MSV-Sieg auch ohne Glück möglich

Chronistenpflicht. So lautet heute das Motto, wenn ich mich noch einmal dem Auswärtsspiel des MSV Duisburg beim 1. FC Saarbrücken zuwende. So viel gibt es nämlich über den MSV Duisburg nach diesem Wochenende zu schreiben. Der Schuldenschnitt ist zu feiern, die Premiere des wunderbaren Dokumentarfilms über die „Meidericher Vizemeister“ stand an und dennoch darf das Spiel in diesen Räumen hier nicht fehlen, sonst zieht schon in ein paar Jahren jemand den Zebrastreifenblog als Beleg dafür heran, dieses Spiel habe nicht stattgefunden. Sonst gäbe es über jedes Spiel wenigstens ein paar Worte, nur über dieses nicht. Alle Spielberichte in anderen Medien müssten demzufolge erfunden sein. So macht sich mancher mit Hilfe vom Netz die Wirklichkeit, und schon klebt am DFB der Zukunft jene Verschwörungstheorie, in der der 1. FC Saarbrücken in der Saison 2013/14 im Kampf gegen den Abstieg maßgeblich benachteiligt wurde.

Beim FCSBlog 2.0 sieht Carsten Pilger hingegen momentan noch den 1. FC Saarbrücken selbst in der Verantwortung. Er zeigt sich enttäuscht vom „Angsthasenfuatsball“ der Mannschaft. Eine harmlose Duisburger Mannschaft hatte er gesehen, und nicht ganz klar wird, ob er damit nur das Spiel in der zweiten Halbzeit meint. Schließlich vermerkt auch er die Chancen der Zebras in der ersten Hälfte, die der 1:0-Führung durch das Tor von Michael Gardawski vorangingen. Den freien Weg aufs Tor hatte ihm Pierre De Wit mit einem steilen feinen Pass in den Lauf eröffnet. Harmlos konnte Carsten Pilger den MSV Duisburg nur deshalb nennen, weil er nicht die Spiele vom MSV gegen Holstein Kiel und die Durststrecke gegen den SV Elversberg gesehen hat. Wir kennen uns besser aus, und ich denke, die meisten von uns waren grundsätzlich zufrieden mit der Spielweise des Vereins unserer Zuneigung.

Zumindest war ich das ab der zehnten Minute ungefähr, als mein Bildschirm nicht mehr nur schwarz war und der Stream endlich ins Laufen kam. Ich habe also die zwei großen Chancen der Saarbrücker in den Anfangsminuten verpasst, von denen der Kommentator des Streams noch bedauernd schwärmte.  Von meinem Anfang an sah ich eine Duisburger Mannschaft, der die Saarbrücker das Spiel überließ und die dieses Mal die Verantwortung für die Spielgestaltung in solider Weise übernahm. Die Mannschaft kombinierte auf engem Raum, um die Chance auf den öffnenden Pass zu suchen. Die Spieler bewegten sich viel, waren präsent und wollten jederzeit ein weiteres Tor. Sicherheit konnten die Zebras auch entwickeln, weil den Saarbrückern selbst nach Balleroberung in für den MSV gefährlichen Zonen des Spielfelds offensiv kaum etwas gelang. Auf die fehlerhafte Ballverarbeitung der Saarbrücker durfte die Mannschaft des MSV Duisburg zählen. Zwei, drei Abspielfehler in der Defensive hätten wirklich gefährlich werden können, doch den Saarbrücker Spielern versprang der Ball oder sie legten ihn sich zu weit vor.

In der zweiten Halbzeit hielten sowohl MSV als auch der 1. FC Saarbrücken ihr jeweiliges spielerische Niveau, und Sorgen machte ich mir nur vor einem immer möglichen glücklichen Tor des Gegners. Dem MSV half dagegen ein  Schiedsrichterpfiff. So ein Handspiel im Strafraum wie das des Saarbrückers Taku Ishihara wird zuweilen gepfiffen und dann wieder auch nicht. Branimir Bajic verwandelte den Elfmeter sicher. Das Spiel war entschieden. Der Sieg fügte der Nachricht vom erfolgreichen Schuldenschnitt  das entsprechende sportliche Resultat zur weiteren Stimmungsaufhellung bei. Allerdings wird auch der dritte Erfolg in dieser Woche keinen Baumann-Kritiker grundsätzlich in seiner Meinung beirren. Dazu müsste die Mannschaft im nächsten Heimspiel nachlegen – mit einer Spielweise, die Anhänger des Gegners harmlos nennen und die wir im Wissen über den Saisonverlauf überaus wertschätzen können.

 

 

 

Die Pressekonferenz nach dem Spiel sowie die O-Töne von Pierre De Wit und Michael Ratajczak.

 

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