Archiv für Februar 2014

Zwischen Fastelovend und der Fußballnormalität mit Hausverbot sowie Kentsch

Zwei Parallelluniversen begegnen sich in diesen Tagen des Straßenkarnevals jedes Jahr aufs Neue in meinem Leben. Sie bewegen sich in unterschiedlichem Tempo. Wenn in der Karnevalswelt trotz immer wieder neuen Erlebens die Zeit gleichsam still steht, nimmt die Welt des Fußballs ihren normalen Lauf. Die armen Frankfurter mussten sogar gestern Abend richtig arbeiten und sind nicht mal als Entschädigung für die Karnevalsabstinenz eine Runde weitergekommen. Ich hoffe für mich und den MSV, wenn international, dann sofort Champions League. Ein Pflichtspiel am Weiberfastnachtstag entspricht nicht meinen Vorstellungen von einem zufriedenstellenden Leben.

Schon in der Vergangenheit musste ich immer einige Mühe darauf verwenden, mein verdoppeltes Leben als Jeck und MSV-Fan wenigstens zum Spieltag hin mit ihren beiden unterschiedlichen Geschwindigkeiten in Einklang zu bringen. Doch in diesem Jahr überfordert mich die Fülle unterschiedlicher Meldungen zum MSV geradezu. Wie soll ich, dem die Veedels-Feier-Lieder noch im Ohr klingen, sinnvolle Sätze zu gleich zwei bis drei gewichtigen Themen beim MSV Duisburg schreiben? Und da ist das Spiel gegen den SV Wehen Wiesbaden noch gar nicht dabei. Das geht heute nur begrenzt. Karneval bringt auch mich in einen Ausnahmezustand, und  Hausverbote im großen Zusammenhang einzuorden wird mir heute zu viel. Da reicht ein: Gut gemacht, MSV Duisburg! Der Verein reagiert auf die unterschiedlichen Vorfälle am letzten Samstag bei An- und Abreise von MSV-Fans nach Dortmund mit einem deutlichen Zeichen. Zudem wird in der Pressemitteilung das weitere Vorgehen erläutert.

Weil ich online von dem Hausverbot noch nichts gefunden habe, hier die Pressemitteilung vom MSV Duisburg im Wortlaut.

Der MSV Duisburg hat nach den Ausschreitungen sogenannter „Fans“ auf der An- und Abreise zum Auswärtsspiel der Zebras am Samstag, 22. Februar 2014, bei Borussia Dortmund 21 Hausverbote ausgesprochen. Diese Hausverbote gelten vorerst für das Heimspiel des MSV gegen den SV Wehen Wiesbaden am Samstag, 1. März 2014.

„Ob diese Hausverbote danach in bundesweite Stadionverbote ausgeweitet werden, entscheidet der DFB“, erklärte Michael Meier, Sicherheitsbeauftragter des MSV; über Vorfälle auf Reisewegen darf allein der DFB urteilen.

Ob darüber hinaus weitere Randalierer durch Stadionverbote vom MSV fern gehalten werden können, sollen weitere Auswertungen der umfangeichen Videoaufzeichnungen und Unterlagen der Polizei zeigen. Meier: „Wir arbeiten dabei wie in der Vergangenheit eng zusammen!“

Der MSV distanziert sich erneut von allen Personen, die Fußballspiele als Plattform für Gewalt, Rassismus und Diskriminierung nutzen. Der MSV verdeutlicht in seinem Leitbild u.a.: Als Zebrafamilie, mit all unserer Vielfalt, sind wir weit über die Grenzen unserer Stadt hinaus bekannt. Wir halten zusammen, insbesondere in schweren Zeiten.
Integration wird von uns gelebt. Respekt und Toleranz prägen unseren Umgang miteinander.

Wir fordern erneut alle unsere Anhänger auf, gemeinsam mit dem MSV gegen Gewalt, Diskriminierung und Rassismus aufzutreten und bei und rund um unsere Spiele weiter so fröhlich und begeistert Streifen zu zeigen, wie Duisburg das im vergangenen Sommer gezeigt hat!

Aber das ist noch nicht alles. Kaum feier ich mal Karneval, gibt der Sportjurist Christoph Schickhardt  dem Kicker ein Interview, in dem er auf die Entscheidung des DFB zu sprechen kommt, dem MSV Duisburg keine Spiellizenz für Liga 2 zu erteilen. Er ist der erste, der klar sagt, alleine Roland Kentsch ist verantwortlich für den Entscheid des DFB. Die Finanzen hätten keine Rolle gespielt, formale Fragen hätten geklärt werden müssen.

Nun frage ich mich allerdings, welchen Einblick Christoph Schickhardt in das Verfahren hatte, um diese Einschätzung geben zu können? Wer war im Sommer nochmals Rechtsbeistand vom MSV Duisburg in dem Berufungsverfahren? Suche ich jetzt nicht, und sag im Vorgriff auf Dienstag, der Nubbel ist schuld. Mein juristisches Laienverständnis sieht manche formale Frage eng verknüpft mit dem vorgelegten Finanzplan. Wir erinnern uns an das vertraglich festgehaltene Mitbestimmungsrecht von Walter Hellmich bei der Abberufung des Geschäftsführers. Dass sich diese formale Frage nicht ohne Beschäftigung mit den Finanzen hätte klären lassen, liegt auf der Hand. Was Roland Kentsch natürlich nicht aus der Verantwortung entlässt, sondern nur den Begründungszusammenhang ein wenig komplexer macht. Sprich: Mein Laienverstand sagt, wer auf der sicheren Seite sein will, muss argumentativ nachlegen. Aber Rechtssprechung soll ja für Eindeutigkeit sorgen, und vielleicht brauchen Juristen im Nachhinein nur die Sätze des Vertrags und nicht die dahinter stehende Vorgeschichte, wie es zu den Sätzen kam.

