Dreckiger Sieg oder Das Wesentliche vom Unwesentlichen trennen

Während der MSV Duisburg am Samstag bei Fortuna Köln spielte, war ich mit meiner Basketballmannschaft beim Teambuilding im Mittelrheintal. Auf der Wanderung über den Rheinsteig von St. Goarshausen nach Kaub beschränkte sich die Versorgung mit den Grundinformationen zum Fußballnachmittag auf die Bundesliga. Schlechte Aussichten also für uns, das mal wieder erkärte Saisonziel zu erreichen, bei möglichst vielen Siegen nicht aufzusteigen. Ist der Zusammenhalt dieser im Kern seit Jahrzehnten bestehenden Mannschaft des Deutzer TV etwa nicht gefährdet, wenn ich mit den Sorgen über den Spielausgang die letzten Kilometer Wegstrecke bewältigen musste, während einige Mitspieler  bereits beflügelt wurden durch die 2:0-Führung ihres FC? Ihr seht, ich könnte die Liste unentwegt fortschreiben, warum der MSV Duisburg in der nächsten Saison nicht mehr in der 3. Liga spielen sollte.

Durch den knappen Sieg gegen Fortuna Köln werden meine Hoffnungen auf das Unaussprechliche jedenfalls bis zum Spiel gegen den VfL Osnabrück erst einmal bestärkt. Ich weiß, die Spielweise der Mannschaft gab dazu keinen Anlass. Schönfärberisch heißt es bei Spielern und wohlwollenden Anhängern, es sei ein dreckiger Sieg gewesen. Stelle ich mir das Spiel vor, scheint mir diese Wertung für die erste halbe Stunde  unpassend. Recht einhellig wird von der zunehmenden Überlegenheit der Fortuna geschrieben. Diese halbe Stunde sollte sich Gino Lettieri also noch einmal genauer ansehen. Erst was nach dem Platzverweis für Christopher Schorch und dem verschossenen Elfmeter der Fortuna kam, liegt für mich  in besagter Schublade, einen Sieg irgendwie nach Hause bringen.

Aber auf eines können wir uns einigen: Besser schlecht spielen und gewinnen, als schlecht spielen und verlieren? Vielleicht müssen wir uns noch einmal die Aufsteiger der letzten Jahre ansehen? Wieviele Mannschaften hat es gegeben, die zum Aufstieg verpflichtet waren und durchweg souverän durch die Saison gegangen sind? Souveräne Aufsteiger waren nach meiner Erinnerung immer die Mannschaften, die ohne Druck die Saison bestreiten konnten. Mannschaften, für die der Aufstieg erklärtes Ziel war, spielen nicht durchweg auch guten Fußball. Vielleicht müssen wir uns tatsächlich auf eine Saison einrichten, in der wir nur die Ergebnisse für unsere Zuversicht haben? Anders wäre es schöner, vor allem beruhigender, und auch auf diese andere Spielweise dürfen wir nach der Verpflichtung von Kevin Scheidhauer erst einmal für einige Zeit hoffen. Der bislang fehlende Stürmer ist da, und die Unwucht in der Kaderzusammenstellung beseitigt.

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