Stand dort am Horizont etwa gerade so ein Murmeltier?

Eigentlich bin ich die Jahre über mit meinen verschiedenen Persönlichkeiten gut klar gekommen. Herr Jaratz und Herr Koss pflegen einen freundlichen Umgang miteinander. Sie verstehen sich gut, sind häufig gar einer Meinung, und wenn in letzter Zeit mal Stig  dazu gekommen ist, lassen wir zwei den einfach reden. In dieser Saison aber sieht Herr Jaratz sich immer wieder von einer Gefahr bedroht, die Herr Koss überhaupt nicht nachvollziehen kann. Letzterer ärgert sich im Stadion über mangelnde Torgefahr seiner Mannschaft und denkt nach dem Schlusspfiff höchstens ans nächste Spiel. Herr Jaratz aber sitzt in dieser Saison dann vor seiner Tastatur und beginnt, sich zu wiederholen. Das aber wäre für seine Weise über Fußball zu schreiben das Ende. Es gibt noch Spielraum. Doch zum zweiten Mal in dieser Saison fühlt Herr Jaratz nun, wie klein dieser Spielraum geworden ist. Momentan denkt Herr Jaratz, ihn rettet nur der Aufstieg.

Denn schon in Liga 2 gab es diese Momente in der die Mannschaft keine Tore erzielte. Damals schwebte ebenfalls immer wieder der Aufstieg im Raum, sogar als vermeintliche Rettung vom Finanzkollaps. So ist es knapp zwei Jahre her, dass ich über ungewöhnliche Mittel zur Abhilfe des Tormangels nachdachte. In Eine Hilfe bei zu wenig Toren? wollte ich die wissenschaftlichen Erkenntnisse über optische Täuschungen und ihre Folgen auf die Zielsicherheit von Menschen für den MSV Duisburg fruchtbar machen. Die Anregungen wurden in Magdeburg aufgegriffen, allerdings mangelhaft umgesetzt. Deshalb konnten sie nicht als Hilfe sondern auch als Verhöhnung der eigenen Mannschaft empfunden werden.

Noch ein Jahr weiter zurück liegt ein von mir unveröffentlichter Verweis auf wissenschaftliche Erkenntnisse zur „hot hand“, der heißen Hand eines Basketballspielers, von denen in der Süddeutschen Zeitung zu lesen war und wozu im englischsprachigen Wikipedia ein paar Worte stehen. Meine Aufmerksamkeit für diesen Artikel war von der allerletzten Hoffnung getragen, ob das gute Spiel eines Fußballspielers womöglich der Anfang einer stabilen Leistung sein könnte, die doch noch den Sprung auf einen der ersten drei Plätze möglich macht. „Wenn´s läuft, dann läuft´s – wirklich“ hieß es in der Zeitung und aus eigener Erfahrung mit diesem Basketball kann ich das bestätigen. Gib mir den Ball, egal wo, und ich bring ihn dir ihn den Korb, es gibt so Tage.

Wie aus der „hot hand“ der „hot foot“ hätte werden können, ist mir immer noch unklar, aber ich denke, ihr versteht das Problem, nicht das der Stürmer vom MSV, sondern das von mir, Kees Jaratz. Ich habe nichts neues über dieses Phänomen der fehlenden Tore zu sagen. Oder doch? Hilft Fred Astaire? Zumindest ein kleines bisschen? Sein Timing beim Tanzen ist unfassbar. In dem Clip unten sind zwei Aufnahmen einer Tanzsequenz nebeneinander gestellt, die im Abstand von einigen Tagen aufgenommen wurden. Wie oft hat er diesen Bewegungsablauf üben müssen, damit er ihn derart identisch wiederholen kann? Wieviel Training steckt dahinter? Immer und immer wieder denselben Bewegungsablauf üben.

Hoffen wir auf entsprechende Arbeit beim Training der Mannschaft mit ähnlichen Folgen für die Zielsicherheit beim Torschuss. Das hätte ich natürlich auch viel kürzer sagen können. Nur wäre dann das Murmeltier am Horizont recht provozierend stehen geblieben.

 

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