Der gute Ruf von Felix Wiedwald

Das einzige was ich heute über dieses gestrige Pokalspiel gegen den Karlsruher SC schreiben werde, gilt Felix Wiedwald. Das tue ich, weil es tatsächlich Sportjournalisten gibt, die für die rote Karte, die der Schiedsrichter des Spiels, Tobias Stieler,  dem Torwart der Zebras gezeigt hat, eigens eine Geschichte erfinden. Als ob die rote Karte im Nachhinein gerechtfertigt werden muss. Dieser Schiedsrichter hat Felix Wiedwald die rote Karte gezeigt, weil der den Ball mit weit ausholendem Schwung Richtung Anstoßkreis warf. Der Schiedsrichter fühlte sich offensichtlich angegriffen. Die Szene ist im Clip unten bei Minute 4.30 zu sehen. Allen voran der Mitarbeiter vom Kicker arbeitet nun mit daran, der verzerrten Wahrnehmung der Wirklichkeit durch den Schiedsrichter zu mehr Wahrheit zu verhelfen. Er versteigt sich sogar zu der Behauptung, Felix Wiedwald seien die „Sicherungen“ durchgebrannt. Unfassbar solche Sätze angesichts der Bilder unten. In der WAZ gibt es zwar mit dem Zitat von André Hoffman eine Duisburger Sicht aufs Geschehen. Doch in meinen Ohren klingt das in dem Artikel mit der Einleitung „formuliert die Duisburger Version“ sehr nach Distanzierung. Alleine in der Rheinischen  Post wird die Szene genau beschrieben, und die Worte André Hoffmanns klingen deshalb nicht nur nach einer parteiischen Verteidigung. Deshalb hier nochmals, die TV-Bilder zeigen sehr deutlich, Felix Wiedwald war nicht von Sinnen. Er wollte seine Mannschaft zum Anstoßkreis treiben und den Ball ebenfalls schnell dorthin befördern. Wenn ein Schiedsrichter diesen Moment als persönlichen Angriff bewertet, gibt das doch einen Hinweis auf seine wenig stabile, innere Haltung. Da kämpfte einer, um sich über Wasser zu halten, weil er wusste, dass da einiges vorher nicht richtig gelaufen ist. Die Geschichte über Felix Wiedwald ist nun in der Welt, und wann immer ihr es könnt, erzählt die Wahrheit über diesen Moment.

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7 Responses to “Der gute Ruf von Felix Wiedwald”


  1. 1 Sabine Ka 1. November 2012 um 20:42

    Du glaubst gar nicht, wie wütend mich diese Schiedsrichterleistung gestern gemacht hat, und, ja, allen voran auch die Herren Retzlaff und Tartemann! Als einen Text von Journalisten des Duisburger Lokalsports empfinde ich den besagten Artikel wieder mal als unsägliche Nestbeschmutzung. Wer gucken kann ist manchmal schwer im Vorteil. Die Fernsehbilder, die du hier eingebettet hast, sprechen eine deutliche Sprache, nicht nur im Fall Wiedwald! Sukalos gelb-rote Karte war ein Witz, das Foul, das zum genickbrecherischen Freistoß geführt hat, hätte genau umgekehrt gepfiffen werden müssen. Costa Runjaic hat – und davor ziehe ich den Hut – sehr deutliche und wahre Worte in der PK gefunden, ohne auch nur im geringsten aufbrausend zu werden.

