Archiv für Mai 2014

Halbzeitpausengespräch: Die 5. offene Lesebühne von DU schreib(s)t – Junge Autoren gesucht

Bühne frei für junge Autoren. So heißt es am 4. Juni wieder in der Bezirksbibliothek Hamborn um 16.30 Uhr. Einmal im Halbjahr bietet „Du schreib(s)t“, das Duisburger Netzwerk für literarisches Schreiben von Jugendlichen, im Norden Duisburgs eine offene Lesebühne, damit junge Autoren sich dem Publikum präsentieren können.

DU schreib(s)t – 5. offene Lesebühne
Junge Duisburger lesen aus ihren Texten
Ort: Bezirksbibliothek Hamborn, Schreckerstr. 10
Zeit: 4. Juni 2014 um 16.30 bis ca. 18.00 Uhr

Bei Lampenfieber stehe ich als Moderator des Nachmittags den Jugendlichen zur Seite. Was gelesen wird, bestimmen die jungen Autoren selbst. Das können sowohl Rap als auch Liedtexte sein oder nur ein Gedicht. Es kann eine Kurzgeschichte sein oder der Ausschnitt einer längeren Erzählung. Von der Teilnehmerzahl hängt ab, wie viel Auftrittszeit ein Autor auf der Bühne bekommt.

Wer sich für den Nachmittag am 4. Juni  anmelden möchte, schreibt eine E-Mail an r.koss[at]lemonhaus.de oder ruft im Jugendzentrum Zitrone unter 0203-479 48 88 an.

DU schreib(s)t – Eine Initiative von Lemonhaus e.V.
in Kooperation mit
Jugendzentrum Zitrone, Jungs e.V., jugendstil – kinder- und jugendliteraturzentrum nrw, Bezirksbibliothek Hamborn, Förderschule Kopernikusstraße, August-Thyssen-Realschule, Gesamtschule Emschertal, Elly-Heuss-Knapp-Gymnasium, Gesamtschule Meiderich, Max-Planck-Gymnasium, PSAG – Psychosoziale Arbeitsgemeinschaft Duisburg

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Keine Pressekonferenz ist eine Nachricht

Viele Unklarheiten gibt es heute nicht. Wir hoffen auf eine dürre Meldung aus der MSV-Geschäftsstelle, dass sämtliche Unterlagen zum DFB gesendet sind. Laut MSV-Geschäftsführer Bernd Maas wird diese Nachricht auf keiner Pressekonferenz erläutert – was in der Rheinischen Post zu lesen ist.  Jede einberufene Pressekonferenz würde also bedeuten, das fehlende Geld fehlt noch immer. Aber kontinuierlich war die benötigte Summe gesunken. Gestern war von noch fehlenden 800.000 Euro zu lesen. Dennoch waren die Verantwortlichen weiterhin vorsichtig optimistisch. Wer bei solch einer Summe diese Haltung zeigt, wird Pläne gehabt haben und die richtigen Leute fragen können. Anders ist das Einsammeln einer solchen Summe Geld innerhalb von 36 Stunden nicht machbar.

Das wiederum stimmt mich zuversichtlich, wenn ich an die Zukunft des MSV Duisburg denke. Denn in all den über die letzten Wochen hin sichtbar gewordenen Details der Arbeit beim MSV wird eines auf jeden Fall deutlich: Diese Arbeit der Verantwortlichen wirkt auf eine Weise zielgerichtet, wie es in den letzten Jahren nicht mehr merkbar war. Momentan wird aus einem von den äußeren Anforderungen getriebener MSV Duisburg ein Verein, der in den Grenzen seiner Möglichkeiten versucht, das eigene Handeln und Wirtschaften selbst zu bestimmen. Noch bleibt die Abhängigkeit von der Entscheidung des DFB. Noch!

