Tanju Öztürk ist doch kein australischer Schwimmer?!

Jetzt kann ich nur noch hoffen, dass Tanju Öztürk tatsächlich nicht der australische Leistungsschwimmer ist, den wir bislang noch nie in ihm erkannt haben. Sonst habe ich einen Fehler gemacht. Tanju Öztürk hat nämlich nach seiner Einwechslung gegen den 1. FC Kaiserslautern gut gespielt. Defensiv war er sofort präsent, nach vorne brachte er durch sichere Ballmitnahmen im Lauf viel Dynamik. Das sah alles sehr schön aus. Deshalb mache ich mir auch um das Spiel gegen den VfL Bochum heute Abend auf seiner Position wenig Sorgen. Als  kleiner Unsicherheitsfaktor bleiben die 90 Minuten gesamte Spielzeit als Aufforderung zur Konstanz an ihn, und deshalb dachte ich an ein paar positive Signale am Spieltag. Und nun kommen mir die australischen Leistungsschwimmer dazwischen.

Diese austalischen Leistungsschwimmer schieben uns Fans nämlich die Verantwortung für Medienkompetenz zu, zumindest solange bis so ein Aussie selbst damit klar kommt, dass er über Facebook und Twitter im direkten Austausch mit all denen ist, die etwas von ihm erwarten. Und das ist mehr als eine Antwort auf ein Posting. Das ist der Sieg im Wettkampf. Leider konnten australischen Schwimmer bei den Olympischen Spielen letztes Jahr diese Erwartung nur unzureichend erfüllen. Der australische Schwimmverband rätselte warum und ging die Frage wissenschaftlich an. Gestern griffen die deutschen Medien die Meldung über das Ergebnis dieser Studie auf. Und wer ist wieder schuld? Die sozialen Netzwerke!  „Erfolglos wegen Facebook und Twitter“ titelte gestern die Süddeutsche Zeitung.  Rumms, da haben wir den Salat. Zusammengefasst heißt es in der Studie, über die sozialen Netzwerke wird der Fan als Fan echter und gegenwärtiger. Die Athleten lassen Kommentare näher an sich heran, glauben, was erst Hoffnung ist und verlieren die Wettkampfkonzentration. Der Mensch ist eben ein soziales Tier, das sich den Bindungsangeboten im Netz nicht immer ohne Anstrengung entziehen kann.

Schon stellt sich für mich als Fußballfan die Frage, wie sensibel ich mit den Spielern meiner Mannschaft kommunizieren muss, damit sie erfolgreich sein können. Ein plumper Kommentar bei Facebook wie, ihr seid toll, ihr schafft das, so was könnte nach hinten losgehen. Müssen wir uns also jetzt mit den Spielerpersönlichkeiten genauer beschäftigen? Grundsätzlich gilt ja, Lob, allerdings nicht übertrieben, bei gleichzeitiger Fehlertoleranz kommt pädägogisch gut. Aber es gibt ja auch die egozentrischen Narzissten unter den Fußballern, die einen Anschiss, auch von Fans, hin und wieder gut vertragen können. Und wie ist Tanju Öztürk so drauf? Was für Fragen! Und alles nur, weil ich vorhin mal schnell beim Facebook-Tanju-Öztürk „Gefällt mir“ angeklickt habe. Ich weiß nicht mal, ob er wirklich für die Seite verantwortlich ist. „Gefällt mir nicht mehr“, geht aber auch nicht mehr. Das ist ja nicht das Wiederherstellen von Neutralität. Da  steckt schließlich auch eine Botschaft drin. Dabei ging es nur um das Glück im Spiel gegen den VfL Bochum heute. Hätten die australischen Schwimmer nicht mal ein paar mehr Medaillen holen können.

Eines allerdings beruhigt meine Zweifel. Tanju Öztürk ist in Köln aufgewachsen. Bei mir um die Ecke hat er seine ersten Fußballspiele gemacht, und was so ein richtiger Kölner ist, der wird doch hoffentlich die kölsche Gelassenheit gegenüber dem Leben genügend verinnerlicht haben. Et hät noch emmer joot jejange! Wer das weiß, nimmt Kommentare bei Facebook weniger schwer und spielt gegen den VfL Bochum trotz vorzeitigem Lob unbelastet auf. So kann ich mir direkt ein wenig mehr Gedanken darüber machen, wer denn die Tore für den MSV Duisburg erzielen soll. Wenn ich bei der WAZ  lese, dass Maurice Exslagers Torschüsse beim Training sich nicht sonderlich von seinem einen gegen den 1. FC Kaiserslautern unterschieden haben, müssen wir doch an Alternativen in der Mannschaft denken. Branimir Bajic wäre mal wieder an der Reihe. Ein Tor von ihm nach einer Ecke zum 1:0-Sieg nehme ich auf jeden Fall auch.

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