Von den Finanzen hin zum ablenkenden Sport

Nach dem gestrigen Pressemitteilungs-hin-und-her zwischen dem für den Sport zuständigen Duisburger SPD-Landtagsabgeordneten Rainer Bischoff und dem MSV Duisburg fällt es mir schwer, mich den sportlichen Notwendigkeiten des anstehenden Spieltags zu widmen. Was den MSV angeht, neige ich eigentlich zu jedem unbegründeten Optimismus. Ich glaube an den guten Ausgang eines Spiels meist bis kurz vor Abpfiff. Nach dieser Stellungnahme gestern aber fällt es mir schwer, mir einen erfolgreichen Schuldenschnitt vorzustellen. Im Grunde hat Rainer Bischoff stellvertretend für die entscheidenden NRW- und Stadtpolitiker den Gläubigern den Rücken gestärkt. Die entscheidenden Gläubiger sind, nach allem, was zu lesen ist, Walter Hellmich und das IBB, das Internationale Bankhaus Bodensee.

Für Bischoffs Stellungnahme sehe ich nur zwei Gründe, zum einen weist er mit ihr gegenüber der Öffentlichkeit darauf hin, die Politik trage für alles, was kommt, keine Verantwortung; mehr noch, sie habe sich sehr angestrengt zur Lösung des Problems beizutragen. Zum anderen wirkt diese Stellungnahme auf mich als Aufforderung an den MSV endlich die Bedingungen der Gläubiger zu akzeptieren. Schließlich wird auch Rainer Bischoff wissen, dass die Verantwortlichen beim MSV Duisburg nicht aus spielerischer Spekulationsgier Abschlüsse verhindern, die dem MSV Duisburg eigentlich zu Gute kommen.

Es gibt also Forderungen auf Gläubigerseite, die vom MSV Duisburg bislang als unannehmbar angesehen werden. Was annehmbar wäre wissen wir, Schuldenschnitt und Anpassung der Stadionmiete an die Einnahmesituation des MSV in den jeweiligen Ligen. Nehme ich nun im besten Fall an, Walter Hellmich und die Bank denken mit ihren Forderungen zugleich an ein Konzept für die Zukunft des MSV Duisburg, heißt das sofort auch, bei den Verhandlungen geht es um den zukünftigen Einfluss von Walter Hellmich und der IBB auf Entscheidungen beim MSV Duisburg. Indirekt scheint Rainer Bischoff die Verantwortlichen beim MSV Duisburg aufgefordert haben, in diesen sauren Apfel zukünftiger Einflussnahme zu beißen. Sollte es auf diese Weise tatsächlich noch zu einem Schuldenschnitt kommen, liegen natürlich sofort sehr viele andere Fragen auf dem Tisch. An der Stelle will ich heute erst mal nicht weiter denken. Zu viel Spekulation über zu viele Probleme, die ich augenblicklich erkenne!

Ablenkung durch den Sport ist nicht das Schlechteste. Viel muss ich zum Spiel des MSV Duisburg gegen RB Leipzig aber nicht mehr schreiben. Alles Wichtige hat der Rotebrauseblogger schon zusammengefasst. Er begleitet RB Leipzig mit seinem informativem und anspruchsvollem Ein-Mann-Online-Journalismus. Über das am Samstag anstehende Spiel vom MSV Duisburg gegen den Verein seines Interesses hat er einen informativen, sachlichen Vorbericht geschrieben, dem ich nichts hinzuzufügen weiß. Abgesehen von meiner Hoffnung auf den Ausgang des Spiels, die sich von seiner wenn auch nur zart angedeuteten Hoffnung klar unterscheidet.

Und noch einen Klickhinweis habe ich. Der Kolumnist vom Tagesspiegel Frank Willmann war am letzten Samstag beim Heimspiel von RB Leipzig gegen Wacker Burghausen dabei. Mit launigen, oft ironischen Worten greift er die Wirklichkeit in Stadion und Umfeld des Vereins auf. Ein Text zum Schmunzeln über Fußball als familienfreundliches Unterhaltungsangebot.

Als Ablenkung von den Finanzproblemen langte mir das Lesen fremder Texte nicht. Erst ein paar Bewegtbilder aus der Vergangenheit haben mir endgültig aus der bedrückten Stimmung geholfen, obgleich ich zunächst die Gefahr zu großer Melancholie scheute. Der bin ich dann entgangen, als ich mir den alten RTL  Sportschau-Bericht über das Bundesligaspiel vom MSV Duisburg beim VfB Leipzig aus der Saison 1993/94 ansah.  Beide Mannschaften standen sich damals als Aufsteiger gegenüber. In dem Spiel ist exemplarisch zu sehen, mit welch schnellem Umschaltspiel Ewald Lienen damals den Zebras zu einer überraschend erfolgreichen Saison verhalf. Am Ende der Saison stand der 9. Tabellenplatz zu Buche.

Wer sich Aufstellung und Spieldaten ansehen möchte, klickt weiter zum Kicker.

Für morgen gilt Zuversicht trotz der weiter fehlenden Stammspieler. Schließlich sind wenigstens Kevin Wolze und Deniz Aycicek wieder einsatzbereit. Humba nach dem Abpfiff wie beim Hinspiel ließe ich mir gefallen.

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3 Responses to “Von den Finanzen hin zum ablenkenden Sport”


  1. 1 Trainer Baade 31. Januar 2014 um 15:48

    Beim IBB ist man als Kunde ja in Vertrauen erweckender Gesellschaft, was den Fußball angeht. Bzw. es ist besonders Vertrauen erweckend, dass man überhaut dort Kunde ist. Sagte ich „Kunde“? Naja.

    • 2 Kees Jaratz 31. Januar 2014 um 17:23

      Für Privatleute hatte vor ganz langer Zeit mal die Kundenkreditbank einen ähnlichen Ruf. Und ich stelle fest, so richtig hilft in dem Fall gemeinsames Leid dann doch nicht beim Teilen.


  1. 1 Presse 31.01.2014 | RB Leipzig News - rotebrauseblogger Trackback zu 31. Januar 2014 um 15:46

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