Olé olé olé…Olé olé olé Meidericher Ess Vau Meidericher Ess Vau

Es ist eine Binsenweisheit, dass in der Zweiten Liga Mannschaften aus der unteren Tabellenregion größere Siegchancen gegen Spitzenmannschaften haben, als es  in Liga Eins der Fall ist. Darüber hinaus hatte ich nach den letzten Spielen des MSV Duisburg Zebras ohnehin nicht mehr das Gefühl, Fan einer Mannschaft aus der unteren Tabellenregion zu sein. Im Grunde fühlte ich mich wie der Anhänger einer ambitionierten Mannschaft aus dem Mittelfeld. So schien es mir vor dem Heimspiel gegen Eintracht Braunschweig keine übergroße Aufgabe zu sein, den Gegner zu besiegen. Nur hin und wieder kitzelte leise der Zweifel, meldete sich die Sorge, einem Selbstbetrug aufgesessen zu sein.

Die Entwicklung des Spiels bestärkte mich aber. Der MSV Duisburg konnte von Beginn an der besseren Spielanlage der Braunschweiger genügend eigene Qualitäten entgegen setzen, die im Ergebnis ein Gleichgewicht der Kräfte brachten. An gelingenden Kombinationen der Eintracht ließ sich erkennen, warum für diese Mannschaft der Aufstieg möglich ist. Nur dass diese Kombinationen fast immer spätestens mit drei, vier Meter Abstand zum Strafraum gestoppt wurden. Die Spieler des MSV Duisburg liefen und liefen ihre Meter für die Denfensive, und wenn man Daniel Brosinski in der zweiten Halbzeit nach einer ausgeführten Ecke von links quer über das gesamte Spielfeld auf seine rechte Verteidigerposition sprinten sah, wo er den konternden Stürmer auf dem linken Flügel noch einholte, wurde jedem klar, wie groß  Einsatz und Wille der Zebras war, dieses Spiel zu gewinnen.

Der Spielaufbau des MSV in der ersten Halbzeit geriet zuweilen etwas holzschnittartig, war grob und mit manchem Fehlpass gespickt. Im Gegensatz dazu  konnten sich die Braunschweiger darauf verlassen, dass Spieler an freie Positionen nachrückten, wohin dann auch blind gepasst wurde. Nur eben Torgefahr entwickelte auch dieses Passspiel kaum. Und wo die einzige große Torchance für die Braunschweiger durch Domi Kumbela von Felix Wiedwald zunichte gemacht wurde, gab Ranisav Jovanović sofort mit einer ebenso großen Torchance auf der anderen Seite die Antwort.

Zu Beginn der zweiten Hälfte begann der MSV Duisburg mutiger nach vorne zu spielen. Die Mannschaft attackierte noch entschiedener und vielleicht zwei, drei Meter früher. Doch diese Meter waren entscheidend. Die Ballverluste der Braunschweiger häuften sich und aus einem dieser Ballverluste entwickelte sich der Angriff, der zum Siegtor durch Maurice Exslager führte. Wer war das noch mal, der an den Distanzschussfähigkeiten von Maurice Exslager zweifelte? Was war das für ein Schuss! Nachdem Exe den Ball mehrere Meter in seinem typischen Spurt getrieben hatte, wobei er zudem mit Jovanović vor der Abwehr kreuzte. Und dann hielt er aus vollem Lauf aufs Tor drauf. Das war kein Glück. Das war Technik. Wenn er da weitermacht, wird auch ein Sieg des MSV Duisburg demnächst früher sicher gestellt. Denn für uns sah es so aus, als sei seine große Chance auf das zweite Tor viel einfacher zu verwandeln gewesen.  Es hätte uns die Nerven beruhigt.

Wir hätten uns auch viel weniger über den Schiedsrichter aufregen müssen. Was war denn das für eine Schiedsrichterleistung? Nun schon zum zweiten Mal direkt hintereinander. Wenn man die gelben Karten auf der einen Seite gibt, müssen sie doch  auf der anderen Seite auch gegeben werden. Das Julian-Koch-Foul hat es von den Braunschweigern mindestens dreimal ebenfalls gegeben. Und wenn ich an die Einwurfentscheidungen denke auf unserer Seite, steigt mein Blutdruck immer noch. Offensichtlicher konnten die Braunschweiger nicht als letzte am Ball gewesen sein. Der MSV bekam den Einwurf dennoch nicht. Vier Minuten Nachspielzeit. Wofür? Gefühlsmäßige Spielverzögerung? So ein Quatsch!

Am Ende war es egal. Den Braunschweigern fiel nach dem Exslager-Tor nicht viel ein. Die Defensive des MSV stand sicher, dazu ein souveräner Felix Wiedwald und in der Offensive zeigten die Spieler des MSV Duisburg nun sogar, dass auch sie kombinieren können. Da war sogar immer wieder ein blitzschnelles Kurzpassspiel zu sehen, ballsicher und souverän. Lange haben wir auf eine Stimmung wie in diesem Spiel warten müssen. Sicher, es hat seit der Pokalerfolgs-Saison andere wichtige Siege gegeben. Doch gestern erinnerte die Atmosphäre an die legendären Siege gegen Kaiserslautern und Cottbus im Pokal. Und gestern waren nur etwas mehr als 11.000 Zuschauer dort. Dieser Sieg war begeisternd, wichtig und sagt mir, du bist Fan einer ambitionierten Mannschaft aus dem Mittelfeld der Zweiten Liga.

Und hier noch die Pressekonferenz sowie die Stimmen nach dem Spiel von Maurice Exslager, Julian Koch und Goran Sukalo.

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