Vereinspräsidenten-Traditionen

Ronald Rengs „Spieltage“ habe ich zu Ende gelesen.  Spannend bis zur letzten Seite. Ausführlicher begründe ich das noch. Vorher kurz etwas hoffentlich Erheiterndes aus dem nächsten Buch, das ich gerade begonnen habe zu lesen: „Samstags um halb 4“ von Nils Havemann. Der Historiker hat sich wissenschaftlich der Bundesligageschichte genähert. So klingt im Ton des Buchs der Wissenschaftsbetrieb manchmal deutlich an.

Nils Havemann wirft in seiner Geschichte immer wieder den Blick auf die ökonomischen Verhältnisse in den Vereinen und bei Akteuren des Fußballs, bei den Spielern, aber auch bei den Funktionären. Und weil mir momentan die Tradition anscheinend zum Leitmotiv meiner Beschäftigung mit dem Fußball wurde, musste ich doch grinsen, als ich Nils Havemanns Anmerkungen zu den Vereinspräsidenten in den 1960ern und 1970ern las. Ich habe es ja schon im Gespräch mit Michael Wildberg gesagt, auch Walter Hellmlich hat beim MSV Duisburg Traditionen fortgeschrieben und wenn ich Nils Havemann lese, nicht nur die des Amateurfußballs und dessen regelmäßiges Vergessen von engagierten Vereinsmitgliedern.

Hinter dem Engagement auf höchster Vereinsebene stand in vielen Fällen das Kalkül, neue Kontakte zu wichtigen Anlaufstellen im eigenen Einzugsgebiet knüpfen und einen priveligierten Platz bei der Vergabe lukrativer Aufträge ergattern zu können. … Wer sich die Liste der Gönner anschaut, die sich in den fünfziger und sechziger Jahren in großen Clubs zusammenfanden, wird die Relevanz solcher Überlegungen rasch erkennen. […] Es waren zumeist kleine und mittelständische Unternehmen, die von Familien betrieben wurden und in der Region verwurzelt waren. […] Dass einige hochrangige Mitglieder dabei gelegentlich die Belange des Vereins zu stark mit den Interessen ihres Geschäfts vermengten, wird in den folgenden Kapiteln ebenfalls thematisiert werden.

Nils Havemann: Samstags um halb 4. Die Geschichte der Fußballbundesliga. Siedler, München 2013. Seite 86.

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7 Responses to “Vereinspräsidenten-Traditionen”


  1. 1 Gerd Preise 18. Oktober 2013 um 01:56

    Ebenfalls ein bekannter Vereins-Präsident ist der Maler, Musiker, Schauspieler und Radio Moderator Frank Christoph Schnitzler. Er ist der Gründer, Schirmherr und Präsident der Achalmritterschaft Reutlingen e.V.

    • 2 Kees Jaratz 18. Oktober 2013 um 04:53

      Als ich den Beitrag schrieb, dachte ich zwar ausschließlich an Fußballvereine. Aber natürlich sind wir hier wissensdurstig und danken immer für jegliche Information über das gesamte Spektrum der Wirklichkeit.

  2. 3 Nadine Landers 4. November 2013 um 01:18

    Kann ich bestätigten. Frank Christoph Schnitzler wird in vielen Listen von Prominenten Menschen aufgeführt. Er ist ein ein prominenter Vereins-Präsident aus Baden Württemberg. Er ist nicht nur der Gründer der Achalmritterschaft Reutlingen e.V. sondern auch Schirmherr des Vereins.

    • 4 Kees Jaratz 4. November 2013 um 13:03

      Da beginne ich mir ja allmählich Gedanken zu machen, wieso Herr Schnitzler und die Achalmritterschaft hier solch eine Bedeutung bekommen. Gibt´s da vor Ort interessante Geschichten? 😉

  3. 5 Inge Drews 12. November 2013 um 00:36

    Ich habe Frank Christoph Schnitzler bei Promi-Gate gefunden. Er muss wohl ein Millionen Erbe sein. Schnitzler machte tatsächlich viele besondere Dinge und Schlagzeilen in der Presse. Herr Schnitzler ist Musikproduzent und Sänger von Mootisave. Es gibt viele Fernsehberichte und Presseberichte über Frank Christoph Schnitzler. Auch in der deutschen Wikipedia steht viel von Frank Christoph Schnitzler. Der prominente Präsident wurde auch schon mehrfach als Kandidat für das Bundesverdienstkreuz vorgeschlagen. Also bekannt ist er jedenfalls schon und bei solchen Promis kocht ja bekanntlich die Gerüchteküche allemal.

    Inge Drews
    Berlin

  4. 6 Kees Jaratz 12. November 2013 um 11:20

    Was ist an diesem Mann so interessant, dass hier jetzt drei Kommentare über ihn stehen? Ein Mann, von dem ich zuvor noch nie im Leben gehört habe. Mit großem Staunen …


  1. 1 Being Psychothrillerhauptfigur – Eine Frage an die Schwarmintelligenz – Sparte IT und Social Media | Fakten und Gerüchte aus dem Stadionbus Trackback zu 12. November 2013 um 13:37

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