In den Zusammenhang, aber natürlich längst eigenes Thema, gehören die Finanzen beim MSV Duisburg als Voraussetzungen zur DFB-Lizenz für die 3. Liga in der kommenden Saison. Ob eine dieser nötigen Voraussetzungen dann noch Schuldenschnitt heißen wird, sei dahin gestellt. Ohne die erneute Hilfe von Gerald Kassner und Schauinsland Reisen ließ sich jedenfalls das beim Schuldenschnitt aufgetauchte Problem der Gleichbehandlung aller Gläubiger nicht lösen. Schuldenkauf, ist das bei WAZ/NRZ genannte Stichwort. Nächste Woche mehr dazu.

Fußball gespielt wird schließlich auch noch. Gerrit Wegkamp begleitet dieses Mal Karsten Baumann auf der Pressekonferenz vor dem Spiel gegen SV Wehen Wiesbaden. Wir hören vom Trainer, wieder geht es am Samstag gegen einen Gegner, dessen Konterspiel gefährlich ist. Was schon vor dem Spiel gegen den BVB die Ausgangslage war. In Dortmund hatte der MSV diese Stärke des Gegners einigermaßen kontrollieren können. Mir wäre also auf der PK mal wieder auch ein Wort zur besonderen Gefahrenlage bei Standards lieb gewesen. Einfach für et Hätz un Jeföhl. Für Stimmungen bin ich nämlich momentan noch anfälliger als sonst. Aber seht selbst.

Nun muss ich mich bei so viel Rasanz im Geschehen rund um den MSV Duisburg erstmal wieder aufs Lebenstempo hier vor Ort entschleunigen. Mach ich mit dem dazu passenden Motto-Karnevalspop von Cat Ballou. In dem Sinne noch einmal: „Alaaf!“ und „Helau!“. Wir sehen uns morgen im Stadion. Narrenkappe meines Großvaters wird das nötige Glück bringen. Ich hoffe zudem auf kreative Fankostüme. Den Spielbericht über einen Sieg mit Fotos anzureichern ließe ich mir vor dem Veedelszoch am Karnevalsonntag gefallen.

Nicht einfach zu erkennende Fußballer-Kostüme

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11 Uhr 11! Zeit, um auch hier den diesjährigen Straßenkarneval zu eröffnen. Da ab nun mehr gesungen als geredet wird, heißt das zugleich, nicht viele Worte verlieren. Ich hoffe, ihr habt eure Kostümierung für alle kommenden Karnevalstage schon zusammengesucht. In Sachen Fußball sind nämlich nur noch die fußballorientierten Verlegenheitskostüme eine Wahl. Ich hoffe für euch, ihr wählt dann die Trikots mit den Streifen, die ich auch am Samstag sehen werde.

Wer aber als Mann seine Attraktivität mit der Aura des Fußballs aufpeppen möchte und auf die Karnevalsausstatter setzt, kommt zu spät. Ausverkauft! Sowohl die Fußballer-Perücke David als auch die Herrenmaske Fußballer. Grämt euch nicht. Ohne begleitenden Ball am Fuß sind die Käufer ohnehin nicht unbedingt als Fußballer zu erkennen. Heino, eine namenlose Comicfigur, ihr hättet die Narren zum Rätseln gebracht. Halt! Ich denke gerade, vielleicht ist das ja gerade gewollt, und es handelt sich um Kostüme für die intellektuelle Gemeinde unter den Narren. Sehr sophisticated. Passiert ja schließlich auch oft, dass man nicht so genau weiß, ob einer auf dem Spielfeld tatsächlich so ein Fußballer ist, wie es Spielerberater und Scouts behauptet haben.

Nun aber, ab zum Singen und Schunkeln. Alaaf rübergerufen zum anderen, talwärts gelegenen Viertel meiner Heimatstadt und mit dem Rheinlandmädel Willi Ostermanns für heute vor allem an jene rheinländische Geschichte Duisburgs erinnert.

Zeit als Zwangsgeschenk vom MSV

In unserer hektischen Gegenwart führen manche Menschen ja Leben, in denen die Tage mit Terminen auf die Minute genau durchgetaktet sind. Inzwischen gibt es nicht wenige Kinder, die sprechen als erstes die Lieblingsflüche der Eltern und das Wort „Zeitfenster“, in dem sie sich den Gute-Nacht-Kuss oder sieben Minuten gemeinsames Spielen abholen. In so einem Leben wäre Zeit ein wunderbares Geschenk. Vielleicht wollte die Mannschaft vom MSV Duisburg mit der 2:0-Niederlage im Stadion Rote Erde gegen die U23 von Borussia Dortmund einfach nur Gutes tun und den Alltag ihrer Fans von Aufgaben befreien. Mir jedenfalls hat sie Zeit des Sonntags geschenkt. Manchmal wird eben auch verschenkt, was der Beschenkte im Moment gar nicht braucht.

