Stimmung, Stimmung … wir brauchen nächstes Heimspiel schlechtere Stimmung!

Nichts gab es für die Journalisten zu deuten. Alle Spielberichte über die Begegnung des MSV Duisburg gegen den 1. FC Heidenheim stimmen darin überein. Neben den Ereignissen des eigentlichen Fußballspiels werden jeweils gleichgewichtig die begeistert anfeuernden Zuschauer erwähnt. Nicht immer entspricht die Medienwirklichkeit so  dem tatsächlichen Geschehen. War diese frenetische Stimmung im Stadion zunächst mehr von der Hoffnung getragen, wir alle auf den Rängen könnten mithelfen, dieser eigentlich noch nicht einsatzbereiten Mannschaft zum Erfolg zu verhelfen, so war das Feiern und Anfeuern nach der 0:1-Niederlage Trost und Anerkennung. Die Spieler hatten alles versucht und waren sichtlich enttäuscht.

Sie durften enttäuscht sein, weil die Mannschaft unter den Voraussetzungen beeindruckend stark aufgetreten ist. Aber nicht nur die  Mannschaft musste über den Kampf zu guten Momenten im Spiel finden. Für mich, die Freunde und wahrscheinlich für die meisten im Stadion war es im Grunde genommen ja genauso. Unser Kampf war das Anfeuern und unsere spielerischen Momente waren das Erkennen der einzelnen Spieler. Die Mannschaftsaufstellung diente als Programmzettel in der Hand immer mal wieder der Orientierung, wenn ich den Überblick verloren hatte. Zumal es gerade in der ersten Halbzeit bei diesem Kampfesgetümmel immer so wild durcheinander ging, dass kaum ein  Spieler ein nachdrückliches Bild für mich hinterließ. Mit Ausnahme von Kevin Wolze, der recht schnell immer wieder die Inititative im Spiel ergriff, aber den kannte ich ja auch schon.

Was waren diese Zebras auf Adrenalin. Ich weiß, dieser unbedingte Einsatzwille ist in den ersten Spielen notwendig und eröffnet der Mannschaft ihre Chance. Die Kolletaralschäden sind aber beträchtlich. Tanju Öztürks Verletzung gehört ebenso dazu wie die rote Karte für Kevin Wolze. Der unbedingte Wille ist das eine, das rechte Einschätzen der eigenen Möglichkeiten das andere. Vielleicht müssen auch wir auf den Rängen aus reiner Fürsorgepflicht im nächsten Heimspiel unsere Stimmung etwas mehr dosieren? Schöner wäre es, dieses erste Spiel verhalf zu mehr Erfahrung. Hört man Kevin Wolzes Selbstkritik, so bin ich zuversichtlich, das Spektakel auf den Rängen dürfen wir noch länger veranstalten.

Mich stimmt übrigens weniger die Abwehrleistung für die Zukunft zuversichtlich, sondern die ganz vereinzelt gelingenden Kombinationen im Spiel nach vorne. Da gab es Zusammenspiel. Das ist sensationell, wenn wir uns noch einmal überlegen, wie oft diese Spieler schon gemeinsam aufgelaufen sind. Es gibt Spieler  mit genügend Selbstbewusstsein, den Ball zu behaupten und das Dribbling im eins gegen eins zu suchen, ob das eben Kevin Wolze ist, der von Anfang an zeigte, wie sehr er Verantwortung im Spiel übernehmen will. Ob das in der Offensive Kingsley Onuegbu ist, der drei-, viermal technisch grandios den Ball annahm. Ob das Patrick Zoundi oder Michael Gardawski auf den Außenbahnen mit Zug nach innen sind. Das waren letztlich nur Ansätze, aber gelingende Offensive bei engem Raum ist nun einmal schwieriger zu entwickeln als die Defensive und der Kampf um den Ball. Bei Kontermöglichkeiten in der zweiten Halbzeit war dann schon deutlicher erkennbar, wieviel Qualität die einzelnen Spieler mitbringen.

Das Unentschieden zum Spielende wäre die Krönung dieses Tages gewesen. Es sollte nicht sein, weil aus einer Standardsituation immer mal ein Tor fallen kann. Aus dem Spiel heraus gelang es den Heidenheimern nicht, das Tor des MSV Duisburg in Bedrängnis zu bringen. Warten wir also mal ab, was an der Zuschreibung Aufstiegskandidat dran ist und was dieser Spielverlauf an Aussagekraft für die weiteren Spiele besitzt. Es ist zudem ein gutes Gefühl, dass dieser Gedanke nur am Rande auftaucht, weil ich in der Mannschaft des MSV Duisburg so viel Potenzial gesehen habe, um die alte Fußballerfloskel in den Mund zu nehmen: Wir schauen nicht auf die anderen. Wir vertrauen unseren eigenen Stärken. Denn diese Stärken werden in den nächsten Wochen immer deutlicher erkennbar.

Bleibt noch die Pressekonferenz nach dem Spiel  sowie die O-Töne von Michael Ratajczak, Kevin Wolze und Markus Bollmann.

Außerdem gibt es verschiedene Clips bei youtube, in denen die Stimmung im Stadion mehr als deutlich ist. Hier nehme ich wegen des Zusammenschnitts der unterschiedlichen Momente Marsch zum Stadion, Stimmung vor dem Spiel und Beifall für die Mannschaft nach dem Abpfiff den Clip von MSVsupport hinein.

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