Mit Dauerglück in eine große Zukunft?

Schön am Schreiben über ein Fußballspiel ist: dieses Schreiben muss niemals 90 Minuen dauern. Deshalb verrät die Kürze eines Textes schon viel über die Qualität eines Fußballspiels. Das torlose Unentschieden im Auswärtsspiel des MSV gegen den FC Erzgebirge Aue braucht nicht viele Sätze. Auch in diesem Spiel kam dem Glück eine bestimmende Rolle zu. Dieses Glück wirkte anders als im Spiel gegen den 1. FC Köln sogar präventiv. Es wurde in Gänze  beim Torverhindern aufgebraucht. Dieses Glück bei einem einzigen Torschussversuch irgendwann im letzten Viertel des Spiels nur als unterstützendes Mittel in Anspruch genommen zu haben, wäre des Guten wirklich zu viel gewesen. Man soll das Schicksal nicht herausfordern. Irgendwann muss sich die Mannschaft auch wieder auf die eigenen fußballerischen Fähigkeiten besinnen.

Diese Fähigkeiten waren gestern allenfalls in der Rückwärtsbewegung etwas vorhanden. Zumal sich die Zebras darauf verlassen konnten, dass die Auer die letzte Aktion, egal ob Schuss oder Pass in den Strafraum, so gut wie nie so präzise spielten, dass es dauerhaft gefährlich wurde. Und wenn in einer Einzelaktion  passabel abgeschlossen wurde, konnten sich die Zebras auf das besagte Glück verlassen. So täuscht der Blick auf die  Statistik, wenn es um die Torschüsse der Auer geht. Diese vielen Torschüsse der Auer weisen nur auf die Spielüberlegenheit hin und nicht auf die tatsächliche Torgefahr.

In Ballbesitz versuchten die Zebras zwar immer wieder ein kontrolliertes Spiel, doch wenn es überhaupt gelang, dann ohne Raumgewinn um die Mittellinie herum, bis das Pressing der Auer die Pässe immer unpräziser werden ließ. Das Spiel ruckelte und stotterte, vor allem in der zweiten Halbzeit, von der einen Seite zur anderen. Weil die Pässe auf beiden Seiten eben oft so unpräzise waren und ebenso beide Mannschaften mit viel Einsatz den Ball jeweils wieder zurück erobern wollten, war die zwangsläufige Folge der regelmäßiges Foulpfiff. Regelbedingt mussten beide Mannschaften mit dieser Leistung 90 Minuten lang auf dem Platz bleiben. Das war nicht schön anzusehen. Andererseits wenn sich der MSV Duisburg trotz solch schlechter spielerischer Leistungen seine Unentschieden von nun an immer glücklich erkämpft, steht der Mannschaft eine große Zukunft bevor.

Die Pressekonferenz nach dem Spiel sowie die Stimmen von Dustin Bomheuer und Sören Brandy.

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2 Responses to “Mit Dauerglück in eine große Zukunft?”


  1. 1 Christian Moosbrugger 1. Mai 2013 um 14:50

    Ein Nebenaspekt: aber wie der Reporter von Sky schon angab, war diese Begegnung auch diejenige der beiden unfairsten Mannschaften der zweiten Fussballbundesliga.

    Die Meidericher Zebras haben die vorletzte Position der Fairnesstabelle einer eminenten Flut von gelben Karten zu verdanken, während bei Aue die satten fünf Roten den Ausschlag dafür geben, dass sie sich sogar an letzter Stelle befinden:

    http://www.fupa.net/liga/zweite-bundesliga-1801/fairness.html

    Waren wir nicht mal, ich glaube, mit Sasic, in einer Saison sogar der fairste Teilnehmer?

  2. 2 Kees Jaratz 2. Mai 2013 um 08:17

    Wenn man die Sukalo-Karten wegen Meckerns abzieht, sieht´s bestimmt gleich viel besser aus 😉
    Bedankt für den Hinweis!


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