Der Sting spricht: Freche Angebote

Jetzt habe ich die Schnauze voll. Das war vorhin die dritte Anfrage in kurzer Zeit. Leute, merkt ihr noch was? But I also must say it in english! Ein paar von denen verstehen kein deutsch. Dear Mr. Jaratz, so schreiben sie dem Kees. Sehr geehrter Herr Jaratz! Wir sind ein internationaler Vermarkter. Ihr, marketing agencies, I mean you und eure Kunden – die Unternehmen mit was weiß ich für Angeboten, die so gut zum Zebrastreifenblog passen. Denken ist nicht so euer Fall, oder? Mehr so das Süßholzraspeln und Heimlichtun. Und Billigheimern natürlich, ist ja nur  ein schnöder Blogger, für dessen Ruf ihr mal 60 Euro rüberschieben wollt, manchmal auch was mehr als das Doppelte. Aber auf keinen Fall will euer Kunde, dass der Post in irgendeiner Weise gekauft wirkt. Professioneller Auftritt. Wir suchen Kooperationspartner. Pah!

Versteht ihr Typen, was ihr da macht? Ihr sägt den Ast ab, den ihr  braucht. Oder seid ihr eher von der alten Wegwerfschule? Nutzen und ab in den Eimer. Wachsen ja genügend Blogger nach auf der prächtig sprießenden Onlinewiese. Nehmen wir beim nächsten Mal halt den nächsten. Ihr wisst wahrscheinlich genau, was ihr tut! So hohl ist eure Birne gar nicht. Aber Kees und ich sind es selbst, die für jedes Wort hier einstehen. Da gibt es keinen Verlag, den ein Presserat mal anpissen kann, wenn ein bisschen Schleichwerbung mitgenommen wird und der das dann locker wegsteckt. Versendet sich ohnehin, nach dem Motto. Wir haben nichts anderes als unseren Stil, die Haltung und unsere Glaubwürdigkeit. Unsere Leser vertrauen uns. Und der Missbrauch dieses Vertrauens ist euch nur bis zu 140 Euro wert? Ihr spinnt doch.

Am meisten kotzt mich an, irgendwo da draußen sitzt gerade irgendjemand, der dieses Geld braucht. Und dem macht ihr dasselbe Angebot. Ganz dringend braucht er es, weil er seine Miete bezahlen will und was essen muss. Ihr macht kein Marketing, ihr nutzt Menschen aus. Und ich weiß nicht mal, ob Kees und ich nicht in einem Jahr auch dringend Geld brauchen. Vielleicht werden wir dann  ja sagen und uns mal eine Weile nicht mehr ins Gesicht gucken können. Weil euch grundlegende Regeln in der Demokratie  scheißegal sind. Vierte Gewalt, was für ein Quatsch. Mit Schreiben lässt sich doch eh nur selten Geld im Netz verdienen. Also, ab dafür. Zerstört Glaubwürdigkeit, wo ihr nur könnt. Ihr seid in guter Gesellschaft.  Wenn schon Zeitungsverlage beim Geschäftsmodell dabei sind, wie lächerlich wirkt dann die Integrität einzelner Blogger.

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