Statt Pfeifen Singen: !Sing – Day of Song in Ruhrstadt-Duisburg – Das Steigerlied

Außerhalb der Stadien ist es eine eindeutige Sache: Das Steigerlied gehört dem Ruhrgebiet. Gestern um zehn nach zwölf wurde das in den meisten Orten der Region deutlich. Menschen versammelten sich an einem verabredeten Platz der Stadt und sangen gemeinsam dieses alte Lied des Bergbaus.

!Sing – Day of Song war das Motto dieses Tags. Ein Motto, das nach meinem Empfinden nicht so recht mit dem Anliegen zusammenpasst. Es klingt mehr nach von oben verordneter Kultur, die abgefeiert werden soll, als nach einer Bewegung, die durch die Singenden selbst ihre Kraft gewinnt. Das aber nur nebenbei, hier geht es um ein Zeichen, das nicht nur ich setzen will. Wie die Diskussionen in den sozialen Netzwerken nach dem letzten Heimspiel des MSV Duisburg gezeigt haben, gibt es sehr viele Duisburger, für die das Steigerlied in erster Linie eine heimatliche Bedeutung hat. Diese Bedeutung ist so groß, dass kein Schalke-Stadionliedmissbrauch dem Lied etwas anhaben kann.

Hier geht es um das Üben für den nächsten Stadionchor, den es hoffentlich bald geben wird. Denn ihr wisst:  ich finde, es ist an der Zeit, dass die Verantwortlichen der Fußballvereine des Ruhrgebiets sich das Steigerlied für ihre Stadien zurückholen. Alles ist nur eine Frage der Ausdauer. Das wissen wir von jedem neuen Stadionlied. Wieviel weniger Ausdauer braucht es für das alte, schon immer im ganzen Ruhrgebiet gesungene Lied, damit es zur Regions- und Ruhrstadthymne wird. Denn nur in den Stadien ist über das Jahr hinweg gelebter Alltag dieser Hymne möglich. Erst mit ausdauerndem Singen in allen Stadien braucht Stefan Leiwen als Stadionsprecher nach einem Pfeifkonzert nicht mehr kleinlaut zu erklären, das Steigerlied sei „quasi“ die Hymne des Ruhrgebiets.  Das ist es nicht „quasi“. Es ist die Hymne des Ruhrgebiets, wenn wir sie alle singen.

Dank der Bewegtbilder von Frank-M. Fischer bei Duisburg365.de sehen wir,  das Steigerlied ist lebendig genug im Pottbewusstsein außerhalb der Stadien. Darauf lässt sich auch in den Stadien aufbauen. Es gibt Textvarianten. Gestern wurde die unten stehende Fassung gesungen – so meine ich sie gehört zu haben, mit leichten Unsicherheiten bei der letzten Strophe. Wenn ihr probehalber mal mitsingen wollt, bitte schön:

Glück auf, Glück auf, der Steiger kommt.
Und er hat sein helles Licht bei der Nacht,
und er hat sein helles Licht bei der Nacht,
schon angezündt’
schon angezündt’.

Schon angezündt’! Das wird ein Schein,
und damit so fahren wir bei der Nacht,
und damit so fahren wir bei der Nacht,
ins Bergwerk ein,
ins Bergwerk ein.

Ins Bergwerk ein, wo die Bergleut’ sein,
die da graben das Silber und das Gold bei der Nacht,
die da graben das Silber und das Gold bei der Nacht,
aus Felsgestein,
aus Felsgestein.

Wir Bergleut seins kreuzbrave Leut,
denn wir tragen das Leder vor dem Arsch bei der Nacht,
denn wir tragen das Leder vor dem Arsch bei der Nacht
und saufen Schnaps
und saufen Schnaps.

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