Die Zeit des Sonntags hätte ich nämlich gerne genutzt, um per Tabellenrechner vom Kicker auszuprobieren, welch ungünstigste Spielergebnisse in Liga 3 noch  zum 3. Tabellenplatz für den MSV Duisburg führen könnten. Ein ungünstiges Ergebnis als Voraussetzung hatte ich allerdings nicht vorgesehen und wusste mit dem Zeitgeschenk nun nichts Sinnvolles anzufangen. So habe ich trotz der Niederlage die Kicker-Seite aufgerufen, um mir die Tabelle anzusehen. Mein Blick fiel immer wieder auf die Menü-Leiste. Ich war ein Tabellenrechner-Rechner auf Entzug. Nicht mal was schreiben konnte ich. Der MSV hat mir eine ziemlich blöde Zeit geschenkt, nachdem mir schon die Zeit im Stadion Rote Erde immer weniger gefallen hatte.

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Vor dem Spiel – Die Gegengerade

Dabei konnten die Minuten vor dem Spiel im Stadion Rote Erde gerade den Fußballnostalgikern unter uns gefallen. Der Blick auf die unüberdachte Gegengerade erinnerte ebenso an alte Zeiten wie Bankreihen auf und Spielertunnel unter der Tribüne. In diesem unter Denkmalschutz stehenden Stadion fügte sich sogar der Rasen ins Gesamtbild historischer Stadienarchitektur. Wahrscheinlich gibt es irgendeine Ordnungsvorschrift des Landesdenkmalamtes, in der die zulässige Höchstzahl von Grashalmen pro Quadratdezimeter für den authentischen Zustand von Oberliga-West-Zeiten festgehalten ist. Und vermutlich unterschreitet die Stadt Dortmund diese Höchstzahl sicherheitshalber zur Vermeidung etwaiger Bußgelder.

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Vor dem Spiel – Der Rasen

Die gute Stimmung hielt nur wenige Minuten an. Diese Saison ist mal wieder eine, in der ich auf Textbausteine zurückgreifen kann. Bislang hatte ich die noch nicht abgespeichert. „Frühes Gegentor“ kommt auf jeden Fall in den Satzbaukasten hinein. Außerdem noch: „nach einer Standardsitution“ sowie „die Mannschaft brauchte Zeit, um die nötige Spielstärke an diesem Tag zu entwickeln“. In dieser ersten Halbzeit fand der MSV kaum mehr zu seinem Spiel, und es wirkt ironisch, dass nicht das befürchtete Konterspiel der Dortmunder zum Rückstand führte, zugleich aber im Anschluss an das frühe Gegentor aus Sorge vor besagten Kontern nicht genügend Druck in der Offensive entstand. Trotz vorsichtiger Spielweise gab es weitere Dortmunder Chancen durch besagte Konter. Abgerundet wurde mein zunehmender Ärger durch einen Schiedsrichter, der bei Körperkontakt während des Kampfs um den Ball zunächst meist für den BVB pfiff. Was sich erst in der zweiten Halbzeit änderte.

Dass dann erst auch der MSV Duisburg besser spielte, hatte mit den Schiedsrichterpfiffen aber überhaupt nichts zu tun. Die Zebras wurden druckvoller und erarbeitete sich Chancen. Doch der Abschluss war gelinde gesagt katastrophal. Soll ich die „Schein-Chance“ auch in den Satzbaukasten packen? Der BVB brauchte nicht einmal Glück, um die jeweiligen Angriffe zu überstehen. Schüsse und Kopfbälle gingen am Tor vorbei oder konnten vom Dortmunder Torhüter problemlos aufgenommen werden. Flanken fanden kaum einmal den Weg in die gefährliche Zone des Strafraums. Sie flogen am Strafraum vorbei oder zu nah vor das Tor. So enttäuschte mich das zweite Tor der Dortmunder nicht einmal mehr groß. Meine Hoffnung auf den Ausgleich war ohnehin kaum mehr vorhanden, als Michael Ratajczak weit aus dem Tor kam, um den Ball ein letztes Mal nach vorne zu schlagen, und er nicht sicher genug im Dribbling war, um den ihn angreifenden Dortmunder Stürmer souverän auszuspielen. Er verlor den Ball. Die Niederlage stand fest.

Mit dem Zeitgeschenk des MSV Duisburg habe ich letztlich doch noch was Sinnvolles angefangen. Ich habe mein neulich aufgesetztes Schreiben an den Spielausschuss des DFB erweitert. Die bestmögliche Förderung des MSV Duisburg mit seinen besonderen Stärken und Schwächen muss  sehr viel komplexer angelegt werden, als es mit der einfachen Streichung der 2. Halbzeit möglich ist. Manchmal zeigt die Mannschaft  gerade in der 2. Halbzeit erst die ihr am Spieltag best mögliche Leistung.

