Heimatlied – Sektion Duisburg – Folge 5

Zwischendurch komme ich zu meiner kleinen Reihe über Duisburg-Lieder zurück. Wenn es heute noch einmal um Matthias Lixenfeld geht, dann lässt sich mit ihm auch einiges über Erinnerungskultur und Kanonbildung unserer Gesellschaft erzählen. Gab es in Duisburg mit ihm doch einen Liedtexter und Komponisten, der in einer Reihe steht mit jenen Größen rheinischen Liedguts wie Jupp Schmitz oder Willi Ostermann. Wenn ich über sein Schaffen lese und sein heute hier vorgestelltes Lied über Hochfeld höre, sehe ich eine Traditionslinie musikalischen Schaffens, die in Duisburg keine Fortsetzung gefunden hat. Sollte es anders sein, bitte ich um Hinweise.

Dass ein Mann wie Matthias Lixenfeld kein Berufsmusiker werden konnte, wundert nicht. Dazu brauchte es die Professionalisierung seines Tätigkeitsfeldes, die selbst in Köln zu seiner Zeit erst in den Anfängen vorhanden war. Diese Professionalisierung ist die eine Voraussetzung, um Kultur der Vergangenheit für die Gegenwart zu bewahren. Die andere ist das Interesse der städtischen Gesellschaft. Für das Selbstverständnis von Duisburg wurde dieser Teil städtischen Lebens offensichtlich immer unwichtiger. Vielleicht ändert sich das momentan. Die Gründung der Matthias-Lixenfeld-Gesellschaft ist jedenfalls ein Versuch, diese Traditionslinie Duisburger Vergangenheit in der Gegenwart fruchtbar zu machen und das Werk von Matthias Lixenfeld dem Vergessen zu entreißen.

Schon in der ersten Folge hatte ich die konzertante Aufführung  seines Lieds der Duisburger mit aufgenommen. Dieses Lied wurde aufgezeichnet während einer Feier am 14. November 2010 anlässlich seines 111. Geburtstages. Auf derselben Feier brachten Harald Molder und der Duisburger Liedermacher Frank Baier ein Lixenfeld-Lied über Hochfeld zum Vortrag. Dieses Lied steht in der Tradition der Karnevalslieder seiner Zeit. Die Melodie ist einfach, der Text aber will nicht nur gefallen. In ihm paart sich das Wohlwollen für die Stadt mit einem ironischen Blick. Wenn Duisburg sich um Identität und Selbstbild, um städtisches Selbstbewusstsein kümmert, sollte es sich auch bei Matthias Lixenfeld mal umgucken.  Denn solche Texte schreibt nur, wer die Stadt mag und ihr deshalb jederzeit auch etwas zumuten kann.

Den folgenden Text habe ich vom Youtube-Clip übernommen. Sollte es dagegen Einwände geben, bitte melden, dann wird er hier wieder gelöscht.

Örgeswo en Hochfeld steht jetz en Kamin.
Boh – wat eß da hoch, man kann öhm sehr witt siehn.
Awer wenn et donkel weed, ek frog wat dann?
Gonnt van selws drei Reihe rote Lämpkes ahn.
Seit da nu gebaut eß, weiht en andre Wend.
Kin Atömke Stoff ma mehr en Hochfeld fend.
Propper send die Strote, dä Hemmel blau on klor,
Wie hä an de Reviera niemols wor.

Jo, jo, en Hochfeld, do weiht en Löfke,
Jo, jo, en Hochfeld, do eß en Döfke,
Jo, jo, en Hochfeld, do hölt mer’t ut.
Wie make nächstens noch en Kurort drut!

Hinweise auf weitere online zu findende Duisburg-Lieder nehme ich gern entgegen. Helft mit die Sammlung wachsen zu lassen.

Mit einem Klick weiter findet ihr Heimatlied – Sektion Duisburg – Alle Folgen

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