Dr. Gerd Görtz ist eine alte Weisheit unbekannt

Was du nicht willst, das man dir tu, das füg auch keinem anderen zu. Die goldenen Elternworte kamen mir vorhin in den Sinn, als ich einen weiteren Artikel in der WAZ las, in dem der bisherige Vorsitzende des Aufsichtsrat der KGaA Dr. Gerd Görtz zu Wort kam und ganz den Anschein machte, als ob ihm böse mitgespielt worden sei. In der Pressemitteilung des MSV Duisburg gestern hatte der Rückzug von Dr. Gerd Görtz noch als einvernehmliche Entscheidung geklungen. Das sieht Dr. Gerd Görtz anscheinend anders und bewertet das Handeln des Vorstands vom MSV Duisburg als „menschenverachtend“.

All das lässt mich meinem Kommentar von vorhin noch etwas anfügen. Mich  beruhigt diese Reaktion von Dr. Gerd Görtz nämlich, weil sie mir zeigt, der jetzige Vorstand versteht auch etwas von Machtpolitik. Harte, persönliche Konflikte werden niemals ohne scharfe Worte der Verlierer einer Auseinandersetzung als öffentliches Nebengeräusch vonstatten gehen. Auch deshalb ist der Zeitpunkt dieser Konfliktlösung trefflich gewählt. Diese Nebengeräusche werden schnell in all den derzeitigen schönen Geschichten rund um den MSV Duisburg untergehen.

Zudem lässt sich mit einem Rückblick einordnen, was von den Worten von Dr. Görtz sonst zu halten ist. Ich denke zum einen daran, wie Walter Hellmich und mit ihm Dr. Görtz genau dieses Machtinstrument des nahegelegten Rücktritts selbst angewendet haben. Als Vertreter der Fans war Andreas Peters 2008 in den Aufsichtsrat des Vereins gewählt worden. Im Oktober 2009 trat er zurück. Man hatte diesen Rücktritt ihm nahe gelegt. Kommuniziert wurde das Ganze als freiwillige Entscheidung. Der Hintergrund: Andreas Peters hinterfragte kritisch die Finanzsituation und verursachte mit seiner engen Bindung in die Fanszene die ständige Sorge, wieviele der im Aufsichtsrat besprochenen Informationen nach außen fließen konnten. Für mich klingt es deshalb etwas wehleidig, wenn Dr. Görtz sich nun darüber beklagt, dass er  mit solchen harten Bandagen angegangen wird, wie sie von ihm selbst schon benutzt wurden.

Dr. Görtz selbst habe ich bislang nur einmal erlebt. Doch sogar dieses Erlebnis trägt dazu bei, seine heutigen Worte einzuordnen. Es war zu der Zeit, als Walter Hellmich zu Beginn des Jahres 2010 einen immer schwereren Stand als alleiniger Machthaber beim MSV Duisburg hatte. Ich besuchte die Jahreshauptversammlung im April, und in meinem damaligen Text zur Jahreshauptvesammlung war mir Dr. Görtz ein ganze Absatz wert. Wie gesagt, ich hatte ihn bis dahin weder gekannt, noch wusste ich überhaupt, welche Rolle er in dem Verein spielte. Seinerzeit arbeitete ich mich gerade erst in die komplexen Machtinteressen beim MSV Duisburg ein. So trat ich ihm völlig unvoreingenommen gegenüber, und ihm gelang es, mich innerhalb von 30 Minuten misstrauisch zu machen, was er zu verhüllen gedachte. Es ging um die Beteiligung der MSV Duisburg KGaA am damals im Bau befindlichen Seehaus.

Mein Eindruck von damals: „Als das Thema Beteilung der MSV KG am Seehaus aufkam, kanzelte Dr. Görtz denjenigen ab, der das zur Sprache brachte. Diese Beteiligung sei nicht vorhanden. Auf den Einwand, der MSV hätte doch am Bauzaun gestanden, nimmt Dr. Görtz das nur zum Anlass, den Frager möglichst klein zu machen. Dummerweise bestätigt wenig später eine Frau die Beobachtung, ganz sicher habe am Bauzaun MSV gestanden. Darauf wird nicht eingegangen. Erst als der frühere Mitarbeiter des MSV Arnold Nitzki sich zu Wort meldet und erneut nach der Beteiligung fragt, klärt nicht Dr. Görtz sondern Walter Hellmich die Sache auf. Tatsächlich sei die MSV KG als Bauträger dort am Bauzaun aufgeführt gewesen. Später hätten die Gesellschafter beschlossen, sich aus dem Projekt zurück zu ziehen. Nun wusste ich nicht mehr, ob diese Auskunft etwas beinhaltet, das sich mir nicht erschließt, weil ich zu wenig Hintergrundwissen habe. Wie diese Information vermittelt wurde, legt mir das nämlich nahe: Es gibt in dieser Angelegenheit etwas, was ich nicht wissen soll. Zu verantworten hat dieses Gefühl Dr. Gerd Görtz durch seinen Umgang mit einem Tatbestand, der nicht aus der Welt zu schaffen ist, weil ihn zu viele Menschen mit eigenen Augen gesehen haben.“ Heute weiß ich, natürlich ging es bei dieser Frage darum, ob das Wirtschaftsunternehmen MSV Duisburg dazu genutzt wurde, einen Bau von Walter Hellmich mitzufinanzieren.

Kurzum, ich habe wenig Mitleid mit Dr. Görtz. Interessant ist momentan ohnehin nur die Frage, wo sich Walter Hellmich bei all dem positioniert. Denn eins ist gewiss, soll es wenigstens in Liga 3 weitergehen, muss der MSV Duisburg irgendeinen Kompromiss mit Walter Hellmich finden. Momentan sieht es für mich so aus, als könne er demnächst zu diesem Kompromiss bereit sein.

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2 Responses to “Dr. Gerd Görtz ist eine alte Weisheit unbekannt”



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