Eine frei wählbare Halbzeit als mögliches Streichergebnis beim Gesamtspielstand wäre sicher eine pädagogisch sinnvolle Maßnahme die schon kurzfristig nachhaltige Leistungssteigerungen vom MSV ermöglichte. Die Mannschaft des MSV braucht wie wir alle eine best mögliche Förderung durch die individuell angepasste Leistungsanforderung bei gleichzeitiger sehr genauer Diagnose der tagesaktuellen Leistungsgrenzen. Dann wird alles gut. Eine Antwort vom Spielausschuss des DFB habe ich bislang noch nicht erhalten.

Spielberichte aus Dortmunder Perspektive mit identischer Wertung bei Gib mich die Kirsche und sehr ausführlich bei schwatzgelb, inklusive Dortmunder Stimmen zum Spiel und der Pressekonferenz im O-Ton, auf der Karsten Baumann auch mit mir  und den meisten von euch einer Meinung ist.

Mit einem Klick weiter zum DFB und den Toren vom Spieltag. BVB vs. MSV ab Minute – 2.37. Die Zeit des Clips wird beim DFB runtergezählt.

Rote Erde hat noch Platz für Fans aus Duisburg

2012-02-05 Dortmund (48)webWer vorgestern auf der Seite des MSV Duisburg die Informationen zum Auswärtsspiel gegen die U23 von Borussia Dortmund aufmerksam las und die Grundrechenarten im Zahlenraum bis 10.000 beherrscht, wusste, die Eintrittskarten für das Spiel werden kein Ebay-Give-Away zu horrend überteuerten Fußballwegwerfartikeln. 4200 Stehplatzkarten stehen für die Gäste zur Verfügung, dazu 700 Sitzplatzkarten. 2500 Karten waren erst verkauft. Das Stadion Rote Erde wird genügend Platz bieten für alle MSV-Fans, die das Spiel sehen wollen. Borussia Dortmund zeigt sich recht flexibel beim Einlass von uns Gästefans. Das Spiel der Bundesligamannschaft des Vereins in Hamburg hat die Lage vor Ort zusätzlich entspannt. Bis 16 Uhr sind heute noch Eintrittskarten in Duisburg erhältlich, und morgen öffnen die Kassen am Stadion Rote Erde zwei Stunden vor dem Spiel. Auch einer spontan entschlossenen Auswärtsfahrt steht nichts im Wege.

033_DO_Innenstadt-West_Rote_Erde_3webHeimspielatmosphäre für den MSV wird nun allerorten beschworen. Was der Dortmunder Trainer David Wagner laut Reviersport nutzt, um seinen Spielern mit der zu erwartenden ungewohnten Erfahrung grundsätzliche Lebenshaltungen nahe zu bringen. „Wir müssen uns auf eine Auswärtsspiel-Atmosphäre einstellen, der wir mit Offenheit begegnen müssen“, sagt Wagner und er hat recht. Wir Menschen brauchen Offenheit für das Neue, das Ungewohnte, weil es uns geistig frisch und lebendig hält. Nur wer dem Neuen aufgeschlossen gegenüber steht, wird sich in einer Welt des ständigen Wandels wohl fühlen und kann dann doch wieder heimisch werden.

Dieser so grundsätzliche pädagogische Ansatz von David Wagner gefällt mir, weil sich vielleicht Nebenwirkungen ergeben, die dem MSV Duisburg zugute kommen. Junge Menschen wie die Spieler vom BVB müssen für solche Lebenshaltungen erst das rechte Maß finden. 2012-02-05 Dortmund (45)webWenn die Spieler die gewünschte Offenheit zugleich auch bei Angriffsbemühungen des MSV Duisburg zeigten, könnte das den MSV-Stürmern das Tore schießen erleichtern. Gerade Haltungen und Einstellungen lassen sich nicht so bewusst steuern, wie es Trainer gerne hätten. Ich finde es deshalb gut, dass David Wagner die Offenheit für seine Mannschaft zum Thema gemacht hat.

Wer übrigens über schlechte Platzverhältnisse im Stadion Rote Erde spricht, der muss sich mal mit dem B-Jugendtrainer von Steinbrück 09 unterhalten. Der kennt in Lübeck Platzverhältnisse, die sind richtig schlecht. Und da wird auch gespielt.

Heimatlied – Sektion Duisburg – Folge 9: Micha und Peter

Wenn ich mich so kurz hintereinander zu zwei Folgen „Heimatlied – Sektion Duisburg“ entschließe, muss das einen besonderen Grund haben. Auch in dem Fall heißt es bei der Motivsuche, cherchez la femme. Nur die Frauen Duisburgs können so etwas bewirken. Es geht um ihren Ruf, um ihre Schönheit, die von der Elektronik-Pop-Band Freizeichen nicht wahrgenommen wurde.

Jemand aber, der von außerhalb kommt, sieht diese Schönheit sofort. Es war Frank Farian, der wenig über die Stadt selbst und dafür mehr über „Ein Mädchen aus Duisburg“ sang. „Sie war so schön“, hören wir sehnsuchtsvoll im Schlager von 1971 oder 72.  Von den als Interpreten geführten Micha & Peter singt einer ebenso wenig wie seinerzeit Boney M.s Bobby Farrell, während der andere anscheinend nur den Background-Sänger gibt. Frank Farian war nicht nur Produzent sondern auch der eigentliche Sänger des Liedes. Man könnte sagen, er versuchte, sich im Musikmarkt breit aufzustellen. Und weil wir Menschen mit vielschichtigen Persönlichkeiten unsere Schwierigkeiten haben, hat er andere Männer auf die Bühne geschickt, die seiner Stimme unterschiedliche Gesichter gaben. So erschafft man eindeutige Marken des populären Liedguts. Schlager-Exegeten haben die Entstehenszusammenhänge des Liedes gründlich recherchiert.