    Die Frage, die mich seit gestern Abend mal wieder bewegt: WARUM passiert dem MSV soetwas gefühlt häufig?! Ich sehe noch den fassungslos heulenden Bruno Soares nach der absurden roten Karte in Aachen… etc. etc…

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    • 2 Christian Moosbrugger 1. November 2012 um 21:08

      Ich glaube, man muss kein Paranoiker sein, um den Eindruck zu gewinnen, dass es dem MSV deshalb öfter geschieht, weil er seit längerem mit dem Rücken zur Wand hinten drin steht. Auch Schiris wissen das natürlich. Sie erwarten von vorneherein, dass die pure Verzweiflung im Überlebenskampf die Spieler zu unfairen Mitteln und Methoden greifen lässt.
      Und im Alltag ist es ja auch nicht anders: beschwert sich einer, der sowieso schon als abgehängt betrachtet wird, ist es gang und gäbe, weniger sein vielleicht berechtigt Anliegen wahrzunehmen, als ihn als schlechten Verlierer und Loser per se abzuqualifizieren. Ich glaube, Schiris sehen in Wirklichkeit lange nicht so viel, wie sie vorgeben, und müssen öfter ad hoc per Bauchgefühl entscheiden, als der normale Fernsehgucker so gemeinhin annimmt.
      Bei jemandem, der an sich schon so unsicher in Erscheinung tritt, wie der schwarze Mann da gestern, könnte noch hinzukommen, dass er einfach nicht darauf klarkommt, wenn das ganze Stadion gegen ihn Front macht.

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      • 3 Sabine Ka 1. November 2012 um 21:21

        Ehrlich, Christian, das ist mir ein wenig zu sehr „um die Ecke“ gedacht, obwohl ich auch gern ein Verfechter der These „Fußball ist auch nur Psychologie“ bin. 🙂 Ich glaube, dass es unter den Schiris einfach Zeitgenossen gibt, die schlicht versuchen, den eigenen Lebensfrust durch Pfeifenmacht zu kompensieren. Das mag vielleicht menschlich und deshalb auch ab und zu erlaubt sein, aber gerade deshalb erwarte ich ein anderes, sehenderes Verhalten des DFB! Solche Fehlentscheidungen MÜSSEN korrigiert werden! Aber wetten, dass Wiedwald trotz aller Absurdität der Roten eine Sperre bekommt?! …

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  2. 4 heinzkamke 2. November 2012 um 11:07

    Ach Du Schande! Habe die Szene eben erstmals gesehen und bin entsetzt.

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  3. 5 Christian Moosbrugger 2. November 2012 um 19:03

    Hallo Sabine, unrecht hast du sicher nicht. Ohne eine gewissen Sinn für Ordnung und das Gefühl, Dinge mitbestimmen zu sollen, wird wohl keiner sich das Schiedsrichtern antun. Ist mir eh ein Rätsel, was da Spass macht!

    Schiris stehen auch deshalb enorm unter Druck, weil es diese ganzen Superzeitlupen gibt. Hier ist die Linie des DFB, damit Diskussionen gar nicht erst aufkommen, der Entscheidung des Schiris in der Öffentlichkeit in jedem Fall zu folgen. Intern gibt es bestimmt hin und wieder etwas andere Bewertungen. Leider macht man sich das Leben damit ganz schön schwer.

    Wo alles öffentlich ist und selbst der Bundespräsident freundlich lächelnd zugesteht, für Hinweise auf Fehler ausgesprochen dankbar zu sein, geben sich die Fussballfunktionäre ein Image, dass an unsere Fünfziger oder die frühere DDR gemahnt. Bei solchen Sachen wie in Karlsruhe wünscht man sich dann vielleicht doch mal einen Videobeweis. Letztendlich auch, um Schiris zu entlasten. Oder eine Linie des „Laufenlassens“, wie in England.

    Dort würde niemand verstehen, dass Aktionen wie von Sukalo, Wiedwald und Brandy überhaupt zum Pfeifen des Unparteiischen führen konnten.

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  4. 6 Kees Jaratz 2. November 2012 um 20:06

    Schön, dass hier ein kleines „Gespräch“ stattfindet und sorry, dass ich nicht die Zeit finde, dem zu folgen. Nach dem Spiel morgen muss ich erst mal nachlesen, am Sonntag. Und Dank an @Heinz für Anteilnahme und Kopfschütteln im Süden.

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  1. 1 Felix! Der vom Glück begünstigte und erfolgreiche | Fakten und Gerüchte aus dem Stadionbus Trackback zu 3. Januar 2019 um 11:20

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