19 Jahre sieglos ist mindestens ein Jahr zu wenig

Bereits letzten Montagabend war ich auf der Bielefelder Straße unterwegs. Nicht im übertragenen Sinn. Ich war wirklich da. Allerdings führt in Köln-Longerich die Bielefelder Straße nicht weit, schon gar nicht nach Ostwestfalen. Du kommst gerade mal auf etwa 300 Metern von der Altonaer Straße zur Oldenburger Straße. Cuxhavener Straße liegt übrigens auch um die Ecke. Brunsbütteler Straße habe ich noch gesehen. Die Norddeicher Straße. Sieht für mich sehr nach recht grober geografischer Orientierung der Kölner Straßennamensverleiher aus. Wat bruchen mer? Norddeutsche Städte? Wat iss met Billefeld? Die han doch och kein Fastelovend. Dat muss doch Norddeutschland sin.

Norbert Meier erzählt mir allerdings im Vorbericht von Arminia Bielefeld zum Spiel, im Grunde hatten die Straßennamensgeber damals recht: „Norddeutschland und Ostwestfalen sind von der Art zu leben, beziehungsweise von der Einstellung her,  da ist der Unterschied nicht ganz so groß“ – ab 4.15′. Vorbericht zum Spiel nenne ich das Ganze vielleicht auch irrtümlich. Eigentlich ist dieser Clip ein Norbert-Meier-Feature, in dem der MSV nur am Rande vorkommt. Mindestens ebenso wichtig ist in Bielefeld momentan das Befinden des Trainers. Ich vermute, die 3:0-Niederlage gegen Fortuna Köln hat weitere Spuren im Selbstbewusstsein der ganzen Region hinterlassen. Irgendwoher müssen sie gerade ihre Zuversicht nehmen und klauben sich mühsam was zusammen. Wenn es dem Trainer gut geht, er nicht mehr im Hotel wohnt und das Fitnessstudio klasse findet, dann könnten drei Punkte drin sein gegen den MSV Duisburg.

Zurück zur Bielefelder Straße und einem kleinen weiteren Vorzeichen für das Spiel des MSV am Sonntag. Dort, auf der Bielefelder Straße, war ich sofort bereit, den Siegesgöttern des Sports in einem ihrer Schulsporthallentempel den Erfolg meiner in die Jahre gekommenen Basketballmannschaft zugunsten eines Auswärtssieg des MSV Duisburg zu opfern. Um unsere mannschaftliche Geschlossenheit beim Niederlagenbier nicht zu gefährden, habe ich von meinem Opfer zwar nichts erzählt, doch der sehr junge, sehr ehrgeizige Gegner hat alles weitere für mich erledigt.

Damit war das auch durch, und ich erlebte während der Woche weiter an mir selbst, was es bedeutet einem Spiel unbelastet entgegen zu gehen. Ich erlebte, wie sehr die Spielweise beim Sieg gegen den Chemnitzer FC mein Vertrauen in die Mannschaft gestärkt hat. Steffen Bohl hatte gefehlt, Tim Albutat, ein Mann der in dieser Saison für das Spiel des MSV so wichtig gewesen war. Dennoch erfuhr  die Mannschaft zum ersten Mal in dieser Saison, was es heißt ein Spiel zu bestimmen und dabei ungefährdet erfolgreich zu sein. Frei im Kopf und ohne psychische Belastung fährt diese Mannschaft nun nach Bielefeld. Dieser besondere Sieg gegen Chemnitz kam zur rechten Zeit. Zudem lese ich in den Westfälischen Nachrichten, den letzten Heimsieg erlebte die Arminia vor 19 Jahren. Der Mensch aber, auch der in Bielefeld, strebt nach der Ganzheit der Gestalt. Wieviel geschlossener wirkt die 20 in einer Schlagzeile vor einem nächsten Spiel des MSV in Ostwestfalen. Das wäre die reine Schönheit einer Zahlenreihe. Ich bin sehr zuversichtlich für den Sonntag.

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