In Zeiten solcher Ungewissheiten hilft nur Aushalten und anschließend mit den Tatsachen, so gut es geht, umgehen. Das Aushalten gelingt vielleicht besser mit der Besinnung auf eine Liedtradition dieser Region. Denn gerade heute bin ich einmal mehr der Ansicht, eigentlich haben die Schalker kein Vereinsliedsrecht auf das Steigerlied. Eigentlich müsste das Steigerlied zum Standardrepertoire von jedem Pott-Verein gehören, gab es in Gelsenkirchen doch keinen anderen Bergbau als in Duisburg, Dortmund, Bochum, Oberhausen oder Herne. Schließlich ist das „Glück auf“ des Grußes im Lied nichts anderes als die gesungene Hoffnung eines jeden im Pott wohlbehalten und heil wieder heimzukommen. Was wir an diesem Tag im übertragenen Sinn natürlich auch vom MSV Duisburg hoffen, dessen Schicksal sich nun zwar nicht unter Tage entscheidet sondern in der DFB-Zentrale in Frankfurt. In dem Sinne mit einem „Glück auf“ die Papiere auf den Weg geschickt.

Und wer es ein wenig rockiger möchte: Die Lokalmatadore – trotz sehr eingeschränktem Blick auf die wahre Bedeutung des Lieds –  im Kölner Underground vor vielen textsicheren Exil-Ruhris.

Wieder Zeit für Dokumentation: Der 23. Mai im Bewegtbild

Schon seit dem letzten Wochenende ist deutlich, wie im letzten Jahr wollen die Anhänger des MSV Duisburg vor der Entscheidung des DFB über die Erteilung der Lizenz „Streifen zeigen“. Zunächst war es der Aufruf, schon jetzt die Dauerkarte für die kommende Saison zumindest vorzubestellen, dann wurde weiter überlegt und gehandelt. Zebrakids e.V. ersteht Generationdauerkarten für bedürftige Kinder, indem auf allen Plattformen um zusätzliche Spenden geworben wird. Über das MSVPortal verspricht  User Plato eine Dauerkarte für die nächste Saison einem Fan zu spenden, der sich den Stadionbesuch nicht leisten kann, und er findet Nachahmer. Schließlich wird  vom User Old School die öffentlichkeitswirksame Aktion initiiert, „Fanshop leer kaufen“. Schnell wird die Ankündigung durch die lokale Presse aufgegriffen. Wie die Bewegtbilder unten zeigen war die Aktion ein Erfolg.

Nicht zuletzt bietet diese nun wieder sichtbare Einheit um den MSV Duisburg zögernden Sponsoren Entscheidungshilfen. Um es im PR- und Wirtschaftssprech zu sagen: Die „story“ stimmt. Unternehmen können dabei sein, wenn etwas Gutes bewirkt wird. Sie können Menschen dabei unterstützen mittels des Fußballs sich in sozialen Fragen zu engagieren, sich mit einem Gemeinwesen identisch zu fühlen. Denn auf die Stadt Duisburg färben diese Aktionen wieder ab. Der Geschäftsführer des MSV Duisburg, Peter Mohnhaupt, bekommt immer bessere Argumente an die Hand. Hoffen wir, dass diese Argumente reichen und seht selbst, was gestern vor dem Stadion passiert ist.

Ein kurzer Eindruck mit einem Clip vom Lokal- TV Studio 47

Andre S. erzählt eine längere Geschichte, in denen Ansprachen an Fans nicht fehlen.

Gino Lettieri kennenlernen

Nun ist er also doch der neue Trainer des MSV Duisburg geworden: Gino Lettieri. Nur wenige Fußballinteressierte in Duisburg interessierten sich für ihn vor der ersten Meldung zu seiner Verpflichtung, Anfang Mai. Ivo Grlic gehörte zwangsläufig dazu. Doch wer auch immer sonst noch zu ihm eine begründete Meinung hat, ich habe sie noch nicht gehört oder gelesen. Für die meisten Anhänger des MSV, wie auch für mich, ist er ein unbeschriebenes Blatt. Eckdaten zu seiner Person lese ich zwar bei Wikipedia, doch eigentlich müssen wir uns erst richtig kennenlernen, Gino Lettieri und ich.

