Archiv für August 2015

Der erste Sieg wird kommen

Weil der Schwager in Wolfenbüttel sein Geburtstagsfest am späten Samstagnachmittag begann, wurde das Heimspiel des MSV Duisburg gegen die SpVgg Greuther Fürth zur Verkehrsgefährdung auf der A2. Verkehrswissenschaftler sollten sich auch darum mal kümmern. Womöglich braucht es gesetzliche Regelungen zur Fahrtüchtigkeit von Fußballanhängern während der Spiele ihrer Mannschaften. Ein Hörverbot von Sportsendungen im Autoradio könnte als Sofortmaßnahme die Verkehrssicherheit beträchtlich erhöhen. Durch Selbstbeobachtung habe ich nämlich festgestellt, selbst bei stillem Torjubel lenkt das Tor der eigenen Mannschaft für den Moment vom fließenden Verkehr ab. Ein Gegentor zum Ausgleich in der Nachspielzeit führt außerdem zu unkontrollierten Oberkörper- und Armbewegungen, die für das Steuern eines Autos von großem Nachteil sind.

Worte von Freunden, Worte aus dem MSVPortal und aus der Berichterstattung, sowie Bewegtbild-Bericht für die Netzwelt aus dem Springer-Haus geben mir also einen Eindruck von dem 2:2-Unentschieden, das dem MSV in dem Spiel gegen Fürth am Ende geblieben ist.

Einheitlich lese und höre ich, die Leistung des MSV wäre den Sieg wert gewesen. Die Enttäuschung hält auf MSV-Seite allerorten deshalb lange an, zumal die Nachricht vom Knöchelbruch Simon Brandstetters diese bedrückte Stimmung verstärkt. Wir müssen uns mühsam zurückkämpfen zu dem Gefühl, nicht mehr chancenlos zu sein in der 2. Liga. Wir müssen uns wieder hervorholen, dass die Mannschaft wohl ein gesamtes Spiel eine kontinuierlich gute Leistung gezeigt hat. Wir müssen sehen, dass bei dieser Leistung zwei der entscheidenden Offensiv-Spieler der letzten Saison nicht dabei gewesen sind und die Mannschaft trotz weiterer Verletzter so stark gewesen sein muss.

Andererseits muss ich sofort auch gegen eine böse Erinnerung an die Abstiegssaison im letzten Bundesligajahr anarbeiten. Zwei Spiele gab es seinerzeit, die ähnliche Enttäuschungen hinterließen, einmal mit spätem Ausgleich und einmal sogar mit dem späten Tor zur Niederlage. Der VfB Stuttgart und der BVB waren die Gegner. Es gibt aber einen Unterschied. Damals war die Saison vorangeschritten. Die damalige Mannschaft des MSV hatte keine Zeit mehr, an dieser Enttäuschung zu wachsen. Diese Zeit der Verarbeitung gibt es in dieser Saison noch. Wenn die Spieler durch diese Enttäuschung nach dem späten Ausgleich gegangen sind, werden sie stärker wieder zurückkommen. Es gibt in dieser Saison noch genügend Spiele, die gewonnen werden können.

Fürths Trainer-Statement macht mir endlich Hoffnung

Morgen spielt der MSV gegen die SpVgg Greuther Fürth. Im Vorbericht beim Kicker zum Spiel wird Fürths Trainer, Stefan Ruthenbeck, zitiert: „Ich sehe Duisburg nicht so schlecht, wie es die Tabelle derzeit zeigt.“ Das ist ein Klassiker des Trainer-Statements, eine Art Grußformel, ein Zeichen der Freundlichkeit und des Respekts, inhaltlich diffus, ohne konkrete Botschaft, außer der, dass eine Mannschaft natürlich jeden Gegner ernst nimmt. Unglaublich, aber es ist so: Dieser Klassiker hat mir gerade von jetzt auf gleich die Laune besser gemacht.

Ich bin ein armer pawlowscher MSV-Fan, dem noch das leiseste Lobgeklingel die Hoffnungsdrüsen zum Strömen bringt und der nun wieder zuversichtlich und siegeshungrig dem Spiel entgegensehen kann. Vergessen, jede niedergedrückte Schicksalsergebenheit angesichts weiterer Spielerausfälle. Vergessen, das vorzeitige Wappnen gegen weitere Enttäuschung. Ich hoffe nur, dass bei den auflaufenden Spielern des MSV entweder ebenfalls solch belebende Reiz-Reaktions-Ketten wirken können oder aber sie sich von den Erfahrungen der ersten Spiele besser haben befreien können als ich.

