Ich mache mir den Hoffnungsschimmer selbst

Es hilft nichts, ich muss mir meine Gedanken zum Saisonverlauf erst einmal unabhängig von Ergebnissen machen. Nicht wegen der 2:0-Niederlage, sondern wegen der Spielweise der Mannschaft des MSV Duisburg beruhigt mich die Unabhängigkeit von dieser Mannschaft ein wenig und gibt mir einen versöhnlichen Ausblick auf diese Saison. Vielleicht passt sich die Mannschaft dem ja nach und nach an. Gedanke für Gedanke mit Rückkopplungseffekten ohne Garantie: Auch eine Welt als Wille und Vorstellung.

Im Moment kommt von der Mannschaft nämlich nichts. Von den Trainern kommt ebenfalls nichts. Zudem lässt sich Präsident Andreas Rüttgers von Journalisten aufs Glatteis führen, kommentiert die Trainerfrage im allgemeinen und gibt damit die Möglichkeit, irgendetwas zur Situation von Oliver Reck zu schreiben. Da hilft das Statement von Ivo Grlic auch nicht viel weiter, so etwas gehöre nicht in die Öffentlichkeit. Wo er meiner Meinung nach recht hat, war Andreas Rüttgers vielleicht naiv. Andererseits: Vielleicht war Andreas Rüttgers aber auch zeitgeistgemäß transparent, sodass Ivo und ich unrecht haben. Ach ja, worüber man sich alles so seine Gedanken macht, wenn die Mannschaft entsetzlich spielt. Was aber auch nicht weiter stört, da niemand im Verein anscheinend weiß, was gerade notwendig ist.

Es ist aber etwas notwendig. So dramatisch erlebe ich diese zwei Niederlagen, weil nicht zu begreifen ist, wieso ein wenig veränderter Kader, eine derart unzusammenhängende Spielweise abliefert. Das will ich erklärt haben und nicht mit allgemeinem nichtssagenden Trainer-Gerede. Ich will wissen, was sich das Trainergespann zur Spielweise überlegt hat, sonst kann ich nur den Schluss ziehen, sie können es nicht. Was ich aber nicht vermuten will, angesichts des Rückrundenverlaufs. Ich begreife nicht, was in diesem Kader vorgegangen ist. Ich begreife allerdings auch nicht, warum Maurice Exslager im Spiel gegen Regensburg hoch angespielt werden soll. Oder war das aus der Not mangelnder Spielgestaltung heraus geboren und eigentlich nicht so geplant? So etwas braucht längere Erklärungen der Trainer, sonst wird die Stimmung rund um den MSV Duisburg ganz schnell gekippt sein, so sehr, dass nach einem heute mir doch sehr wahrscheinlich vorkommenden Pokal-Aus gegen Halle nichts mehr geht. Darüber müsste sich Ivo Grlic im Klaren sein. Natürlich müssen Probleme intern geklärt werden. Derart schlechte Leistungen brauchen aber eine Erklärung in der Öffentlichkeit.

Selbst der Sportjournalist der Süddeutschen Zeitung Markus Schäflein widmet angesichts dieses Spiels dem MSV Duisburg einen ganzen Abschnitt Fragen. Man muss sich vor Augen führen, eigentlich erfolgt seine Berichterstattung aus eben jener süddeutschen Perspektive und der Schwerpunkt liegt beim Heimverein. Doch die Leistung des MSV Duisburg war zu schlecht, um sie nach einer freundlichen Einleitung zum Regensburger Erfolg unkommentiert zu lassen: „Es ist schade, dass man dieses kleine Märchen mit einigen Fragen an den MSV Duisburg unterbrechen muss. Wieso wirkte die Duisburger Verteidigung nicht nur bei diesem Gegentor so indisponiert? Warum reichte ein einziger Schlag, um Adli Lachheb in die Not zu bringen, den Elfmeter zu verursachen und mit Rot vom Platz zu fliegen? Wieso holte sich eien Viertelstunde vor Schluss Kevin Wolze mit einer unmotivierten Grätsche einen weiteren Platzverweis ab? Was ist überhaupt mit dieser Mannschaft los, die ja zum Auftakt schon 1:4 im Heimspiel gegen den VfR Aalen verloren hatte? Trainer Oliver Reck wählte jedenfalls die in solchen Momenten üblichen Worte. Man werde ‚jetzt noch enger zusammenrücken, kämpfen, beißen, uns wehren.'“ Online ist das noch nicht zu lesen.

Genau solche Worte von Oliver Reck reichen leider nicht aus. Niemand braucht am Anfang einer Saison Durchhalteparolen. Nötig sind Erklärungen zu den Absichten. Wie gesagt, es sind nicht die Ergebnisse dieser zwei Spiele, sondern es ist das völlig hilflose Agieren der Mannschaft. Beim sorgenlosen Blick in die Zukunft muss die Mitwirkung dieser Mannschaft deshalb leider ausgeblendet werden. Wenn die Verantwortlichen beim MSV Duisburg meine Haltung zu diesem Verein kennen würden, müsste dort nicht nur Unzufriedenheit herrschen und die übliche Fehleranalyse betrieben werden. Es müsste Alarm auf allen Vereinsebenen herrschen. Jedem müsste klar sein, die Katastrophe ist nicht mehr unwahrscheinlich, aber wir haben noch Zeit, etwas zu tun. In meinem Leben mit dem MSV Duisburg habe ich bei allen Mannschaften bis zum etwaigen schlechteren Ende immer auch Möglichkeiten erkennen können, wie sie im nächsten Spiel besser hätten spielen können. Wenn ich nun aber nach den ersten zwei Spieltagen an eine nächste Saison mit dem MSV Duisburg in der Zweiten Liga denke, kann ich auf die jetzige Mannschaft nicht zählen. Da muss ich mir meine Mannschaft selbst machen. Als einziger Hoffnungsschimmer mit Bezug zur Realität bleibt die Zeit. Erst der dritte Spieltag steht bevor.

Und wer sich für Oliver Reck im O-Ton nach dem Spiel interessiert:

 

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