Nachtrag des Jubels in der Buchhandlung

Am dritten Tag nach dem Spiel des MSV Duisburg gegen den FSV Frankfurt brauche ich nicht mehr viel zum Spiel zu sagen. Es geht auch mehr darum, beim Schreiben zumindest etwas vom Gefühl der Zufriedenheit über das 1:1-Unentschieden zu spüren, für das ich am Wochenende so gut wie keine Zeit gehabt habe. Vom Spiel selbst bekam ich genau vier Schlaglichter mit, eines davon war allerdings von exklusiver Besonderheit. Niemals zuvor habe ich beim Blick auf den Bestellcomputer einer Buchhandlung so gejubelt wie am Samstag. Verwunderte Kundenblicke ignorierte ich souverän. Vielleicht geht Kultur in einer literarischen Buchhandlung ja so? Auch mal bei erfolgreich durchgeführter Bestellung einer Heine-Gesamtausgabe die Fäuste vor Begeisterung ballen und wenigstens warmen Beifall klatschen für einen frühen Krimi von Joy Fielding?

Zum Vorbild für das Eventerlebnis Buchkauf wurde ich durch den Live-Ticker der Sportschau, den Lisa Evertz von der Buchhandlung Scheuermann gerade aufgerufen hatte. In der Duisburger Buchhandlung  war ich während der ersten Halbzeit anlässlich einer Signierstunde. Gerade noch den Namen in ein Exemplar der „111 Fussballorte im Ruhrgebiet, die man gesehen haben muss“ geschrieben, schon führte der MSV Duisburg in Frankfurt, und die Sportschau-Tickerer orakelten irgendetwas vom Aufstieg. Die wollten witzig sein. Ich aber nehme so etwas sofort für winzige Momente ernst.  Ich rief mich zur Ordnung und hoffte auf den Fortbestand der frühen Führung. Das Halbzeitergebnis war deshalb eine leise Enttäuschung.

Insgesamt nun bin ich zufrieden. Was ja auch der Stimmung aller entspricht, die das Spiel gesehen haben. Da gibt es keinerlei Meinungsverschiedenheit über die entscheidenden Szenen und die Leistung der Spieler. Vor allem Julian Koch ist seit Samstag endgültig in den Fokus gerückt. Schon vor seiner Gelbsperre war zu merken, wie seine Formkurve abfiel.  Nun war er zudem mitverantworltlich für den Ausgleichstreffer. Mir fällt das schwer zu schreiben: Mit solchen Leistungen wird er sich in der Bundesliga nicht durchsetzen. Dennoch denke ich, das stimmt. Wahrscheinlich gönnen ihm die meisten aus der Zebraherde den Platz in einer Bundesliga-Startelf. Wollen wir mit und für ihn hoffen, dass er noch in dieser Saison ein paar Mal zumindest die Leistungen der Hinrunde wieder zeigt. Um nach der Sommerpause dann – wo auch immer – an das erste eine Jahr beim MSV Duisburg anzuknüpfen.

Das 1000. Zweitliga-Tor des MSV Duisburg ist nun auch gefallen. Für mich persönlich uninteressant, mehr was für die Saure-Gurken-Zeiten der Zukunft, in der man dann auch mal was über die Torschützen der Jubiläumstore des MSV Duisburg schreiben kann. Daniel Brosinskis Verweis auf das Big-Mac-Menü als fälliges Mannschaftsessen ist schon mal im Archiv abgelegt. Wer sich den Brosinski-Humor ansehen möchte, nebst Pressekonferenz und weiterem O-Ton von Ranisav Jovanović, bitte schön:

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2 Responses to “Nachtrag des Jubels in der Buchhandlung”


  1. 1 Christian Moosbrugger 17. April 2013 um 22:53

    Wirkt auf der PK tatsächlich ziemlich angefressen, der Benno Möhlmann.

    Verständlich, dass ihn dieser nicht zustande gekommene Elfer erheblich wurmt, aber im Gegenzug das echt harte Gaus-Foul zu relativieren, geht doch am Kern der Sache vorbei.

    Aus unserer Sicht kann man von Glück sagen, dass wir mit Bajic einen Innenverteidiger haben, der momentan Bestform hat und erfahren und abgebrüht genug ist, die Sache ganz eng zu machen und sogar eher so aussehen zu lassen, als werde er in der bewussten Szene niedergewalzt.

    Und summa sumarum würde ich den Treffer zum Ausgleich für den FSV mal als astreines Gastgeschenk der unseren ansehen. Tja, der Jule Koch, wie er da auf der Leitung steht, ist schon bemerkenswert. Entweder ist er schon mitten im Abschied, oder es nagt doch die Bitterkeit an ihm, dass sich die alte Leistungsstärke nicht wieder einstellen will.

    Dass er extra schlecht spielt, damit ihn die anderen nicht mehr wollen und er bei den Zebras bleiben kann, das wäre die schönste Möglichkeit. Klingt leider nach „Manni der Libero“. Schade, in seligen Kindertagen hätte man diese Option einfach geglaubt, weil sie einem am besten gefällt, und fertig. So cool ist man leider als Erwachsener dann nicht mehr.

    Möhlmann bleibt trotzdem einer der Trainer, der mit gut gefällt. Wie der die Frankfurter Underdogs da auf Trab gebracht hat, das ist schon schön.

    Hoffentlich sieht Stanislawksi am Montag abend auf der PK auch so vereist aus. Vor Köln habe ich nicht so viel Bammel wie ich vor dem FSV hatte. Aufpassen müssen sie aber auf Maierhofer. Ich glaube, der wird es unter allen Umständen wissen wollen. Von wegen Aufstieg und von wegen seiner alten, schnöde sitzengelassenen Liebe.

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  2. 2 Kees Jaratz 18. April 2013 um 11:33

    In diesem cwir-wollen-nicht-unbedingt-aber-schielen-drauf-Spielchen um Platz 3 möchte ich wohl den Stanislawski-Kommentar zwischen Realismus und Hoffnung-Hochhalten auch hören. Ich denke, da können wir zuversichtlich sein.

    Ich bin ja auch wirklich sehr froh, dass Maierhofer in Köln verstolpert und hoffe dennoch, dass er willkommen geheißen wird. Eben auch, weil er mit Ball am Boden es uns leichter macht.

    Und Jule Koch? Da halte ich deine zweite Erklärung für die plausible. Er ist mit so viel Energie zurück gekommen, und dann merkt er, es geht nicht kontinuierlich dahin zurück, wo er mal gewesen ist. Für mich war das vor Franfurt auch gar nicht die Defensive, wo es haperte. Mir fehlte der schnelle Schritt nach vorne bei gleichzeitiger Wendigkeit. Das hat ihm im ersten Jahr die Räume geöffnet. Da ist er noch nicht wieder hingekommen.

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