine Zukunftsidee: die wild gewordene Bildregie-Crew, die sich den Spielverlauf eines EM-Spiels nach eigenem Gusto zusammenschneidet.

Das geschah jedenfalls irgendwann vor dem Spiel:

Der wahre Grund für Heimspielschwäche von Bayer 04 Leverkusen

Der Alltag mit seinen Problemen geht trotz aller nationalen Bewegtheit um die Fußball-EM weiter. Schon bald nach dem 1. Juli wird dieser Fußball zurückkehren in die Stadien Deutschlands, und dann hat Bayer 04 Leverkusen immer noch Ärger mit Anwohnern der BayArena. Hätte ich ein wenig nachgedacht, wäre ich von selbst drauf gekommen. Gerade bei Abendspielen kommen Anlieger nicht zur Ruhe, wenn Bayer 04 Leverkusen im nahen Stadion Zauberfußball zeigt und das als heißblütig bekannte Publikum unter Leitung der „AG Stimmung“ nicht mehr zu halten ist. Der  Kölner Stadt-Anzeiger titelt „Leverkusen in der Wut-Falle“ und berichtet von Akut-Maßnahmen des Vereins zum Lärmschutz.  So wurde „Stadionsprecher Klaus Schenkmann befohlen, bei Treffern der eigenen Mannschaft nur einmal ‚Tor‘ zu rufen und nicht ‚Tor, Tor, Tor'“. Anscheinend kam es wegen dieser irrtümlich an alle Mitarbeiter von Bayer 04 Leverkusen ausgegeben Dienstanweisung in der letzten Saison innerhalb der Mannschaft zu Missverständnissen. Einige Spieler glaubten lange, nicht mehr als ein Tor in Heimspielen erzielen zu dürfen, und wer es besonders gut machen wollte, schoss gar kein Tor. Ich bin sicher, Bayer arbeitet weiter auf allen Ebenen  an der Lösung des Problems.

Krista Sager hält MSV Duisburg für ein gutes Beispiel

Vermutlich liest man vom MSV Duisburg im Wedel Schulauer Tageblatt normalerweise nur, wenn gerade das  Spiel gegen den FC St. Pauli im benachbarten Vorort Hamburg stattgefunden hat. Es sei denn, die Hamburger Grünen haben die grundsätzliche Frage zu klären, ob sie fortan mit ihrem Namen auf Bundeslinie einschwenken sollen. Denn als „GAL“ – Grün Alternative Liste – waren sie wohl nicht mehr für jeden dort im Norden als politische Partei sofort erkennbar. So eine parteipolitische Grundsatzfrage interessiert in der Nachbarstadt Wedel auch, und da der MSV Duisburg im Laufe der Debatte, wahrscheinlich anlässlich des Saisonverlaufs, argumentativ von Krista Sager angeführt wurde, war sein Name plötzlich ein weiteres Mal im Wedel Schulauer Tageblatt zu lesen.

„Wenn der MSV Duisburg in der Tabelle unten steht und sich in DSV umtauft, dann ist da doch was schräg.“ So wurde Krista Sager mit einem Debattenbeitrag zitiert, was unschwer erkennen lässt, Krista Sager war gegen die Umbenennung.  Um es vorwegzunehmen, überzeugen konnte sie die Mehrheit der Mitgliederversammlung mit ihrem Argument nicht. Der Name GAL ist also Geschichte. Da ich die Politikerin der Grünen aber als zutiefst im norddeutschen Raum verwurzelten Menschen kannte, war meine Neugier  geweckt. Was verbindet Krista Sager mit dem MSV Duisburg?

Als investigativer Journalist alter Schule wollte ich Krista Sager aufsuchen, um  sie knallhart mit ihrer Aussage in der Debatte zu konfrontieren. Es galt bislang unaufgedeckte Verbindungen dieser Politikerin ins Ruhrgebiet herauszufinden. Doch die Geschäftsführung vom Zebrastreifenblog hat mir meinen Antrag auf Reisekostenerstattung kommentarlos abgelehnt. Kein Überraschungseffekt half bei der Wahrheitssuche. Vielleicht muss ein anderer also nochmals nachhaken, auch wenn das, was Krista Sager mir auf meine E-Mail-Anfrage schrieb, plausibel klingt.

Für Krista Sager war die Debatte um die Umbenennung eine Reaktion auf das schlechte Ergebnis der Hamburger Grünen bei der letzten Senatswahl. Sie stellte außerdem fest, „kaum jemand wusste, wie der Name tatsächlich zu Stande gekommen ist.“ In dem Zusammenhang, so erinnert sie sich,  brachte sie den MSV Duisburg in die Debatte ein: „Es gäbe sicher Unterstützer des BVB die ‚Borussia‘ nicht erklären könnten und nicht jeder wisse, was beim MSV Duisburg das MSV bedeuten würde, und trotzdem würden beide Vereine deshalb sicher nicht über eine Namensänderung nachdenken. Im Gegenteil – wenn man sich vorstellen würde, der MSV Duisburg würde in der Tabelle nach unten abrutschen und daraufhin eine Diskussion darüber anfangen, dass MSV doch nun wirklich nicht mehr zeitgemäß sei und man sich nun in DSV umbenennen müsse, käme dies sicher vielen ziemlich merkwürdig vor.“

Krista Sager ist Anhängerin und Mitglied des FC St. Pauli und hat ihren festen Platz im Stadion. Sie kennt deshalb das Geschehen in der 2. Liga, und so lag der Vergleich mit den Zebras angesichts des Verlaufs der letzten Saison nahe. Wir lernen daraus, der MSV besitzt Sympathien im Norden und mit dem Verweis auf Traditionen im Fußball gelingt es nicht immer, andere Menschen von der Fortführung einer eigenen Tradition zu überzeugen.