Der MSV braucht Streichresultate in einem Spiel

Fast hätte Stig mir vorhin, die Tastatur unter den Fingern weggerissen. Manchmal spreche ich eben in Gedanken so halblaut Sätze vor mich hin, bevor ich anfange zu schreiben. Ich probiere aus, wie es klingt, so was wie „allmählich gut ins Spiel gekommen während der ersten Halbzeit.“ Es ging natürlich um das Spiel vom MSV beim Karlsruher SC. Dann dachte ich noch, oder müsste nicht im Vordergrund der KSC stehen, der die Zebras immer mehr mitspielen ließ?

Währenddessen fauchte mich Stig schon an: „Hast du sie noch alle?“

Zwar habe ich mich inzwischen an seine raue Herzlichkeit gewöhnt, doch so grimmig ist er auch nicht jeden Tag.

„Und nächste Woche bist du dann wieder bei sieben Minuten, in denen die Mannschaft gezeigt hat, dass sie was kann. Stell dich doch gleich vor so ’ne Sponsorenwand. ‚An diese Leistung müssen wir im nächsten Spiel anknüpfen‘. Als Fußballerkatastrophe bist du ja schon lange genauso gut wie die.“

Die 2:0-Niederlage hat ihm mal wieder das Wochenende versaut. Jetzt sitzt er da am Tisch und zetert immer noch. In so einer Stimmung kann ich ihm nie helfen. Man muss ihn dann lassen.

Also, zum Spiel; bringen wir es hinter uns. Fast die gesamte erste Halbzeit gelang es dem MSV ein torloses Unentschieden beim Karlsruher SC zu halten. Das sah eigentlich gut aus, was die Mannschaft leistete. Nach der kurzen druckvollen Anfangsphase des KSC war es den Zebras gelungen, das Spiel zu beruhigen. Die Mannschaft wirkte in der Defensive zunehmend souverän. Selbstverständlich erwartete ich aber bei jedem Angriff des KSC einen entscheidenden Fehler. Beide Mannschaften arbeiteten bei der nachlassenden Offensivkraft des KSC Fuß in Fuß. Der Fehlpass wurde für einige Zeit zu einem gern genommenen spielerischen Mittel beider Mannschaften. Für fehlende Torraumaktionen des MSV waren allerdings die Duisburger alleine verantwortlich. Wie sollten Tore erzielt werden, wenn jeder konterähnliche Flankenlauf mit einer Reingabe im Nichts endete? Jede, wirklich jede Flanke flog über den Elfmeterraum hinaus ins Torwart-Traumland der Offensiv-Harmlosigkeit. Oft befand sich dort nicht einmal ein Spieler des MSV.

Dagegen wirkte die Defensive im Zweikampf stabil. Jedes Dribbling im eins gegen eins konnte aufgehalten werden, in fast jeden Kurzpass grätschte ein Bein hinein. Lange Bälle wurden erlaufen. Ich hatte dennoch weiter Angst vor dem Fehler. Denn einmal mehr war überaus deutlich, die Karlsruher Führung würde augenblicklich die endgültige Niederlage bedeuten. Im Auswärtsstadion wäre nicht noch einmal so etwas wie im Heimspiel gegen die Arminia möglich, das war klar. Der Fehler geschah kurz vor dem Halbzeitpfiff. Auf dem rechten KSC-Angriffsflügel trafen Torres und Bajic zusammen, und dieses Mal überwand Schnelligkeit das coole erfahrene Stellungsspiel. Die freie Flanke kam in den Strafraum, wo am kurzen Pfosten sich der Rest der MSV-Defensive versammelte, um die Mitte für irgendeinen aus dem Rückraum kommenden Karlsruher einladend frei zu lassen. Dieses Kopfballtor hätte sogar ich mit meiner Brille auf der Nase gemacht, ohne dass sie dabei beschädigt worden wäre.

