Endlich wieder nur noch das nächste Spiel gewinnen

Nach ein paar Tagen Erholungspause mit Abstand vom Schreiben auch in diesen Räumen als erstes ein paar Worte über eine Niederlage des MSV Duisburg schreiben zu müssen, macht keinen richtigen Spaß. Allerdings könnte die Laune noch viel schlechter sein. Denn die 2:0-Auswärtsniederlage beim FC Energie Cottbus am Samstag kam zur rechten Zeit beim passenden Gegner. Der FC Energie Cottbus stand vier Punkte hinter dem MSV und konnte ihn mit dem Sieg nicht überholen. Das hellt die Stimmung schon mal ein wenig auf. Hinzu kommt, alle Vereine, die in der Tabelle vor dem MSV Duisburg platziert waren, haben ebenfalls verloren. Gut, Dynamo Dresden zog am MSV mit einem Punkt vorbei, doch hatte sich Dresden im Heimspiel gegen Fortuna Köln sicher mehr als ein torloses Unentschieden erhofft. Alleine Rot Weiß Erfurt wird den Spieltag als großen Erfolg verbucht haben, zudem schloss Preußen Münster mit dem Heimsieg gegen Arminia Bielefeld auf.

Die ersten neun Mannschaften der 3. Liga bleiben eng beisammen, und das ist für mich der eigentliche Grund für meine halbwegs entspannte Stimmung. In einer so ausgeglichenen Liga können kleine Störungen der inneren Spannung schon Auswirkungen auf die Spielstärke einer Mannschaft haben. Nach meinem Geschmack musste in der letzten Zeit zu oft über die ominöse „Serie“ geredet werden. Zu oft war Gino Lettieri damit beschäftigt, dieses vermeintliche Zeichen der Spielstärke seiner Mannschaft ins rechte Maß zu rücken. Auf eine „Standardgeschichte“ des Sports für die Öffentlichkeit musste reagiert werden, obwohl an der Tabelle ablesbar war, dass diese „Serie“ keineswegs von beeindruckender Überlegenheit des MSV Duisburg zeugte. Es gab ein paar Unentschieden zu viel für eine wirkliche Erfolgsgeschichte. Dennoch ging unweigerlich Aufmerksamkeit hin zu dieser „Serie“ ohne Niederlage. Das ist nur verständlich, weil diese „Serie“ zugleich die Hoffnung auf Dauerhaftigkeit in sich barg. Realistisch betrachtet, hätte selbst das mit gleichbleibender Unentschiedendichte nicht zum erhofften Sasionziel geführt. Mit der Serie ist nun Schluss. Nun kann die ganze Konzentration wieder dem nächsten Spiel gelten.

Vom Spiel selbst habe ich leider nur die erste Halbzeit sehen können. Nach dieser ersten Halbzeit am Bildschirm war nicht vorhersagbar, welche Mannschaft dieses Spiel gewinnen würde. Für mich war das ein offenes Spiel, in dem beide Mannschaften der Offensive gegenüber der Defensive mehr Aufmerksamkeit schenkten. Beide Mannschaften hatte ihre Chancen auf ein Führungstor, Pfostenschüsse inklusive. Die Bewegtbilder des Spielberichts verraten mir für die zweite Halbzeit vom Spiel die Tore und dass der MSV sehr wohl auch noch die Chance auf den Ausgleich gehabt hat.

Wenn ich die Situation vor dem Elfmeterpfiff mir ansehe, sollten die Spieler vom MSV und wir alle nicht über den Schiedsrichter klagen. Nach einem Eckstoß wäre so eine Situation wahrscheinlich nicht abgepfiffen worden, aber wenn Sascha Dum und sein Gegenspieler so alleine stehen, darf man schon fragen, warum Sascha Dum nicht einfach neben seinem Gegenspieler wieder landet, sondern ihm dabei noch einen Schubs geben muss. Die Stoßbewegung ist so deutlich erkennbar, das lässt sich doch kein Schiedsrichter entgehen. So ein Schiedsrichter will auch wenig Fehler machen und gelobt werden. Bei solch freien Situationen greift ein Schiedsrichter in der 3. Liga gerne zu. Das sollte Sascha Dum eigentlich wissen, und wer in dem Fall über den Schiedsrichter schimpft, lernt nichts für die nächsten Spiele.

Anders verhält es sich mit der Harakiri-Grätsche Uwe Möhrles im Cottbusser Strafraum gegen Steffen Bohl. In dem Fall dürfen wir alle wir sehr wohl über den Schiedsrichter schimpfen. Doch hängt der eine Elfmeterpfiff mit dem anderen ausgebliebenen zusammen. Ein Schiedsrichter, der den Elfmeter gegen den MSV gepfiffen hat, wird einen Elfmeter in einer weniger übersichtlichen Spielsituation eben nicht gerne pfeifen. Das sagt mir meine Lebenserfahrung. Dennoch hatte der MSV weitere Chancen auf den Ausgleich. Im MSVPortal lese ich einmal mehr die Klagen über die fehlende Konsequenz der Mannschaft in Strafraumnähe. Das passt zu den Szenen, die ich auch aus der ersten Halbzeit im Kopf habe. Die Mannschaft braucht für den Torerfolg zu viele Chancen, obwohl sie Defensivreihen überspielen kann. Das ist ein Problem. Allerdings haben die anderen Mannschaften mit Ambitionen dasselbe Problem. Hoffen wir auf eine Lösung mit anhaltendem Erfolg, nachdem nun keine Serie mehr gehalten werden muss.

Falls jemand die Zusammenfassung noch nicht gesehen hat:

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