In den ersten Artikeln zu seiner Verpflichtung, wie etwa bei WAZ/NRZ, lese ich die Erzählungen, wie es zur Verpflichtung kam, begleitet von Worten Gino Lettieris, die eine Art kurze Regierungserklärung sind. „Intensive Maloche“ möchte er mit „taktischer Disziplin“  und „Spaß am Beruf“ verbinden. Geschickt richtet er sich also an Spieler und Zuschauer gleichermaßen, wenn auch mit gängigen Absichten. Der Vorsatz hart zu arbeiten und das auch während des Spiels sichtbar werden lassen, das gefällt nicht nur auf den Rängen in Duisburg. Wahrscheinlich ist ihm aber nicht bewusst, dass die „taktische Disziplin“  auf den Rängen in Duisburg nur geschätzt wird, wenn Erwartungen erfüllt werden. Hoffen wir das Beste. Alles andere ist beim Kennenlernen nicht gefragt.

Interessant ist in so einem Moment ja der Blick auf eine der längeren Beziehungen desjenigen, der uns neu begegnet. In dem Fall müsssen wir uns den SV Wehen-Wiesbaden ansehen und die Höhen und Tiefen, durch die Gino Lettieri mit dem Verein gegangen ist. Dort wurde er im Laufe der Saison 2009/2010 verpflichtet, um den drohenden Abstieg zu verhindern. In der folgenden Saison führte er die Mannschaft in die obere Tabellenregion. Letztlich erreichte der SV Wehen-Wiesbaden den 4. Tabellenplatz, was zum Signal für die dritte Saison wurde. Das Ziel hieß Aufstieg, was Gino Lettieri nun ja auch in Duisburg als Vorgabe erhält.

Viele O-Töne von Gino Lettieri habe ich im Netz bislang nicht gefunden. Was zu sehen ist, wirkt dennoch aufschlussreich. In einer Pressekonferenz aus der zweiten Saison von Gino Lettieri beim SV Wehen-Wiesbaden wird mit der Standardkommentierung des Fußballspiels weniger das Fußballwissen von Gino Lettieri erkennbar. Dafür erhalten wir einen sehr klaren Blick auf einen Teil seiner Persönlichkeit. Ab Minute 9.44 wird sichtbar, Gino Lettieri nimmt die Dinge in die Hand, wenn ihm etwas auf der Seele brennt. Eigentlich hatte er alle Fragen beantwortet, das Mikro war schon fast wieder in der Hand des PK-Moderators, als Gino Lettieri noch etwas einfällt. Ihm geht es dann um die Situation der Fußballvereine in dieser Region Bayerns, die seiner Meinung nach zu wenig Unterstützung vor Ort erhalten. Zu erleben ist ein Mann direkter Worte, klar in der Meinung und kantig in der Argumentation. Das Klima wurde etwas rauer.

Dieser Eindruck verstärkt sich mit der Pressekonferenz nach dem Spiel vom SV Wehen-Wiesbaden beim SV Babelsberg 03 am 3. Dezember 2011, das 3:2 verloren ging. Wiederum erweist er sich als Mann direkter Worte, die hart wirken und mit denen er Fehler seiner Spieler klar benennt.

Die Pressekonferenz gehört in jene Saison, in der für den SV Wehen-Wiesbaden das Ziel der Aufstieg war. Schon nach wenigen Spieltagen wurde dieses Ziel im Blog, das vornehmlich dem SV Wehen-Wiesbaden gilt, dem überaus lesenwerten  Stehblog, als fraglich angesehen. Im weiteren Verlauf ging es dann eher darum, den Abstand zu den Abstiegsrängen groß genug zu halten. Wenn Vorgaben nicht eingehalten werden, folgt erst die Krise und schließlich die Entlassung. Wie das durchlebt und durchlitten wurde, lässt sich wiederum im Stehblog mit jedem Beitrag zurück ins Archiv nachlesen. Zufrieden klingt anders, und manche dieser urteilenden Worte über Gino Lettieris Kommentare zur Spielweise des SV Wehen-Wiesbaden erinnern mich sehr an ähnliche Kommentare, die ich die letzte Saison über Karsten Baumann lesen konnte. Deutlich wird in diesen zuletzt sehr kritischen Texten Gino Letterie gegenüber aber noch einmal, dieser Trainer gehört zu den kantigen Typen, die polarisieren.

