Serie!

Zum ersten Mal gewinnt der MSV Duisburg in dieser Saison zwei Spiele hintereinander, und ich denke, nach den vielen Enttäuschungen der letzten Wochen sei es mir erlaubt zumindest probehalber einmal diese Folge von zwei Siegen eine „Serie“  zu nennen. Schließlich soll die Freude über den 1:0-Auswärtsieg beim VfR Aalen möglichst umfassend ausgekostet werden.

Ich konnte nichts sehen, nur hin und wieder auf dem Weg von Duisburg nach  Köln im Radio etwas hören. Erst Marco Röhling, dann nur die Ergebnisdurchsagen im WDR 2. Ein torloses Unentschieden hielt nicht nur ich für wahrscheinlich nach den ersten Worten zum so schwer bespielbaren Rasen. Aber der Jubel war groß, als ich schließlich in Köln die letzten Minuten des Spiels am Laptop verbrachte. Die Meinungen über das Spiel gehen ja nicht allzu weit auseinander. Zu sehen waren zwei Mannschaften, die mit langen Bällen auf diesem durch den Schnee seifigen Spielfeld ihre Chance suchten. Ein VfR Aalen, der in der ersten Halbzeit etwas stärker in der Offensive war. Ein MSV Duisburg, der über das gesamte Spiel gesehen sicher in der Defensive stand und dennoch auch immer wieder vor das Tor der Aalener gelangte. Die Mannschaft mit dem größeren Glück gewann. So hatte es Kosta Runjaic auch in der Pressekonferenz kommentiert. In der Schwäbischen Zeitung wird dieser Kommentar als Eingeständnis angesehen, dass der Sieg des MSV schmeichelhaft gewesen sei. Das ist natürlich Unsinn und einer Aalener Vereinsbrille des Journalisten zuzuschreiben. Glücklich ist etwas anderes als schmeichelhaft. Auch ein Aalener Sieg wäre glücklich gewesen, weil ein Fußballspiel dieser Art immer mehr als gewöhnlich mit Glück und Zufall zu tun hat. Obgleich das  Siegtor keineswegs zufälllig zustande kam. Dieses Tor war hervorragend herausgespielt. Ranisav Jovanović, mit dem Rücken zum Tor, nahm den weiten Ball wunderbar an und behauptete ihn in jener Zeit, die Kevin Wolze brauchte, um steil zu laufen. Im richtigen Moment steckt Jovanović den Ball durch, in einer einzigen Bewegung nimmt Wolze den Ball mit und kann halblinks im Strafraum alleine vor dem Tor abschließen. Kevin Wolze schoss zudem nicht aus dem einfachsten Winkel aufs Tor. Es gibt leichtere Möglichkeiten, ein Tor zu erzielen. Wer es sich noch einmal ansehen möchte, hat  im  kurzen Spielbericht bei Sky dazu Gelegenheit.

Dieser Sieg erweist sich nach den Ergebnissen vom Samstag und Sonntag als noch wertvoller. Alle Mannschaften dort unten in der Tabelle, mit Ausnahme von Sandhausen und Dresden, haben an diesem Spieltag gepunktet. Der VfL Bochum und der FC Erzgebirge Aue gewannen sogar. Nur durch den Sieg des MSV Duisburg lässt sich die Tabelle auch heute weiter entspannt betrachten.

Bleiben noch Bilder von der Pressekonferenz und die Stimmen zum Spiel von Kevin Wolze und Julian Koch:

Und als Schmankerl noch die Szene, in der am Spielfeldrand ein Aalener-Wer-auch-immer dem Schiedsrichter souflieren möchte. Nach einem Sieg erinnert mich diese Gestalt an Kino-Komödien und an jene Figuren, die es sich zur Aufgabe gemacht haben, auf Pressefotos der Welt mit zu posieren. Namen fallen mir jetzt gerade nicht ein:

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2 Responses to “Serie!”


  1. 1 jovan hamborn 10. Dezember 2012 um 17:04

    mir fällt da der irre von „Kanal Telemedial“ ein, der sich nach irgendnem schulmassaker, evtl. winnenden, völlig hemmungslos hinter die interviewten quetscht hat. aber das nur am rande.
    schön, dass Du den unterschied zwischen glücklich und schmeichelhaft betonst. schmeicheln deutet ja auf etwas hin, das über die realität hinausweist. genau das stellt dieser sieg nicht dar. vielmehr ist er der verdiente lohn geduldiger arbeit in kontinuität.
    ich hoffe, eine handschrift zu erkennen, da dies zuließe, von einer wunderbaren zukunft zu sinnen.
    glück gehört zu jedem sieg mit weniger als 3 toren differenz, so what?
    ich bin übrigens grade in Tel Aviv und habe mir hier mal nebenbei ein bisschen fußball angesehen. letzten donnerstag EL, Hapoel TA gegen Acad. Coimbra, gestern Hapoel TA gegen Hapoel Akko, heute noch Beitar Jerusalem gegen Maccabi TA. bereits jetzt kann ich Dir versichern, wir wären hier serienmeister. und das wetter ist auch besser. evtl. sollten wir mal über nen ligawechsel nachdenken.

    • 2 Kees Jaratz 11. Dezember 2012 um 14:13

      Überlegte man nicht auch mal bei RB Salzburg, ob ein Mitspielen in der Bundesliga möglich wäre? Vielleicht mal über ein völkerverbindendes gesamteuropäisches Rotationssystem nachdenken. Du bringst einen auf Ideen! Und die Wärme weckt Neid.
      Gedudlige Arbeit und Handschrift erkennen, was für Aussichten! Wohl wahr …


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