Von „Ein Mädchen aus Duisburg“ habe ich in der Zeit der Veröffentlichlung nichts mitbekommen, obwohl ich damals die ZDF-Hitparade mit Dieter Thomas Heck noch gesehen habe, sprich, der deutsche Schlager war mir nicht unbekannt. Offensichtlich blieb der Erfolg der Single bescheiden. Vielleicht mit ein Grund, warum sich Frank Farian auf die anderen Marken in seinem Portfolio konzentrierte. Duisburgs Frauen aber dürfen dank seiner Schaffenskraft sicher sein, ihre Schönheit wurde schon immer gesehen.

Hinweise auf weitere online zu findende Duisburg-Lieder nehme ich gern entgegen. Helft mit die Sammlung wachsen zu lassen.

Mit einem Klick weiter findet ihr Heimatlied – Sektion Duisburg – Alle Folgen

Heimatlied – Sektion Duisburg – Folge 8: Freizeichen

Zwischendurch ist mal wieder Zeit für eine Folge „Heimatlied – Sektion Duisburg“.  Freizeichen heißt die Band und Duisburg herrlich ihr 2007 erschienenes Stück. Die musikalische Heimat der Band ist die elektronische Musik. Duisburg herrlich feiert keineswegs die Stadt, der Titel kommt ironisch daher. In dem Stück scheint die Musik einen Flaneur an verschiedene Orte der Stadt zu treiben, Orte, an denen unser Flaneur nicht wirklich glücklich wird. Er klingt mehr nach Langeweile als nach Missfallen. Sein Gefühl der Ödnis lastet er der Stadt an.

Mit dem Stück zeigt sich einmal mehr das gespaltene Verhältnis der Duisburger zu ihrer Stadt, das auch Dat is Duisburg von Die Bandbreite bestimmte? Ich bin mir nicht sicher, gleichzeitig wirken manche Zeilen des Textes nämlich so karrikierend, fast schon surreal, dass man auch auf die Idee kommen könnte, so ernst meinen es die Musiker von Freizeichen gar nicht.

Als Zugabe gibt es in dem Clip ab Minute 4.50 noch „Eckstein“. Ob Freizeichen noch aktiv ist, kann ich nicht sagen. Im Netz ist in den letzten Monaten nichts Neues über die Combo zu finden. Die zu Beginn des Clips eingeblendete Netzadresse existiert nicht mehr. Den ersten Teil des Freizeichen-Specials bei Studio 47 findet ihr mit einem Klick weiter.

Wegen einer Textzeile von Duisburg herrlich bietet sich eine schnelle musikalische Antwort auf das Stück an. Morgen zeige ich euch, dass der femde Blick manchmal hilft, um dem zu begegnen, was Freizeichen in Duisburg vermissen. „Herrlich, herrlich, hier in Duisburg. Wahrlich nicht die Stadt der schönen Frauen“, singt der Frontmann der Band. Im Schlager aber wird das große Glück mit einem Mädchen aus Duisburg gefunden.

Hinweise auf weitere online zu findende Duisburg-Lieder nehme ich gern entgegen. Helft mit die Sammlung wachsen zu lassen.

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Prinz Gutti I. macht den Unterschied

Einmal Prinz zu sein, gehörte bislang weder in Duisburg noch in Köln zu meinen vorrangigen Lebenszielen.  Aber wer weiß, welche Zufälle mir noch begegnen? Deshalb habe ich mir nach dem Spiel des MSV Duisburg gegen Rot-Weiß Erfurt erstmal die Kontaktdaten von Prinz Gutti I. rausgesucht und gut beiseite gelegt. Jedem anderen mit Ambitionen zur Narrenregentschaft in Duisburg sei dasselbe empfohlen, um die Pflichtaufgabe des Stadionbesuchs beim Erfahrungsaustausch mit dem diesjährigen Prinzen gut vorzubereiten. Denn es war Prinz Gutti I., der den Fluch des Regentenbesuchs gebannt hat, mehr noch, er wurde zum Glücksbringer. Denn auch wenn der MSV Duisburg viel für den 3:2-Sieg gegen Rot-Weiß Erfurt getan hat, und  „unverdient“ in dem Fall keine Standardkommentar-Karriere machen wird, einiges Glück war dennoch unbedingt notwendige Zutat zur Leistung aller Spieler im Zebra-Trikot.

Eigentlich ging das Spiel des MSV Duisburg in den ersten zwanzig Minuten gut an. Trotz der erwarteten kompakten Erfurter Defensive ergaben sich für die Zebras Chancen. Vor allem fand das Spiel  fast auschließlich in der Gäste-Hälfte statt. Kevin Wolze schoss nach wenigen Sekunden Spielzeit knapp am Tor vorbei, Tanju Öztürk kam etwas später zum Kopfball und zielte dafür auch etwas weiter daneben. Der Mannschaft gelangen Kombinationen auf engem Raum rund um den Strafraum. Die Hoffnung auf weitere Torchancen hatte durchaus Berechtigung.

