Oranje brillant

Nicht oft lässt sich mit dem Verweis auf eine Buchbesprechung ein Fußballspiel zusammenfassen.  Der  fantastische 5:1-Sieg der Elftal bei der Fußball-Weltmeisterschaft gegen Spanien lässt mir nichts anderes übrig. Spielberichte gibt es schließlich genug, und vom fünften Tor durch Arjen Robben habe ich inzwischen schon mit jedem Marktverkäufer geschwärmt. Wenn jemand es schafft diese hohe Sprintgeschwindigkeit ohne Auslauf, fast auf der Stelle so abzubremsen, dass er sogleich in einer 270-Grad-Drehung den Ball problemlos beherrscht, dann muss der Körper dieses Menschen wieder sehr verletzungsresistent sein. Brillant!

„Oranje brillant“ eben, wie David Winner sein Buch über den holländischen Fußball vor ein paar Jahren genannt hat. Passend zum Spiel, ein großartiges Buch, zu dem ich damals schon in diesen Räumen ein paar Worte schrieben habe – für den ersten Eindruck seien diese wiederholt:

Mir geht es um ein Buch, das ein absolutes Muss für jeden Fußballfan ist und das für uns Ruhrgebietler außerdem manches Wiedererkennen der netten Nachbarsleute von nebenan mit sich bringt. Der Brite David Winner hat mit “Oranje brillant” ein Buch über den holländischen Fußball ab Ende der 60er geschrieben. Gleichzeitig ist das eine Kulturstudie über die Niederlande. Außerdem steckt da ein Erinnerungsbuch drin für alle, die in den 70ern mit Ajax-Trikots rumgerannt sind. Was schon ganz was besonderes war, wenn ich mich an die Klassenspiele im Meidericher Stadtpark erinnere.

Für die mehr der Hochkultur zugeneigten Leser anderenorts habe ich das Ganze etwas seriöser klingen lassen:

Schließlich ist dieses Fußballbuch des Briten, der lange Zeit in Amsterdam gelebt hat, eine großartige Kulturstudie über die Niederlande, prall gefüllt mit interessanten Überlegungen und klugen Beobachtungen samt Schlüssen und Analysen. Winners Beschreibung der kulturellen, sozialen und politischen Entwicklungen ab Ende der 60er Jahre lässt sich zudem bei allen nationalen Besonderheiten in den Niederlanden als Teil einer europäischen Geschichte lesen. Und nicht zuletzt umreißt Winner in einem Kapitel, das extra für die deutsche Ausgabe des Buches geschrieben wurde, das deutsch-holländische Verhältnis und dessen Veränderungen über die Jahre.

Die gesamte Besprechung findet ihr mit einem Klick weiter.

Und wer das gestrige Oranje brillant noch einmal in der Essenz sehen möchte, bitte schön:

 

 

 

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4 Responses to “Oranje brillant”


  1. 1 jovan hamborn 15. Juni 2014 um 09:42

    mir vorzustellen, dass in den 70ern in meiderich mit Ajax-trikot gespielt wurde, ist charmant, aber auch schwierig. bei uns in hamborn hat eigentlich niemals einer ein „echtes“ trikot gehabt. merkwürdig im rückblick.
    und noch was anderes, mehr als frage, denn zurechtweisung: „die“ elftal gibt es nicht, oder? als markenname der niederländischen auswahl haben es, so wie ich es verstanden habe, dtsche journalisten erfunden und allein kultiviert. obwohl…? dann passt es ja hier hin. nein, nur spaß!
    aber abschließend wissen würde ich’s doch mal gerne.
    was hälst Du eigentlich von unser’m kader bisher?

    • 2 Kees Jaratz 15. Juni 2014 um 09:57

      Wenn die Vorstellung schwer fällt, muss ich wohl irgendwann so ein Klassenspiel als Erinnerung fürs Fangedächtnis beschreiben. Ich hatte tatsächlich einen Klassenkameraden der ein Ajax-Trikot besaß oder etwas, was wir dafür hielten. 😉 Andererseits hatte er auch ein Trikot von Borussia Mönchengladbach. Bei Sport Thielen als Bestellung möglich gewesen. Alte Zeiten.

      Und was die Elftal angeht, gibst du mir eine Aufgabe der Recherche. Ich habe einen Text im Kopf, in dem launig von dem Kosewort in Holland erzählt wird. War natürlich der Text eines deutschen Journalisten.

      Und WM-Kader ist so eine Sache, ich wachse weiter hinein in die WM und nehme quasi Mannschaft für Mannschaft. Intensiv beschäftigt bin ich mit dem Thema momentan nicht. Erstaunt mich selbst. Es bleibt einfach kein gedanklicher Platz 😉

  2. 3 jovan hamborn 15. Juni 2014 um 17:36

    oh, das tut mir leid, aber da hast Du mich missverstanden. ich meinte natürlich den kader des einzig(artig)en Spielvereins. offenbar bist Du beschäftigter mit diesem turnier für zusammengewürfelte auswahlmannschaften, als Dir bewusst ist.

    und dass Dein alter kumpel auch für den falschen niederrheinklub sympathie hegte, hebt den charme auch bereits wieder auf. OldSchool aus unserem portal nennt solche menschen gerne überpathetisch „stadtverräter“. das ist natürlich albern-martialisch, aber doch scheinen die eltern Deines kumpels in ihrer erziehung eine falschverstandene liberalität an den tag gelegt zu haben;)

  3. 4 Kees Jaratz 15. Juni 2014 um 18:58

    ah… ich bin ein wenig aus der Zeit gefallen, heute Trainingsauftakt, das stimmt einfach nicht. 😉
    Und der Kumpel rotiert gerade im Grab, leider ist er tatsächlich schon früh gestorben. Das Ganze ist vielschichtiger, als du denkst. Der Kumpel ist einer der größten Anhänger des richtigen Vereins gewesen zeit seines Lebens. Von ihm habe ich meine erste große Fahne bekommen, als er damals ein Monsterding von seiner Mutter genähnt bekam. Stock mit Gewinde! Irgendwas ging damals bei Thyssen immer nebenher.


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