Den Pokalkampf nachholen?

Viele Notausgang-Szenarien beim Verfehlen des Tagesziels Heimsieg habe ich nicht mehr auf Lager. Ich merke das daran, dass ich schon um vier Uhr wach geworden bin. Ich konnte nicht mehr weiterschlafen. Das Trikot liegt schon seit gestern bereit. Vor der Fahrt nach Duisburg werde ich beim Einkaufen auf dem Buchforster Markt noch Streifen zeigen. Das FC-Terrain ist momentan in Geberlaune, auf zufällige Wünsche von anderen Kölner Marktbesuchern will ich nicht verzichten. Allmählich fällt es mir nämlich schwer, die notwendige Ruhe am Spieltag zu bewahren.

Der FC Energie Cottbus ist zudem so eine Art persönlicher Angstgegner für mich. Woran das liegt, kann ich nur vermuten. Die  Sorge vor diesem Gegner ist irrational. Sie ist völlig übertrieben. Durch die Heimbilanz des MSV gegen den FC Energie Cottbus wird sie keineswegs gerechtfertigt. Von 8 Heimspielen wurden vier Spiele gewonnen, zwei verloren und zweimal wurde Unentschieden gespielt.

Ich habe den Verdacht, meine irrationale Sorge kommt daher, dass die erste dieser zwei Niederlagen ganz besonders schmerzte, weil sie der MSV in seiner letzten Erstligaspielzeit 2007/2008 hat hinnehmen müssen. Am 27. Spieltag hieß das, drei Punkte gegen einen direkten Konkurrenten im Abstiegskampf abgeben und die Chance vergeben, einen Abstiegsplatz zu verlassen. Stattdessen fielen wir in der Tabelle zurück auf den letzten Platz. Wahrscheinlich habe ich seinerzeit ein Cottbus-Trauma entwickelt, das selbst durch den Halbfinalsieg im DFB-Pokal vor vier Jahren nicht vollends geheilt wurde.

Deshalb sehe ich sofort alte Schreckensbilder tiefer Enttäuschung, wenn ich den Trainer des FC Energie Cottbus, Stefan Krämer, in der Pressekonferenz seines Vereins vor dem Spiel sagen höre – unten ab Minute 4.05, die Mannschaft werde, „wenn es in Duisburg relativ vor Ende des Spiels noch Unentschieden steht, volle Kanne auf Sieg spielen.“ Dann muss ich ganz schnell meine Cottbus-Trauma-Entspannungsübung durchführen, heißt: Sechsmal tief ein- und ausatmen, sechsmal Maierhofer murmeln und nochmal sechsmal tief ein- und ausatmen.

Es besteht also die Möglichkeit, dass dieses Punktespiel jenen Pokalkampfcharakter annimmt, den wir in Oberhausen vermisst haben. Bei meinem persönlichen Cottbus-Trauma möchte ich das natürlich nicht. Ich möchte eine frühe Entscheidung. Eine hohe Führung aber ist als Hoffnung genauso irrational wie die übertriebene Sorge vor Cottbus. Als zusätzliche Akutmaßnahme zur Beruhigung schaue ich lieber nochmals auf den Tabellenrechner. Den Notausgang Unentschieden gibt es nämlich noch. Ich habe noch Luft im Tabellenrechner, zwei Auswärtsspiel-Unentschieden für notwendigen Kredit. Ein Unentschieden gegen Cottbus ist rückzahlbar mit einem Sieg gegen Dresden.

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