Hoffen wir darauf, dass der SV Wehen-Wiesbaden nur die Generalprobe einer Aufstiegsmission für Gino Lettieri gewesen ist. Und wenn die so richtig schief geht, so wissen wir, wird die Premiere auf besonders begeisternde Weise gelingen. Auf geht´s zur Premierensaison 2014/2015! Über das Geld als Voraussetzung von allem Gelingen will ich heute hier nicht sprechen.

 

 

 

Mehr als einen Fußballverein verlieren, wenn …

Derweil die Verantwortlichen des MSV Duisburg gerade noch beim Geldzusammenkratzen sind, habe ich wieder was zum Thema. Vor dem Pokalfinale am Samstag sprach die Süddeutsche Zeitung mit BVB-Peer Steinbrück, just in jener Zeit NRW-Ministerpräsident als Borussia Dortmund 2005 in HSV-Abstiegsvermeidungsmanier an der Insolvenz vorbeischrappte.  Seit 2010 sitzt er im Aufsichtsrat des Vereins. Kurz kam das Gespräch darauf, wie der in Hamburg aufgewachsene Steinbrück sein Herz für den BVB entdeckte.

Wie kamen Sie zum BVB?

Es gab eine Zeit, in den Jahren 2003 und 2004, als Dortmund ziemlich danieder war und fast in die Illiquidität zu gehen drohte. Da habe ich auf Bitten der neuen Vereinsführung um Reinhard Rauball und Hans-Joachim Watzke versucht, im Rahmen meiner Möglichkeiten behilflich zu sein. Weil mir klar war, dass der BVB im östlichen Ruhrgebiet Identiät stiftete. Wenn angesichts eines schmerzhaften Strukturwandels auch noch der BVB den Bach runtergegangen wäre, hätten die Menschen mehr als einen Fußballverein verloren.

Süddeutsche Zeitung, Samstag/Sonntag 17./18. Mai 2014

Vor dem Sommer letzten Jahres hätte ich eine ähnliche Aussage über das westliche Ruhrgebiet und Teilen des Niederrheins niemals so deutlich ausgesprochen, wenn ich über den MSV Duisburg nachgedacht hätte. Seitdem hat sich das gewandelt. Noch entspricht die Bedeutung dieses Vereins für Stadt und niederrheinisches Umland nicht der von Borussia Dortmund für den östlichen Pott. Was im Übrigen – so meine ich – nicht alleine am Verein liegt sondern auch an einer grundlegenden Stimmung in Duisburg – ein anderes Thema. Im Sommer wurde aber erkennbar, vielen Menschen im westlichen Ruhrgebiet gibt der Verein Identität. Er stiftet Sinn, der über den aktuell gespielten Fußball hinausgeht.

Mit der Geschichte des Vereins lässt sich nämlich etwas erzählen, in dem sich viele Menschen des westlichen Ruhrgebiets wiedererkennen. Die Begeisterung über die  Dokumentation „Meidericher Vizemeister“ rührt nicht zuletzt auch daher, dass Zuschauer sich eigener Wurzeln in ihren Familien bewusst werden können. Seit dem Sommer macht sich rund um den MSV Duisburg etwas bemerkbar, was der Unterhaltungsbetrieb Fußball über Jahre hin erstickt hat. All das, was der MSV Duisburg neben dem Fußball auch ist, verliert zwar ohne den sportlichen Erfolg in der Gegenwart Wert. Umgekehrt ist es aber ebenso.