Diese Tore frustrieren so ungemein, weil ihnen kein wirklicher Druckaufbau des Gegners vorangeht. Deshalb wirkt die Mannschaft in dieser 2. Liga auch komplett chancenlos. Dieses Tor fiel nicht nach einem individuellen Fehler. Viele  Spieler wirkten zusammen, angefangen vom Ballverlust im Spielaufbau bis hin zur Ordnung nach der Flanke. Weil diese Fehler selbst bei dieser grundsätzlich gelingenden defensiven Spielanlage geschehen, müsste die Mannschaft eigentlich offensiver spielen. Dann würde die Defensive allerdings anfälliger. Ein Teufelskreis. Man braucht Mut, um diesen Teufelskreis vom Anpfiff an zu durchbrechen. Allerdings braucht die Mannschaft dann auch Glück dazu.

Den Karlsruhener gab das Tor die Sicherheit für die zweite Halbzeit zurück. Wie zu erwarten war, konnten die Zebras dagegen ihre Spielaktionen Richtung Karlsruher Tor nicht in ein kontinuierliches druckvolles Offensivspiel verwandeln. Das zweite Tor des KSC fiel schon früh nach Wiederanpfiff. Die Niederlage war besiegelt. Dennoch gab es danach einige gelingende Einzelaktionen beim MSV, von denen eine sogar zum Elfmeter hätte führen müssen. Nico Klotz war etwa zehn Minuten vor Spielende innerhalb des Strafraums angespielt worden und wollte mit einer schönen Bewegung an seinem Gegenspieler vorbeiziehen; der aber drückte erst den Ball mit der Hand aus dem Strafraum und streckte sicherheitshalber auch noch sein Bein in den Lauf von Nico Klotz. Der Pfiff blieb aus. Ob ein Elfmeter was geändert hätte? Dass dieser ausgebliebene Elfmeterpfiff nach dem Spiel kaum zum Thema wurde bei Spielern, Gino Lettieri oder auch bei uns Zuschauern, zeigt, wie unterlegen sich Mannschaft und Verantwortliche des MSV gefühlt haben, wie unterlegen wir den MSV wahrgenommen haben.

Die Frage bleibt, wie gelingt der Mannschaft die Balance zwischen Offensive und Defensive? Jeder  neue Rückstand wird zu einer immer höheren Hürde. Wie kann es dieser Mannschaft gelingen in einem Spiel in Führung zu gehen? Wie kann sie offensiv genug sein, um mehr Tore zu erzielen als durch die momentan unweigerlich geschehenden Fehler in der Defensive hereingelassen werden? Natürlich fragt sich inzwischen fast das gesamte Duisburger Publikum, wieso Dustin Bomheuer besser sein soll als Thomas Meißner. Aber dieser Wechsel in der Defensive ist doch nur eine kleine Stellschraube. Fußball ist ein vom Zufall geprägter Sport. Ich beginne gerade sehr auf plötzliches Glück zu hoffen.

Der Stig sitzt da immer noch. Allmählich nervt das. Ich schreibe später zu Ende. Geht das Ding eben erst Montag online.

Endlich ist Kees weg. Ich bin’s, Der Stig, jetzt mal hergehört. Ich sage euch mal was. Egal, was Kees bis hierhin geschrieben hat. Der glaubt selbst nicht dran. Der gute Herr Jaratz hat letzte Woche den Mund nämlich verdammt zu voll genommen. Mehr Zebrastreifenblog für Gino Lettieri und so. Wenn ihr den Kees beim Spiel gegen den KSC gesehen hättet, wüsstet ihr auch Bescheid. Der zwingt sich. Der will  an die Möglichkeiten des MSV glauben. Das kommt nicht von selbst, versteht ihr? In Wahrheit bläst der jede noch so kleine gelungene Aktion zum Überfußball auf und er hofft und hofft und hofft. Fußball ist kein Springreiten. Da gibt es keine Streich-Halbzeiten. 90 Minuten dauert das Spiel. Und 90 Minuten kriegen die das nicht hin. Basta. Da gibt es nichts Positives, egal, was Kees schreibt. Fertig.

