Warten auf das Samstagsspiel

Wer, wie ich, nicht nach Norddeutschland gefahren ist, muss bis zum Spiel des MSV Duisburg gegen Holstein Kiel noch etwas Zeit  überbrücken. Nicht jede Minute wird mit dem Wocheneinkauf rumzubringen sein, da schafft die Netzwelt Abhilfe. Dort erfahre ich, dass Holstein Kiel ganz offiziell Kieler S.V. Holstein heißt und sehe nach dem guten Saisonbeginn des Vereins ein „KSV Holstein“-Special vom NDR, das mit einem Klick weiter hier zu finden ist. Interviews mit Vereinsfunktionären, Spielern und Trainer, ein kurzer Rückblick auf die ersten Spiele und atmosphärische Bilder vom Trainingsgelände geben einen Eindruck von der noch vorhandenen guten Stimmung in Kiel. In Zeiten des Wanderfußballtums gibt es natürlich auch in Kiel einen Spieler, der schon beim MSV Duisburg gespielt hat. Im Interview hört sich das bei der Frage der Journalistin so an, als stecke eine lange gemeinsame Vergangenheit dahiner. Doch Rafael Kazior spielte 2003/2004 genau eine Saison lang beim MSV. Aber wenn der MSV Duisburg der nächste Gegner ist, darf man schon mal fragen, wen einer noch kennt. Im Livestream bei NDR.de ist das Spiel dann gleich zu sehen.

Ich hoffe, der MSV Duisburg wird heute dazu beitragen, dass die gute Stimmung in Kiel sich nicht ins Phantastische steigert. Ich denke, mehr Bodenhaftung für Holstein Kiel durch eine Niederlage kann dem Verein nur gut tun. Allerdings bringt mich die in der Duisburger Lokalpresse verbreitete Aussage von Karsten Baumann ins Nachdenken. Ganz wohl ist mir mit seinem Satz nicht und so richtig bekomme ich es nicht zu fassen, warum. Karsten Baumann wird sowohl bei WAZ/NRZ und RP folgendermaßen zitiert: „Wir haben uns besprochen und entschieden, dass die, die es zuletzt nicht gut gemacht haben, uns zeigen sollen, dass sie es besser können“. Dieses „uns zeigen“ und „dass sie es besser können“, das weckt in mir Bilder von Kindererziehung und Unreife. Wahrscheinlich ist auch dieser Satz eher auf die unter vielen Fans verbreitete Meinung zurück zu führen, Karsten Baumann müsse in der Defensive die Mannschaft anders besetzen. Vertrauen in die Spieler ruft das bei mir aber nicht hervor. Ich bevorzuge Worte, die in mir Bilder von Selbstständigkeit und Eigenverantwortlichkeit wecken, von reifem Verhalten. Ich hoffe, ich bin einfach nur zu empflndlich gegenüber Untertönen und sehe Gespenster.

Erfahren habe ich übrigens noch etwas anderes. Ein ehemaliger Jugendspieler des MSV Duisburg ist heute Nationalspieler. Glaubt ihr nicht? Zugegeben, er ist Handballer, spielt heute beim THW Kiel, ist demzufolge wieder ein Zebra, in Sachen Handball. In Sachen Fußball aber fühlt er sich weiter der Duisburger Zebra-Herde zugehörig. Patrick Wiencek war den Kieler Nachrichten eine bunte Geschichte wert, die aber nur als Anriss zu lesen ist und hinter der Paywall steckt. Wir begenügen uns mit dem Wissen, dass auch in der deutschen Handballnationalmannschaft sowie beim deutschen Handballmeister THW Kiel Streifen gezeigt werden und seinen Antworten in den Saison-Fragebögen im Spielerprofil beim THW Kiel. Sein Wunsch, den MSV Duisburg gegen Holstein Kiel vor Ort spielen sehen zu können, geht nun in Erfüllung. Wahscheinlich auf eine andere Weise, als er es bei der Antwort vor der Saison 2012/2013 gedacht hat.

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