Fundstück: Der MSV Duisburg Wuppertals

In den 1920er Jahren war es noch uneindeutiger, welche Städte zum Ruhrgebiet gehören und welche nicht. Für viele Deutsche unterschied sich das seinerzeit noch eigenständige Elberfeld nicht sehr von der Städtelandschaft weiter im Norden. Die Industrie bestimmte das öffentliche Bild. Arbeiterkultur prägte die Stadt. Für die Arbeiter der Region muss diese Verbundenheit ebenso vorhanden gewesen sein. In Elberfeld trafen sich 1920 die Arbeiterführer der Ruhrgebietsstädte, um das linke Bündnis  gegen den Kapp-Putsch zu beschließen. In Elberfeld und später, nach dessen Zusammenschluss mit Barmen, in Wuppertal gibt es ähnliche Erfahrungen wie im Ruhrgebiet.

In der Gegenwart zeigt das die Geschichte des Wuppertaler SV. Bei Brand Eins ist eine Reportage über den Verein zu finden, die exemplarisch sein will für den Fußball der Gegenwart. Das Grundthema der Geschichte kennen wir in Duisburg auch. Ein starker Geldgeber stand im Zentrum des Vereins. In Wuppertal gab es andere, sehr viel emotionalere und persönlichere Gründe für diesen Geldgeber. Unterschiede muss es in der Historie ja auch geben.

Der Artikel ist stimmig in der Beschreibung.  Analyse gibt es aber kaum. Dass der Autor nicht tief über das Thema selbst nachgedacht hat, zeigt sich daran, wie er bei seinem kurzen Versuch das Geschehen einzuordnen, die starken Unternehmen des Fußballs der Gegenwart in den jeweiligen Vereinen alle über einen Kamm scherrt. Red Bull steht eben neben dem klassischen Patriarchen. Schwierigkeiten in einem Verein kommen aber nicht vom finanziellen Engagement als solchem sondern von der Melange aus Interessen und Persönlichkeit der Entscheider bei diesen mittelständischen Unternehmen des Unterhaltungsbetriebs.

Davon ab führt der Artikel vor Augen, was in Duisburg im letzten Jahre hätte auch geschehen können. In Fankreisen gab es ja einige gewichtige Stimmen, die lieber eine Konfrontation mit Walter Hellmich gesehen hätten. Mir selbst war der eingeschlagene Weg angenehmer. Dass damit Zähneknirschen und unangenehme Gefühle verbunden waren, versteht sich von selbst. Wer aber sonst auch die Idee des Vereins über die Menschen stellt, die kommen und gehen, der wird heute feststellen müssen, für den Verein MSV Duisburg führte dieser eingeschlagene Weg zu einer best möglichen Lösung. Die Konsolidierung der Finanzen ging mit einem überschaubaren Einschnitt bei den sportliche Belangen einher.

Für alles weitere braucht es wie immer im Fußball neben der entsprechenden Leistung das nötige Glück.

 

 

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