Schlechte Presse auch schon ohne endgültiges Urteil – Causa Kentsch

Es gibt Tage, da nervt das Leben mit seiner fortlaufenden Geschichte einfach nur. Immer wieder hängt einem die Vergangenheit an.  An solchen Tagen sagen manche Menschen abends plötzlich, ich geh‘ noch mal eben zum Kiosk. Um was heutzutage eigentlich zu kaufen? Zigaretten werden es nicht sein. Wer so ein Zeug kauft, ist zu allem fähig. Da könnte so ein Mensch, der aus seinem alten Leben einfach abhauen will, auch gleich sagen: Weißt du was, ich will diesen ganzen Mist nicht mehr. Es ist nichts Persönliches. Nur all dieser alte Kram, der irgendwo immer wieder auftaucht. Schluss! Aus! Damit! Ich muss jemand anderer werden.

Als neuer Mensch hätte man nach einiger Zeit zwar wahrscheinlich wieder ähnliche Probleme an den Hacken, aber die Namen aller beteiligten Personen wären wenigstens andere. Wenn man etwa von Duisburg aus nicht gerade nach Bielefeld abhaute, spielte Roland Kentsch in diesem neuen Leben keine Rolle mehr. Dann interessierte einen seine Routine mit dem Einklagen von Geschäftsführergehältern überhaupt nicht. Dann müsste niemand beim MSV Duisburg bedauert oder kritisiert werden, dass fristlose Kündigungen zumindest im Urkundenverfahren keinen Bestand haben. Man bräuchte nicht den Trost, dass Roland Kentsch vermutlich auf jeden Fall geklagt hätte. Und man müsste nicht überlegen, ob man das Verfahren vollends verloren gibt.  Überschriften und Kommentare zum Prozess verursachten keine schlechte Laune.

Allen, die trotz der schlechten Laune nicht zum Kiosk gehen, sei nun zur Bewertung des Prozesses im MSVPortal die Diskussion zum Thema empfohlen. Vor allem der User Organic beleuchtet hier verständlich und ausführlich den Verfahrenshintergrund, Fehler und Chancen vom MSV und die mögliche Entwicklung im Nachverfahren, das der MSV Duisburg wie geplant anstrengen wird. Die Diskussion ist deshalb so aufschlussreich, weil Organic mehr die  Verteidigungslinie des MSV im Blick hat und Ballaballa etwa sowie zwei, drei andere User eher die Klagevoraussetzungen von Kentsch. Vor dem Prozess hatte Organic speziell Bedeutung und Konsequenz des Urkundenverfahrens erklärt, bei dem keine Zeugen gehört werden, sondern nur Dokumente als Beweismittel zugelassen sind.

Endgültig entschieden ist noch nichts, selbst wenn demnächst das Urteil in diesem Urkundenverfahren gesprochen wird. Doch irritieren widersprüchliche Aussagen auf Seiten des MSV Duisburg. Einerseits heißt es im Kommentar der Rheinischen Post, Udo Kirmse habe nicht gewusst, dass die Kündigung vor Gericht keinen Bestand haben werde. Andererseits heißt es im Berichtsteil, der Anwalt Peter Falk sei von den Aussagen der Richterin nicht überrascht gewesen. Er setze auf das Nachverfahren. Ist das nun einfach ein Problem der Kommunikation mit der Öffentlichkeit, oder zeigt sich darin schon der Ausgang des Verfahrens? Wenn beides zusammen an einem Tag geäußert wurde, sieht es so aus, als ob Udo Kirmse und der Anwalt des MSV sich nicht abstimmen. Was steht dahinter? Vielleicht ein Missverständnis? Vielleicht noch immer Naivität im Umgang mit der Öffentlichkeit? So vieles muss beim MSV Duisburg noch erledigt werden. So vieles, wobei Missverständnisse und öffentliche Meinung eine Rolle spielen. Ich mache mir Sorgen. Nur Erklärungen von Seiten der Verantwortlichen können diese Sorgen lindern. Zum Kiosk gehen, das bleibt nämlich für mich vollkommen uninteressant.

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