Die erwartungsvolle Spannung nach der Winterpause

Anfang dieser Woche meldete sich bei mir Oliver Leiste, der für die Mitteldeutsche Zeitung über den Halleschen FC berichtet. In Köln riefen sie daraufhin alle, was für eine schöne Tradition. Schließlich sprachen wir schon einmal mehr miteinander, als es für den Kölner und seiner Vorstellung von Tradition nötig ist. Zum vierten Mal spielt der MSV Duisburg um Punkte gegen den Halleschen FC. Hoffentlich ist es das letzte Mal, ging mir durch den Kopf, während wir uns am Telefon begrüßten, und nur einen Moment später hing eine leise Unhöflichkeit in der Luft. Denn diesen Satz hatte einer von uns beiden gerade ausgesprochen, und dieser eine war ohne Zweifel ich. Es ist aus mir einfach als allererstes herausgeplatzt. Der Schaden war aber nicht groß. Inzwischen weiß ich, meine Hoffnung war eine Steilvorlage für seinen Vorbericht in der Mitteldeutschen Zeitung.

Nicht wenigen von euch, deren Zuneigung dem MSV Duisburg gilt, wird es ähnlich gehen. Die Anspannung vor diesem Spiel spüre ich jedes Mal, wenn ich mit jemandem über den MSV rede. Diese Anspannung ist größer, als es nach einer Winterpause in den letzten Jahren jeh war. Um so klarer die Zielvorgabe erkennbar ist, desto größer wird die Hoffnung und entsprechend mächtiger droht zugleich Enttäuschung. Wenn wir beim MSV Duisburg von Fallhöhe sprechen können, so wissen wir, es ist tatsächlich ganz ernst mit dem Vorhaben, aufzusteigen.

Dabei gelingt es dem MSV Duisburg im Moment sehr gut, die Stimmung in und rund um den Verein in der Balance zu halten und gleichzeitig Selbstvertrauen sowie positive Energie auszustrahlen. Das beeindruckt deshalb, weil die Wahrheiten, so weit es irgend geht, auf dem Tisch liegen. Spieler bekennen sich entschieden zu ihrem Aufstiegswillen. Die sportlich Verantwortlichen halten sich etwas zurück, erinnern an Schwierigkeiten auf diesem Weg und bremsen dennoch nicht die Hoffnung auf Erfolg aus. Die Verwaltung in Person von Ingo Wald spricht die finanziellen Folgen eines Nichtaufstiegs ohne Alarmismus an. So wissen wir, die von Ivo Grlics in den Raum gestellte Aussicht von einer Saison Spielraum gibt es weiterhin. Dennoch würde es 2015/2016 schwieriger.

Alles in allem ist der Boden für den Erfolg bereitet. Die Verpflichtung von Martin Dausch war die erste Nachricht, die in der Winterpause als klares Bekenntnis zum Aufstieg gedeutet werden konnte. Die in den Testspielen gezeigten Leistungen gaben weitere Fingerzeige. Pierre De Wit kann wieder spielen. Kingsley Onuegbu scheint die spielerische Klasse seiner ersten Monate in Duisburg zurück gewonnen zu haben und, und, und. Wegen all dem ist meine Anspannung vor dem Spiel gegen Halle so groß. Erst in diesem Spiel wird es wieder ganz echt. Erst in diesem Spiel zeigt sich, was aus all den Simulationen des Wettkampfs in der Winterpause in die Wirklichkeit hineingebracht werden kann.

Bei all dem darf nicht vergessen werden, in den anderen Vereinen wurde auf ähnliche Weise versucht, dem Ziel Aufstieg näher zu kommen. Auch Halle etwa hat Testspiele gewonnen, den mannschaftlichen Zusammenhalt weiter gestärkt und sucht den Erfolg. Am liebsten wäre mir, diesem ersten Eindruck eines anspruchsvollen Gegners folgte im Spiel jene Ernüchterung, die sich beim Betrachten der Pressekonferenz des Vereins einstellt. Was für ein Premier-Pay-TV-Vorspann begegnet dort dem ganz normalen Fußballalltag.

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