Zweite Liga, wir kommen – Nur wann?

Kleinigkeiten werden entscheidend sein, so ist es inzwischen fast vor jedem Spiel des MSV Duisburg von einem Spieler oder von Gino Lettieri zu hören. So ist es aber auch von Spielern und Trainern der jeweiligen Gegner zu hören. Die Mannschaften der 3. Liga sind sehr abhängig von der jeweiligen Tagesform und von der Entwicklung des Spiels. Kleinigkeiten aber summieren sich am Ende doch zum großen Ganzen, dem möglichen Aufstieg. Weil die Mannschaft aus sich heraus nicht eine dauerhafte Überlegenheit entwickeln kann, erhält auch der Einfluss des Umfelds eine größere Bedeutung.

So ist es verständlich, wenn nun die Anhänger des MSV Duisburg über Vor- und Nachteile einer Zielvorgabe von Ivo Grlic nachdenken. In einem kurzen Interview mit den eigenen Presseleuten angesichts seines zehnjährigen Dienstjubiläums beim MSV hat er auf die Frage, wo der MSV in zehn Jahre stehe, geantwortet: „Wir wollen hier ein Team entwickeln, mit dem wir bis zum Frühjahr 2016 aufsteigen können, und mit dem wir uns dann dauerhaft wieder unter den deutschen Top 25 etablieren können.“

Der erste Teil der Antwort war eine nicht neue, aber als offizielles Statement doch neuwertige Nachricht, die von WAZ/NRZ selbstverständlich aufgenommen wurde. Das ist die Pflicht des Journalismus. Ich möchte betonen, die Festlegung auf einen möglichen Aufstiegszeitpunkt ist keine von der lokalen Presse befeuerte Geschichte. Ivo Grlic selbst hat das Thema angesprochen, den eigenen Leuten gegenüber. Für mich ist das ein eleganter Versuch, Erwartungen der Zuschauer zu beeinflussen.

Schon schnell wurde in dieser Saison deutlich, dass die sportlich Verantwortlichen den Aufstiegsdruck möglichst klein halten wollen. Das Benennen von konkreten Zielen wurde immer weiter nach hinten geschoben. Vor der Saison hatte es noch eine Aufstiegspflicht gegeben, wenn der MSV Duisburg die 3. Liga nicht zum Dauerzustand machen wollte. Mit dem ersten Arbeitstag von Gino Lettieri war davon keine Rede mehr. Die Devise hieß nun, abwarten, wie sich die Saison entwickelt. Das ist nun geschehen, wir haben abgewartet, und die Mannschaft spielt nicht stabil so gut, dass sie die Gegner mit großer Wahrscheinlichkeit besiegen kann. Zu unser aller Beruhigung geht das allen Mannschaften mit Aufstiegsambitionen in dieser Liga so.

Das aber belebt zugleich nach jedem Spieltag die Erwartungen. So waren nach Abpfiff der ersten Halbzeit des Spiels gegen Rot-Weiß Erfurt verteilt über das Stadion Pfiffe zu hören, über die nach dem Sieg nicht mehr gesprochen wurde. Die Stimmung im Stadion ist inzwischen wie die Leistung der Mannschaft nicht stabil. Doch Kleinigkeiten können jedes Spiel entscheiden. Ein Publikum, das der Mannschaft nicht wohlgesonnen ist, kann so eine Kleinigkeit sein.

Für Mannschaft und Trainer sind in diesem Moment der Saison solche Worte von Ivo Grlic mit großer Sicherheit ohne Belang. Wenn ich mich an meine Erfahrungen in meinem Sport mit dem Aufsteigen erinnere, geht es, solange es sehr viele Anwärter auf den Aufstieg gibt, tatsächlich stets nur um das nächste Spiel. Der Gedanke an den Aufstieg stellt sich erst ein, wenn nur noch wenige Mannschaften oben mit dabei sind.

Wenn Kleinigkeiten entscheiden, so versuchte Ivo Grlic, eine etwas größere dieser Kleinigkeiten zu beeinflussen. Eines wird schließlich in der sich an die Grlic-Worte anschließenden Berichterstattung deutlich, niemand beim MSV Duisburg gibt die Anstrengung für und die Hoffnung auf den ein Jahr früheren Maximalerfolg deshalb auf.

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