Mehr Düsseldorf als Bielefeld

Mir ist klar, dieser Vergleich birgt Brisanz. Aber ich denke, der MSV Duisburg ist mehr Düsseldorf als Bielefeld. Mir bleibt nach der 1:2-Auswärtsniederlage des MSV Duisburg gegen den 1. FC Kaiserslautern nichts anderes übrig, als diesen Vergleich anzustellen. Wir haben ja nur die Vergangenheit, um mögliche Entwicklungen einzuschätzen. Noch immer lässt sich dann die Zukunft nicht sicher vorhersagen, aber das Wissen um die wahrscheinliche Möglichkeit lässt die Prognose noch sicherer eintreten.

Mir zeigte das Spiel, diese Mannschaft des MSV wird sich weiter festigen. Die Niederlage setzt nicht ein Scheitern fort, was zuvor schon zu sehen war.  So geschehen nach dem Trainerwechsel bei Arminia Bielefeld während deren letzten Abstiegssaison 2010/2011. Die Mannschaft des MSV Duisburg scheint eher jenen Weg zu gehen, wie ihn Fortuna Düsseldorf in derselben Saison nahm.

Diese Duisburger Mannschaft findet gerade zu ihrer Spielweise. Sie beginnt Spielzüge zu stabilisieren. Die Spieler scheinen das Vertrauen in die eigene Qualität zurück zu gewinnen. Darum geht es: Sich etwas zutrauen, weil man weiß, ich kann das und weil man weiß, die Mitspieler glauben auch, ich kann das. Den schnellen Doppelpass versuchen. Mitspieler steil anspielen. Lange Bälle an die richtige Position für die richtigen Spieler.

Stürmer attackieren früh, weil sie sich auf ihre defensiveren Mitspieler verlassen können. Sie können sich aber auch deshalb mehr verlassen, weil sie selbst so früh attackieren. Erst in so einem Zusammenwirken strahlte die Mannschaft Zuversicht aus. Es war zu spüren, der 1:0-Rückstand bedeutete keineswegs sofort die Niederlage. Obwohl dieser Rückstand angesichts des Einsatzes von Beginn an eine Enttäuschung war.

Und was das zweite Tor der Kaiserslauterner angeht. Nicht in jedem Spiel wird ein gegnerischer Stürmer nach einem Abwehrversuch die Gelegenheit bekommen, sein vollständiges Glück für diesen Tag in Anspruch zu nehmen. Kosta Runjaic wird außerdem an der Reaktionszeit nach solchen Abwehrversuchen per Kopf auf zentrale Spielpositionen hin arbeiten, auch wenn schon jetzt ein ein Fortschritt zu sehen war. Denn im Grunde fiel ein ähnliches Tor schon im Spiel gegen Dresden. Nur damals konnte der Dresdner Spieler nach der Kopfballabwehr sogar noch mehrere Meter auf das Tor zulaufen. Dieses Mal wurde der Kaiserslautener Spieler wenigstens zum schnellen Distanzschuss verleitet. Beim nächsten Mal wird in so einer Situation der Schuss hoffentlich geblockt. In solchen Momenten zeigte sich noch das Manko der ersten Spiele. Die Reaktion nach der ersten Klärung der bedrohlich werdenden Spielsituation kam einfach zu langsam.

Nun geht es am nächsten Sonntag gegen den VfL Bochum. Kurioserweise spielte Fortuna Düsseldorf in besagter Fehlstart-Saison am 6. Spieltag ebenfalls gegen den VfL Bochum. Die Mannschaft setzte damals mit der 0:1-Heimspielniederlage die Serie fort. Deshalb sollte sich der MSV Duisburg für dieses Spiel von der aus dem Geschehen der Vergangenheit gewonnenen Prognose lösen. Das Motto auf den Spielertrikots am vergangenen Bundesligaspieltag kommt da zur rechten Zeit. Die Integrations-Botschaft „Geh‘ deinen Weg“ passt auch in solch einem Fall – Betonung auf „deinen“.

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