Es ist bitter, dass jetzt, wenn der MSV Duisburg zum ersten Mal seit Jahren sich anschickt, solide zu wirtschaften, die so dringliche Suche nach dem Geld, von außen gesehen, nichts anderes ist als das, was immer schon aus Duisburg zu hören war. Damit muss der Verein leben, und wir hoffen derweil, dass das fehlende Geld zusammengekratzt wird, versuchen zu helfen, kaufen Dauerkarten zumindest als Zeichen für Sponsoren, auf dass sie im MSV Duisburg etwas erkennen, mit dem ein Unternehmen öffentlichkeitswirksam positive Schlagzeilen machen kann. Denn seit dem letzten Sommer wissen wir sicher, wenn der MSV Duisburg „den Bach runtergeht“, verlieren die Menschen mehr als einen Fußballverein.

 

 

Schon das Bestellen der Dauerkarten hilft beim Schließen der Finanzlücke

Liebe Leute, ab morgen heißt es: Auf in den Zebrashop! Nach den Informationen, die die Zebraherde durch den Vorstand vom MSV Duisburg erhalten hat, trägt jede jetzt schon bestellte Dauerkarte dazu bei, die Finanzlücke von nunmehr 2,7 Millionen Euro bis zum 27. Mai zu vermindern. Es sei betont: Schon die Bestellung der Dauerkarte für die Saison 2014/2015 hilft dem MSV Duisburg. Bezahlt werden muss erst nach dem 27. Mai, wenn die Erteilung der Lizenz sicher gestellt wäre. Es besteht also nicht die Gefahr, dass Geld durch eine Insolvenz verloren ginge. Dementsprechend gibt es keinen Grund mit der Bestellung zu zögern. Jeder, der längst entschlossen ist in der nächsten Saison wieder bei jedem Heimspiel dabei zu sein, sollte im Zebrashop die Bestellung der Dauerkarte seiner Wahl abgeben. Das kann im Übrigen auch jeder machen, der nicht sicher ist, ob er sich die meisten Spiele ansehen kann. Den normalen Eintrittspreis gezahlt, erreichte man den Dauerkartenpreis schon nach 15 Spielen. 19 Spiele hat die Saison. Nur im Zebrashop ist es laut Zebraherde möglich, die Dauerkarte verbindlich zu bestellen, ohne sofort zahlen zu müssen.

Der BVB-Pokalsieg 1989 nebst dem Mantra vom eigenen Weg des MSV

Das erste Mal habe ich 1998 in Berlin vor dem DFB-Pokalendspiel des MSV gegen die Bayern kurz gedacht, für Borussia Dortmund begann die erfolgreichere Fußballgegenwart mit dem DFB-Pokalsieg 1989 gegen den SV Werder Bremen. Für wenige Stunden sah ich einen MSV Duisburg, der seine Chance ergriff, es diesem Vorbild nachzumachen. Es sollte nicht sein. Details erspare ich uns heute. Der Groll gegen den Unaussprechlichen dieser Bayernmannschaft jener Saison sitzt tief. Über die Jahre  musste ich danach immer mal wieder an diesen Initialerfolg des BVB denken, wenn der MSV Duisburg sich im Pokal auf den Weg machte. Nicht mehr so ernsthaft wie seinerzeit, eigentlich wurde daraus eine Art Mantra des eigenen Weges. Nicht mal das Pokalendpiel 2011 gegen den FC Schalke 04 hat mich für die Zukunft ernsthaft eine Duisburger Variante der Dortmunder Geschichte erkennen lassen. Irgendwas müssen wir als Anhänger der Zebras ja für unser emotionales Gleichgewicht immer mal wieder selber tun.

