Medienhype um Theo Bücker und der Verletzte der Woche

Bevor ich mir gleich noch kurz die gelungene Vorbereitung des MSV Duisburg auf das Auswärtsspiel gegen den VfR Aalen vornehme, will ich noch auf einen Medienhype aufmerksam machen, der seit Sommer dieses Jahres um einen ehemaligen Spieler des MSV Duisburg entstanden ist. Ich denke, dreimalige Präzenz in überregionalen Medien darf man Hype nennen, wenn es um einen Mann wie Theo Bücker geht. Als Trainer hat er sich schon früh im Nahen Osten seine Arbeitgeber gesucht. Im Moment ist er Nationaltrainer im Libanon.

Im August war ein Interview mit Theo Bücker bei 11Freunde zu lesen. Damals ging es vornehmlich um sportliche Belange. Wer nachzieht und für ein breiteres Publikum aus der Welt berichtet, öffnet die Bücker-Berichterstattung hin ins Politische. In Die  Zeit ist zu lesen, wie der Fußball im Libanon auf der Vereinsebene seine Organisationsstruktur aus den Religionen herleitet. In der Nationalmannschaft des Libanons aber werden solche religiösen Differenzen überwunden, und mit ihr entsteht ein Gefühl der nationalen Einheit.

Sehr kritisch muss ich allerdings anmerken, dass in dem Artikel der ZEIT die Vergangenheit Theo Bückers in deutlich zu schlechtem Licht geschildert wird: „Theo Bücker, 64 Jahre alt, gebürtiger Sauerländer, spielte früher im Mittelfeld bei Borussia Dortmund und Schalke 04.“ Diese Disqualifizierung seiner Fußballerkarriere  hat Theo Bücker nicht verdient.  Die Journalistin verdreht die Wahrheit seiner Vergangenheit, wenn sie neben seinen wirklich tragischen Irrwegen in Dortmund und Gelsenkirchen gerade seine glücklichen Jahre zwischen 1974 und 1978 unterschlägt. Das waren die Jahre beim MSV Duisburg, für den er die meisten Spiele seiner aktiven Zeit bestritt. 153 wurden es, 31 Tore erzielte er in dieser Zeit, und er wechselte erst nach der Saison zum FC Schalke 04, in der sich der MSV Duisburg durch das Erreichen des 6. Tabellenplatzes für den UEFA-Pokal qualifiziert hatte. Das alles lässt die Journalistin unter den Tisch fallen. Wahrscheinlich bewusst, damit die Gegenwart im Libanon um so heller erstrahlt gegenüber der vermeintlich so tragischen Vergangenheit als Spieler.

Im Bewegtbild gibt es einen Bericht mit ähnlicher Ausrichtung vom ZDF. Dort  wird ebenfalls der besondere gesellschaftliche und politische Hintergrund für den Fußball im Libanon in den Blick genommen.

So weit also der Medienhype um Theo Bücker. Bleibt noch ein Blick auf das Spiel gegen den VfR Aalen. Wahrscheinlich ist es für die Mannschaft einfacher beim Auswärtsspiel dort zu gewinnen als nächste Woche im Heimspiel gegen Regensburg. Schließlich verlief die Vorbereitung während der Woche in gewohnten Bahnen. Die schöne Gewohnheit, sich den Anhängern als Verletzten zu präsentieren, hat dieses Mal Maurice Exslager übernommen. Einer muss es eben inzwischen jeweils machen. Alles Psychologie! Mit jedem Mittel versuchen die Veantwortlichen und die Spieler, Stabilität ins mannschaftliche Gefüge zu bekommen. Und da ist es bei der Spielvorbereitung unter der Woche von Vorteil, wenn zumindest bis zur Winterpause die Zeit zwischen den Spieltagen so vergeht, wie es die Spieler und wir alle seit Anfang der Saison gewöhnt sind. Wollen wir hoffen, dass es am frühen Abend etwas nützt.

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