Der Duisburger Gerd Hennig – Vom Straßenfußballer zum FIFA-Schiedsrichter – Folge 12

Vor einiger Zeit habe ich begonnen, die Erinnerungen von FIFA-Schiedsrichter Gerd Hennig zu sichten. “Vom Straßenfußballer zum FIFA-Schiedsrichter” hat Gerd Hennig diese Erinnerungen genannt, die ich nach und nach bearbeite und hier in loser Folge veröffentliche.

Heute geht es um Geld und Gerd Hennigs Sorgen wegen des Schiedsrichtermangels.


Vom Straßenfußballer zum FIFA-Schiedsrichter – Folge 12
Von Gerd Hennig
Herausgegeben und bearbeitet von Kees Jaratz

Als die Bundesliga eingeführt wurde, betrug der Tagessatz für Schiedsrichter dürftige 20 Mark. Im Laufe der Jahre wurde dieser Tagessatz zunächst auf 24 Mark aufgestockt, danach sogar auf sage und schreibe 72 Mark. Dazu kam noch ein monatliches Trainingsgeld von 100 Mark. Für dieses Trainingsgeld wurde ein zweimal wöchentliches Training verlangt. Diese Aufwandsentschädigungen waren bei dem ganzen Aufwand sicher nicht als lohnender Verdeienst anzusehen.

Die Hotelreservierung wurde an den einzelnen Spielorten durch den DFB vorgenommen. Bei der Anreise mit eigenem PKW konnte man mit einer Kostenerstattung von DM 0,30 pro gefahrenenem Kilometer rechnen. Die Kosten für Reisen mit dem Zug und für Bus oder Bahnen konnten natürlich ebenfalls abgerechnet werden. Flüge mussten über den DFB und dessen eigenem Reisebüro angefragt und geregelt werden. Bei Einsätzen im Ausland gab es den international vereinbarten Satz in Schweizer Franken pro Tag, wobei der einladende Verband für Unterbringung und Verpflegung zu sorgen hatte.

Betrachten wir die Situation heute auf regionaler Ebene, wo ich mich noch auskenne, so gibt es in den Regional- und Landesverbänden unterschiedliche Finanzordnungen, die den jeweiligen Spielklassen entsprechend gestaffelt sind. Auch die 14 Kreise am Niederrhein weisen ihre völlig verschiedenen Spesenordnungen auf, wonach die letzte Fassung meines Kreises ab der Saison 2012/2013 folgende Beträge vorschreibt: Für jedes Seniorenspiel wird ein Satz von € 13,– fällig, während die Junioren nach Klassen zwischen € 9,– und € 6;– abrechnen dürfen. Was in der heutigen Zeit nur einer kleinen Zugabe zum Taschengeld entspricht.

Zu viele Talente im Schiedsrichterwesen stellen sich somit die Frage: „Lohnt sich überhaupt eine Zusage für den nächsten Neulingslehrgang?“ Die kleinen Vereine haben deshalb große Probleme. Der fehlende ehrenamtliche Nachwuchs stellt aber nicht nur im Schiedsrichterwesen eine Misere dar. Wegen der Nichterfüllung des erforderlichen Schiedsrichter-Solls erhalten dann viele Vereine ein Ordnungsgeld. Heute werde ich noch immer an den alten Werbeslogan erinnert: „Fußball ist schön, aber nur mit einem Schiedsrichter“. Viel mehr Fußballer sollten ihn beherzigen, aber leider, leider, leider ist es anders!

Mit einem Klick geht es weiter zu Vom Straßenfußballer zum FIFA-Schiedsrichter – Sämtliche Folgen

 

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