Stabile Ergebnisunsicherheit

Über die 1:0-Niederlage des MSV Duisburg beim SV Elversberg ist die Enttäuschung allseits groß. Nicht unbedingt, weil von den Zebras Sieg um Sieg erwartet wird. Das Schielen zu den oberen Tabellenregionen kommt höchstens als heimlicher Grund hinzu. Die Enttäuschung ist vor allem deshalb so groß, weil während der ersten Halbzeit die SV Elversberg sich als fußballerisch sehr begrenzter Gegner präsentierte. Von diesem Gegner schien aus dem Spiel heraus an diesem Tag keinerlei Gefahr zu drohen. Die Spieler vom MSV Duisburg hätten aber auch in derselben Zeit feststellen müssen, dass sie dennoch der SV Elversberg nicht so überlegen sind, um sie im kontrollierten Spiel nach vorne bei gleichzeitigem kontrolliertem Engagement dauerhaft in Bedrängnis zu bringen. Vielleicht haben sie es sogar festgestellt. Schlüsse für die zweite Hälfte wurden jedoch nicht gezogen. Im Gegenteil, das Engagement der Zebras in der zweiten Halbzeit wirkte noch kontrollierter, die Spielweise noch abwartender. An der Offensivkraft der Elversberger änderte sich nichts, die Offensivkraft der Zebras nahm dagegen ab. Was nichts daran ändert, dass in einem Fußballspiel jederzeit ein glückliches Tor fallen kann. Manchmal kommt es dann so, wie befürchtet und dieses glückliche Tor fällt auf der falschen Seite.

Nach dem Spiel kam zu der Enttäuschung für mich auch kurz die Sorge hinzu, Karsten Baumann und ich könnten von nun an unterschiedliche Ansichten zur Mannschaft entwickeln.  Denn seine bei WAZ/NRZ zitierte Spielwertung verstand ich nicht. Ein sehr gutes Auswärtsspiel habe seine Mannschaft in der ersten Halbzeit gezeigt.  Und am Ende hätte sie sich wie in Wehen-Wiesbaden selbst geschlagen. Das klang für mich falsch, weil zu einem sehr guten Spiel für mich auch kontinuierliche Torgefahr durch präzises Angriffsspiel gehört.  Das vornehmliche Sichern des eigenen Tores langt mir dazu nicht, wenn immer wieder Ungenauigkeiten beim Zusammenspiel in Strafraumnähe des Gegners hinzukommen, egal ob es um Flanken oder Pässe ging. Zu meiner Beruhigung stimmt die gesamte Spielbewertung von Karsten Baumann auf der Pressekonferenz dann doch wieder fast mit dem überein, was ich auch gesehen habe. Auch er bemängelt die fehlende Konsequenz im Angriffsspiel schon für die erste Halbzeit und ich vermute, die Wertung „sehr gut“ ist dann doch durch die von uns allen geteilte Enttäuschung befeuert.

Schließlich waren die Schlussminuten des Spiels gerade erst vorüber. In diesen Schlussminuten endlich entstand jener Druck auf das Tor der Elverssberger, den ich mir schon zu Beginn dieser zweiten Halbzeit erhofft hatte. In diesen Schlussminuten stand Patrick Zoundi im Strafraum einschussbereit frei vor dem Torwart. Ein Abwehrspieler grätschte ihn von hinten kommend um. Der  Elfmeterpfiff blieb aus. Wenig später die nächste Großchance: Branimir Bajic kam im Strafraum an den Ball, ließ den ersten Abwehrspieler ins Leere grätschen, spielte den zweiten Abwehrspieler aus und kam beim freien Schuss aufs Tor in Rückenlage. Der Ball ging statt ins Eck hoch über die Latte. Der Ausgleich wäre also noch möglich gewesen. Verloren wurde das Spiel aber zu Beginn der zweiten Halbzeit, als den Zebras offensiv immer weniger gelang und sie dem Gegner nicht deutlicher zeigten, dass sie dieses Spiel auf jeden Fall gewinnen wollen.

Die Pressekonferenz nach dem Spiel und Kevin Wolzes Stellungnahme. Er versucht, Enttäuschung in Worte zu fassen.

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