Wir lernen aber auch, mit der Zeit und dem räumlichen Abstand verändern sich die Geschichten. Die Älteren unter euch ahnen schon, wovon ich spreche. Der Hamburger Uwe Seeler soll in der ersten Bundesliga-Saison vor der Niederlage seines HSV im Wedaustadion nicht gewusst haben, wo dieses Meiderich liegt. Er konnte sich das nur fragen, weil der Gegner des HSV damals Meidericher SV hieß und nicht MSV Duisburg. Die Delegierten haben diese Vorlage Krista Sagers zur Stärkung der eigenen Position aus Unwissenheit nicht genutzt. Offensichtlich brauchten sie das aber auch gar nicht mehr.

Krista Sager kann übrigens mit der Namensänderung in Hamburg so gut leben wie wir Anhänger der Zebras mit dem Namen MSV Duisburg. Zumal wir im Stadion, wenn nötig, alte Namen auch ohne zu zögern wieder hervorholen: ole, ole, ole, Meidericher SV, Meidericher SV, Meidericher SV.

Geburtstagswünsche für Hermann Gerland von Hauptsache Fußball

Für den Premierenabend von 111 Fussballorte im Ruhrgebiet, die man gesehen haben mussam letzten Samstag im Cafe Steinbruch in Duisburg erlaubten uns die Kollegen von Hauptsache Fußball einen kurzen Interviewausschnitt mit Hermann Gerland zu zeigen. In der sehenswerten Dokumentation Hauptsache Fußball war Hermann Gerland einer von unzähligen Interviewpartnern aus der Fußballbranche, die einen Blick hinter die Kulissen des Fußballalltags- und geschäfts gewährten. Der Werdegang von jungen Spielern kam dabei immer wieder auch zu Sprache. Dankenswerter Weise haben die Macher des Films das gesamte Interview mit Hermann Gerland als Extra mit auf die DVD gepackt.  Gestern haben sie als Geburtstagsgruß für Hermann Gerland aus diesem  wunderbaren 45-Minuten-Interview mit ihm einige O-Töne zusammengeschnitten. Wieder kann ich nicht anders, als es noch einmal zu sagen: Ich könnte Hermann Gerland stundenlang zuhören.

Halbzeitpausengespräch: DU liest! Die Erste – Die Lesereihe von DU schreib(s)t

„DU schreib(s)t“ lautet das Motto im Hamborner Dichterviertel schon seit fast fünf Jahren. Seitdem biete ich vom Jugendzentrum Zitrone ausgehend in Zusammenarbeit mit umliegenden Schulen Kindern und Jugendlichen die Möglichkeit an, sich in Schreibwerkstätten an unterschiedlichen Textformen auszuprobieren. In den Schreibwerkstätten geht es dann nicht allein um „schöne Worte“. Es geht um den geeigneten Ausdruck, mit dem die jungen Menschen sich selbst und die Welt, in der sie leben, beschreiben können. So entstanden Texte in journalistischer Perspektive bis hin zu solchen mit poetisch gefärbten Worten.

„DU schreib(s)t“ richtet mit „DU liest!“ nun eine regelmäßige Lesebühne für die Wortwerke von Kindern und Jugendlichen ein. Außerdem wächst auf der Seite von DU schreib(s)t  die Online-Sammlung der Texte von Duisburger Kindern und Jugendlichen.

DU liest! Die Erste – Der Auftakt zur Lesereihe von DU schreib(s)t

Ort: Bezirksbibliothek Duisburg-Hamborn, Schreckerstr. 10
Zeit:
6. Juni 2012 um 16.30 bis ca. 17.30 Uhr

„DU liest!“ lebt vom ehrenamtlichen Engagement und der finanziellen Förderung von praktischer Arbeit in Schreibwerkstätten wie sie etwa durch „jugendstil – Kinder- und Jugendliteraturzentrum NRW“ oder unterschiedlichen Förderprogrammen der Länder und des Bundes vorgenommen wird. Durch „DU schreib(s)t!“ und „DU liest!“ entsteht nun ein Netzwerk von all den Institutionen und Menschen, die sich für die Literatur von Kindern und Jugendlichen im Duisburger Norden einsetzen. „DU schreib(s)t“ zeigt, im Duisburger Norden bleibt Kultur auch für Kinder und Jugendliche lebendig.


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