Die erste große Anspannung vor einem Spiel

Zum ersten Mal in dieser Saison spüre ich eine gewisse Anspannung vor einem Spiel des MSV Duisburg. Denn nun kommen die Spiele der Hinrunde, in denen aus neun Mannschaften mit Bindung an die Aufstiegsplätze der Tabelle schnell nur vier oder fünf Mannschaften werden können. Damit der MSV Duisburg bei diesen Mannschaften dabei sein kann, sollte das Heimspiel gegen Dynamo Dresden gewonnen werden. Ganz sicher ist das nicht, sonst gäbe es die vier, fünf Mannschaften längst.

Für die Trainer beider Mannschaften sind die Tabellenstände noch nicht so sehr von Bedeutung wie für uns. Stefan Böger wird auf der Pressekonferenz von Dynamo Dresden vor dem Spiel gegen den MSV sehr grundsätzlich, als der Pressesprecher seine zweite Frage nach der Spielvorbereitung mit den Tabellenständen beider Mannschaften schmückt. Er wirkt ab Minute 2.37 ziemlich grimmig, als er trainerüblich erklärt, Tabellenstände seien für ihn nicht von Interesse. Inhaltlicht liegt er mit Gino Lettieri auf einer Linie – und nicht nur mit ihm. Es gibt inzwischen recht lange in der Saison einen allgemeinen Trainerwiderstand gegenüber dem Blick auf die Tabelle. Dieser Widerstand wird variantenreich und je nach Persönlichkeit gefärbt zum Ausdruck gebracht. Die Öffentlichkeit soll gefälligst auch auf die Entwicklung der Mannschaft sehen, auf deren Leistung, dann käme der Rest von alleine.

Dahinter steht wahrscheinlich das ohnmächtige Gefühl und zuweilen sicher auch Erkenntnis, die Bewertung der komplexen eigenen Arbeit in so einer einfachen Form wie der Tabelle dargestellt zu bekommen. Natürlich steht auch die Sorge dahinter, die Erwartungen des Umfeld und der Fans gefährdeten das Ziel. Wir erleben aber auch Versuche, das öffentliche Ansehen der eigenen Arbeit etwas unabhängiger von diesen Tabellen zu machen. Wann das wohl angefangen hat? Sicher gibt es dabei auch die Einflussgröße, Niedergang der sogenannten Traditionsvereine. Denn dieses Beharren auf andere Bewertungsstäbe antwortet ja oft auch auf Forderungen nach Erfolg. Ein interessantes Thema für Leute mit Zeit, die sich mal die Historie des Trainerinterviews anschauen wollen.

Aber seht selbst, Dynamo spielt übrigens auch, um zu gewinnen und ab 11.23 gibt es sympathische Böger-Worte über das Wedau-Stadion und die Mannschaft vom MSV, mit der er damals nach dem lang ersehnten Wiederaufstieg für Furore sorgte:

Der MSV hat ja seit einiger Zeit die kühle Pressekonferenzatmosphäre in das freundlichere Ambiente des Interviews verwandelt. Zusammengeschnitten wurde die Pressekonferenz ja schon vorher. Mir hat es immer sehr gut gefallen, die gesamte Pressekonferenz an einem Stück zu sehen. Das gibt mehr Einblick in Stimmungen und Persönlichkeiten. Das fehlt mir in dieser nun aufbereiteten Quasi-Vorberichterstattung.

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