Doch bei der Spielvorbereitung muss sich das Trainerteam der Erfurter über eine entscheidende Schwachstelle im Spiel der Zebras intensiv Gedanken gemacht haben. Der MSV braucht bei ruhenden Bällen oft recht lange, um wieder spielbereit zu sein. Eine Mannschaft, die den Ausball schnell einwirft oder den Freistoß im Halbfeld ohne Zögern ausführt, kann sich einige mühselige Angriffsarbeit zur Raumöffnung sparen. Erfurt war die erste Mannschaft, die das konsequent ausnutzte. Die großen Erfurter Chancen der ersten Halbzeit sowie das Führungstor ergaben sich aus schnell ausgeführten Spielaktionen nach Schiedsrichterentscheidungen für die Gäste.

So machten sich die Zebras einmal mehr das Leben selbst schwer. Die Erfurter warteten in der 24. Minute einfach nicht mit dem Einwurf, bis sich alle beim MSV auf die kommende Defensivarbeit gedanklich eingestellt hatten. Der Weg zum Tor von Michael Ratajczak war frei, und schon trudelte der Ball nach einem Lupfer Richtung Torlinie. Kurz keimte Hoffnung auf, der zur Torlinie kommende Christian Eichner könne den Ball noch wegschlagen. Gleichzeitig gab es diesen heransprintende Erfurter Spieler. Hoffen und Bangen!  Die Zeit stand still, damit die ersehnte Rettungstat geschähe. Nur keinen Querschläger! Doch das Rettende blieb fern, Christian Eichner wartete. Worauf, war nicht zu erkennen. So rannte der Erfurter Patrick Göbel kurzerhand mitsamt dem Ball ins Tor am wartenden Eichner vorbei. Ein Schock, der die Zebras völlig aus der Fassung brachte. Es dauerte Minuten, ehe sich die Spieler wieder stabilisierten. Zu unserer großen Erleichterung gelang es den Erfurtern in dieser Zeit nicht, ein weiteres Tor nachzulegen. Zwar entfalteten sie weiterhin Druck, doch dauerhaft präzise im Abschluss waren die Gäste dann doch nicht.

Nachdem im Spiel des MSV zumindest wieder Ansätze von Ordnung zu sehen waren, gelangen auch wieder vereinzelte Angriffsaktionen. Einer dieser Angriffe endete in der 36. Minute mit einem Freistoß zentral vor dem Tor in aussichtsreicher Entfernung. Branimir Bajic lief an und schoss, wie man besser nicht schießen kann, zum Ausgleich ins Tor. Zwingend war ein Tor für den MSV in dieser Spielphase nicht.  Was natürlich niemanden bei uns davon abhielt, darauf zu hoffen, die Sicherheit der ersten Spielminuten könnte zurückkehren. Zunächst musste Michael Ratajczak aber mit einem grandiosen Reflex den erneuten Rückstand verhindern, dann erst entfaltete sich nach der Halbzeitpause eine Ahnung vom möglichen Sieg, ohne dass die Zebras noch einmal so spielbestimmend wie zu Beginn werden konnten.

Mit dem Doppelwechsel, Gerrit Wegkamp und Athanasios Tsourakis für Patrick Zoundi und Deniz Aycicek, wurde die Offensivkraft verstärkt und zugleich das Risiko in der Defensive erhöht. Deniz Aycicek hatte bis dahin solide gespielt, etwas unauffälliger als gegen Leipzig, Patrick Zoundi war gut gewesen, hatte sich viele Bälle erlaufen und oft für Unruhe in der Erfurter Defensive gesorgt.  Viel Spielzeit wurde ohnehin nicht im Mittelfeld verbracht. Dort ging es auf beiden Seiten fast das ganze Spiel mit steilen Pässen schnell vorne. Die Alternative dazu waren halbhohe Bälle steil nach vorne. Gerrit Wegkamp versprach mehr Wucht vor dem Tor. Der Mann gefällt mir. Schnörkellos spielend weiß er jederzeit, wie es Richtung gegnerisches Tor geht. In der Nähe des Strafraums zieht ihn das Tor magnetisch an, ohne dass er den Blick für die Mitspieler verliert. So eine Dynamik bei gleichzeitigem Torinstinkt sowie Auge für die Mitspieler hat es beim MSV lange nicht mehr gegeben.

Spielentscheidend war dann der große Auftritt von Prinz Gutti I. von der 66. bis 67. Minute. Er machte unmissverständlich klar, statt des Niederlagenfluchs hatte er Siegesglück mitgebracht. Defensive und Offensive verstärkte sein mitgebrachtes Glück gleichermaßen. Zunächst lenkte es einen freien Schuss der Erfurter nach großem Strafraumdurcheinander an die Latte. Anschließend machte es sich sofort in der Offensive nach einem Freistoß nützlich. Der hoch herein geschlagene Ball tropfte vom Körper eines stehenden Erfurters zum Führungstreffer ins Tor. Verständlich, dass kein MSV-Spieler nach der langen Prinzenbesuchniederlagenserie an so ein Prinzenglück glauben konnte und stattdessen allesamt Kingsley Onuegbu zum Tor gratulieren wollten.