Dieser eigene Weg führte bekanntermaßen vor einiger Zeit ins Unterholz, wo an einigen Stellen nicht einmal mehr ein Trampelpfad erkennbar war. Nur die Richtung war zu erahnen und: dass nur noch das schwere Gerät des Schuldenschnitts weiterhelfen könnte. Im Moment geht es immer noch nur meterweise vorwärts. Andere Maschinen sind an dieser Stelle nötig, aber die müssen erstmal vor Ort gebracht werden. Wollen wir hoffen, dass das rechtzeitig gelingt. Endlich wieder einmal freie Wegstrecke vor sich zu sehen auf einer winzig kleinen Landstraße würde mir völlig reichen. Die Reststrecke zum überregionalen Straßennetz kriegen wir dann auch noch hin.

Der MSV Duisburg hat am Donnerstagabend den Niederrheinpokal gewonnen. Es ist der erste Titel des Vereins nach dem Gewinn der Deutschen Amateurmeisterschaft 1987. Wenn das nicht ein gelungener Rahmen für eine Erzählung über den eigenen Weg ist, weiß ich es auch nicht. Beim MSV Duisburg gibt es momentan die Möglichkeit, die Zukunft realistisch zu gestalten. Ich denke weniger an den sportlichen Erfolg, den wird es auch geben, ich denke, vor allem an die Vereinsstruktur und die des Wirtschaftsunternehmens MSV Duisburg. Wenn der MSV Duisburg sich momentan an die Öffentlichkeit wendet, sehen wir den gelingenden Balanceakt, konkrete Informationen und immer auch notwendiges nichtöffentliches Arbeiten in den informativen Gleichklang zu bringen. Als letzter Beweis für die Qualität dieser Arbeit bleibt das Schließen der Finanzlücke von 2.7 Millionen Euro bis zum 27. Mai. Wenn das gelingt, ist der MSV Duisburg tatsächlich auf einem eigenen Weg in diesem Unterhaltungsbetrieb Fußball. Noch muss sich der Verein Vertrauen von Geldgebern hart erarbeiten. Doch letztlich muss sich jeder einzelne Geldgeber zu Vertrauen entschließen. Es gibt keinen letztgültigen Beweis, der einem Vertrauen erleichtert. Es muss trotz Unsicherheit der Zukunft gehandelt werden.

Wenn Zuschauer des MSV Duisburg und Anhänger dieses Vereins irgendetwas zu solch einem Entschluss von Geldgebern haben beitragen können, so ist das geschehen. Es gibt ein wachsendes Umfeld des MSV Duisburg voller Kreativität, Engagement und sozialem Bewusstsein. All das ist auch der MSV Duisburg. All das gehört zum positiven Bild dieses Vereins. Ich hoffe sehr, dass mit der Strahlkraft dieses Bildes Menschen vom MSV Duisburg überzeugt werden können, die diesem Fußballunternehmen noch nicht nahe stehen. Denn nur diese Menschen werden das noch fehlende Geld aufwenden und damit in Teilen eigene öffentlichkeitswirksame Zwecke verfolgen. Mit dem MSV Duisburg der Gegenwart werden sie diese Ziele ihrer Öffentlichkeitsarbeit erreichen können.

All das geht mir heute morgen durch den Kopf, weil der BVB heute, 25 Jahre nach diesem DFB-Pokalsieg, erneut im Endspiel steht. Damals hat der WDR in der Aktuellen Stunde am Tag nach dem Pokalsieg eine Reportage über den Tag zuvor gezeigt. Diese Reportage ist von beeindruckender Qualität, wenn ihr euch vorstellt, wie schnell diese Reportage entstanden ist. Heute wird so etwas, nur wenig länger im 45-Minuten-Format, als abendfüllende Doku gezeigt. Die Fakten zum Spiel, Atmo, das Mitfiebern der Fans und der Rückblick in die Vergangenheit des BVB, alles ist dabei. Respekt! Und nun viel Spaß bei diesem Clip als Vorspiel für heute Abend, mit schönen Momenten neben dem eigentlichen Thema Pokalgewinn, die immer wieder zeigen, wie sehr sich der Fußball als Unterhaltungskultur in diesen 25 Jahren verändert hat. Ein Stichwort etwa: die Einlasskontrolle.


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