Gefährlich wurde es danach für den MSV Duisburg erstmal nicht. Im Gegenteil, Prinz Gutti I. wollte die Nerven der MSV-Fans beruhigen. Weil Athanasios Tsourakis mit einem seiner Haken-Dribblings sowie dem passablem anschließenden Schuss gute Vorarbeit leistete, brauchte er dieses Mal nur ein Quentchen Glück hinzufügen und schon hob sich das Bein eines Erfurter Abwehrspielers in die Schußbahn, um den Ball für den Torwart unerreichbar abzulenken. 3:1!

Wir gebrannten Duisburger Kinder wussten, so eine Zwei-Tore-Führung verspielen Zebras gerne auch mal kurz vor Abpfiff. Zwar kamen die Erfurter kaum mehr zu kontinuierlichen Angriffen, dennoch überraschte deshalb das zweite Tor der Gäste nach einem Freistoß in der Nachspielzeit wenig. Das kennen wir, so lieben wir unseren MSV Duisburg. Und wenn wir ehrlich sind, schützt so ein spätes Gegentor vor drohender Samstagnachmittagslangweile ohne die Gefahr einer grundsätzlich verdorbenen Laune. Zumal Markus Bollmann anschließend ein breites Repertoire als Eckenherausspieler zeigte. Er nutzte sowohl das gefühlvolle Anspielen der Beine des Gegners als auch den an brachiale Befreiungsschläge erinnernden Schuss aus ein bis zwei Meter Entfernung, der dennoch den Erfurter Spieler berührte, ohne ihn schwerer zu verletzen. Das reichte für den Zeitvertreib bis zum Schlusspfiff.

Gestern Morgen war ich dann übrigens fast versucht, auf der Drittliga-Seite vom Kicker den „Tabellenrechner“ im Menü auch endlich anzuklicken, nachdem ich mehr unbewusst als gezielt meinen Cursor immer mal über den Menüpunkt habe kreisen lassen. Letztlich war mir das dann ein Spieltag zu früh. Das Ergebnis gegen Dortmund wird entscheiden, ob ich uns wie in der Saison 2011/2012 durch meine gar nicht mal allzu optimistische Prognosekraft etwas früher schon zu einem guten Ende der Saison verhelfe.

Bleibt noch die Pressekonferenz sowie die Stimmen von Athanasios Tsourakis, Matthias Kühne und Michael Ratajczak.

Der Spielbericht beim MDR, in dem die Reporter-Sympathie für Rot-Weiß Erfurt die Wertung des Spiels leicht einfärbt.

Ach, brächt`ich nur nun jedes Mal den Zebras Glück im Karneval

Fast schon auf dem Weg nach Duisburg muss ich noch ein wenig Voodo treiben, weil wir doch alle wissen, wen wir heute im Stadion sehen werden und was uns deshalb droht. Es ist nicht die Person, es ist die Funktion. Wann hat es den letzten Sieg gegeben, wenn der Duisburger Karnevalsprinz im Stadion ist. Wir müssen alle Register der Fluchabwehr ziehen. Deshalb schlage ich jedem Duisburger Karnevalsprinzen  vor, dass er ab heute auf seinem Weg zum Stadion sich auf einen Karnevalsklassiker von Fritz Weber mit leicht verändertem Text im Refrain besinnt. Gerne auch immer wieder singend. Meinetwegen auch im Stadion. Ich singe mit. Was keine Drohung ist.

Ab nun heißt´s Glück auf jeden Fall,
komm ich als Prinz im Karneval.
Dann werden Zebras siegreich sein
und Duisburg wird sich ganz doll freu´`n
Das wird ganz wunder, wunderschön,
das wird ganz wunder, wunderschön
Das ist so schön und wird wahr sein.

Seht mir den unreinen Reim nach und beginnt zu üben. Die Strophen vernachlässigen wir erstmal. Nächstes Jahr müssen wir ja auch noch was vorhaben.

Wer schon mal üben möchte.

Sind auch im Fußball Männer manchmal Herren und die Frauen Damen?

Die ganz großen Zeiten einschlägiger Beweise für die unaufhebbar vorformende Kraft der Sprache auf das Denken sind ja vorbei. So viele Wörter für Schnee haben die Eskimos dann doch nicht und schon gar nicht war aus der behaupteten Schneewortzahl  á la Sapir-Whorf  ein Schluss über Möglichkeiten der Welterfahrung zu ziehen. Auch wir im schneeunsicheren Duisburg aufgewachsene Mitteleuropäer können bei genauem Hinsehen unterschiedliche Zustände von Schnee erkennen, und nichts hindert uns daran, diese Zustände mit je eigenen Wörtern zu benennen.

Wie ja auch bei weniger genauem Hinsehen schon die Unterschiede zwischen den Geschlechtern zu erkennen sind. Was seit jeher zu eigenen Wörtern für die beiden vorherrschenden Varianten führte, entsprechend gibt es für den Ballsport unseres Interesses Männerfußball und Frauenfußball. Pressekonferenzen vom MSV Duisburg führen übrigens zu solchen Überlegungen. Seitdem ich den gemeinsamen Auftritt von MSV-Torhüter Michael Ratajczak und MSV-TorhüterinStürmerin Sofia Nati gesehen habe, ist mir der kommende Spieltag etwas aus dem Blick geraten. Mir geht nämlich die Frage nicht mehr aus dem Kopf, wie oft im Fußball auch von „Herren“-Mannschaften die Rede ist und entsprechend von „Damen“-Mannschaften.  Ich habe keine Lust das zu recherchieren. Klärt mich auf. Karsten Baumann kam das „Damen“ auf der Pressekonferenz ganz selbstverständlich über die Lippen.

Das geht mir als Basketballer mit der Herren- und Damen-Begrifflichkeit genauso.  Sollten soziale Hintergründe des Sports bei der Verwendung von einst feiner klingenden Geschlechterbezeichnungen eine Rolle spielen? Bundesligabasketball wird heute noch von Damen gespielt. Die Herren aber sind dem Bundesligabasketball durch den Sponsornamen abhanden gekommen, ganz davon abgesehen, dass der „Männer“-Basketball dem der Herren große Konkurrenz macht. Wie ist das also nun im Fußball? Stimmt mein Eindruck, dass hier fast nur Frauen und Männer Sport treiben?

Als der MSV Duisburg zur Pressekonferenz lud, ging es jedenfalls erst einmal um Frauen und Männer. Die einen spielen in der Bundesliga das erste Punktespiel im Zebratrikot und zwar gegen Bayer Leverkusen, die anderen spielen gegen Rot-Weiß Erfurt in Liga 3. Überraschendes gibt es nach dem Termin nicht zu erzählen. Die Gegner werden ernst genommen. Frauenfußball wird von Männern ernst genommen. Frauen finden Zebratrikots gut. Siege sind das Ziel. Kleinigkeiten entscheiden das Spiel der Männer.

Für den Rückrundenauftakt der Frauenmannschaft war die gemeinsame Pressekonferenz eine gute Idee, als dauerhafte Lösung scheint mir diese Art von Synergieeffekt allerdings nicht geeignet. Wenn vier Personen auf dem Podium sitzen, ist zu viel gleichzeitig abzuhandeln, selbst wenn es keine wesentlichen Informationen zu erzählen gibt. Vielleicht würde dieses Bemühen um Wertschätzung der Frauen durch die Männer sich irgendwann legen, dennoch scheint mir das Ungleichgewicht des Zuschauerinteresses zu groß, als dass die gemeinsame Pressekonferenz dauerhaft gut funktioniert. Dieses Ungleichgewicht führt zu Subtexten, die so eine Pressekonferenz für die Sprechenden kompliziert machen. Man musste nicht sonderlich feinfühlig sein, um mitzubekommen, dass Karsten Baumann sein Berufsziel nach der aktiven Karriere mit dem Athletiktrainer der U19-Nationalmannschaft der Fußball-Damen (!) noch nicht erreicht sah und froh war, einen Job bei den Männern annehmen zu dürfen. Das ist bunt, da blitzt das Männer-Frauen-Thema auf, und wahrscheinlich gefällt das nicht wenigen. Mir wären Sätze über das kommende Spiel aber schon genug.

Wer sich selbst ein Bild machen möchte:

Standortbestimmung „Zwischenziel erreicht“ – Lesehinweis RP

Man muss das Rad nicht neu erfinden. Wer sich über Rahmenbedingungen, Für und Wider sowie das Risiko bei der geplanten Übernahme der Mehrheitsanteile an der Stadionbetreibergesellschaft durch die Stadt Duisburg informieren will ist bei der Rheinischen Post gut aufgehoben. Hermann Kewitz stellt Rahmenbedingungen dar, setzt sie in Verhältnis zum notwendigen sportlichen Erfolg des MSV Duisburg und macht nachvollziehbar, warum sich die Stadtverantwortlichen auf das Risiko Mehrheitseigner des Stadion zu werden einlassen. In einem etwas besorgterem Ton stellt hch die Informationen zur Entwicklung  in einem Frage-und-Antwort-Artikel zusammen. Er Sie klingt wesentlich reservierter und sieht noch viele offene Fragen.

Doch alles hängt mit allem zusammen. Deshalb ist die Verkündung, das Zwischenziel sei erreicht, so wertvoll. Ohne Schuldenschnitt allerdings folgt dem „Zwischen“ kein Ankommen am eigentlichen Ziel. Gleichzeitig begünstigt aber gerade die Klärung, wie die Stadionprojektgesellschaft in Zukunft zusammengesetzt sein soll, das Zustandekommen dieses Schuldenschnitts.

Zudem müsse die Finanzierung der laufenden und kommenden Saison gesichert nachgewiesen werden. Das erwähnt hch in seinem ihrem Text als eine weitere Bedingung für die Abwicklung des Stadionvorhabens. Das ist allerdings nicht mehr als eine Selbstverständlichkeit. Nichts anderes verlangt der DFB bei Einreichung der Lizenzunterlagen. Außerdem hieß es die ganze Zeit, die Liquidität für die laufende Saison sei gesichert. Die Finanzierung der kommenden Saison hing aber vor allem an der Klärung der Stadionfrage und der damit verbundenen Festlegung der Miethöhe. Wir sehen, alles hängt mit allem zusammen, und in welcher Richtung was wovon abhängt, wird auch bestimmt durch die Risikoeinschätzung und durch die Verhandlungsposition der beteiligten Interessenvertreter.


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