Mehr Zebrastreifenblog für Gino Lettieris Stimmung

Gestern war die Pressekonferenz des MSV Duisburg vor dem Auswärtsspiel beim Karlsruher SC. Wenn ich zu dieser Pressekonferenz den Artikel in WAZ/NRZ lese, weiß ich zwei Dinge. Gino Lettieri liest zu wenig den Zebrastreifenblog, und Gino Lettieri fühlt sich schnell angegriffen. „Ich habe nicht ein gutes Wort gehört“, so wird Gino Lettieri in dem Artikel zitiert, als er über die zweite Halbzeit des Spiels gegen Arminia Bielefeld sprach. Anscheinend war er nicht einverstanden mit der öffentlichen Meinung über das Spiel. Schon zu Beginn der zweiten Halbzeit habe der MSV besser gespielt, nicht erst nachdem die Bielefelder nur noch zehnt haben spielen müssen.

Einige gute Worte, auch über den Anfang der zweiten Halbzeit, hätte er am Montag im Zebrastreifenblog lesen können. Wenn ich an die Zukunft des MSV denke, sollte er öfter mal einen Blick hier reinwerfen. Sich hier in diesen Räumen ein wenig positive Stimmung abholen wäre wahrscheinlich einfacher, als grundlegend die Persönlichkeit zu verändern. Die negative Bewertung des Spiels war ja nicht völlig aus der Luft gegriffen. Gino Lettieri hat es nicht leicht bei manchem Fan des MSV. Er macht es ihnen aber auch nicht leicht.

Natürlich lässt sich sagen, Gino Lettieri stellt sich vor die Mannschaft. Nun sehe ich zu Beginn der Saison die Gefahr, dass sich die schlechte Laune bei einem Teil des Publikums vom MSV und bei Gino Lettieri gegenseitig aufschaukelt. Deshalb sollte er mehr hier lesen. Das Gute im Spiel des MSV entdecke ich, sobald es das gibt. Das könnte ihm helfen die eigene Stimmung zu stabilisieren, damit er dann entspannter mit den negativen Stimmen nach einem Spiel umginge.

Darum geht es mir eigentlich: Weil wir nicht wissen, wie knapp der Klassenerhalt werden kann; weil wir nicht wissen, mit wieviel Niederlagen wir Zuschauer in dieser Saison umgehen müssen, kann die Mannschaft kein widerständiges Publikum im Stadion gebrauchen. Es geht darum, dass Gino Lettieri einem ohnehin leicht erregbaren Publikum nicht zusätzlich Futter für dessen Lust am Frustgeschrei gibt, indem er seine Sicht der Dinge mit einem vorwurfsvollen Unterton versieht. Gino Lettieri wird sich nicht verbiegen. Deshalb Lesezeichen setzen: Zebrastreifenblog.

Einen Klickhinweis habe ich auch noch: Wer sich für die Spielkultur in der 2. Liga interessiert und mehr über Rahmenbedingungen für die Spielanlage des MSV wissen möchte, ist beim Rotebrauseblogger heute sehr gut aufgehoben. Eine erste umfassende Wertung der Klasse nach 3 Spieltagen.

Halbzeitpausengespräch: Platzhirsch 2015 – Bewegtbildschau nebst ein paar Worten

Sonntag vor einer Woche endete in Duisburg das Platzhirsch-Festival 2015. Von Freitag an waren Bühnen auf und am Dellplatz bespielt worden. Für drei Tage war das Viertel Duisburgs Zentrum der Kultur. Drei Tage im August. Zum dritten Mal. Wer nur an einem Tag dort gewesen ist, weiß, dieses Festival ist ein Geschenk für Duisburg. Es ist ein Geschenk, das die freie Kultur-Szene der Stadt vor zwei Jahren gemacht hat, weil viele Leute die damalige Absage des Traumzeit-Festivals als Aufforderung verstanden haben, selbst aktiv zu werden.

Dieses Platzhirsch-Festival pumpt Energie in die Stadt und gibt Energie in diese freie Szene zurück. Denn der Dellplatz ist an diesen drei Tagen ein Ort, an dem sich Bands, Musiker präsentieren; ein Ort, in dessen Umfeld Kunst ausgestellt wird, all dem widmet sich das Publikum zwar auch, zugleich ist der Dellplatz aber ein Ort der Begegnung, des gemeinsamen Feierns; ein Ort, wo Menschen miteinander sprechen und wo sie das Gefühl bekommen, sie sind mit ihrer Art zu leben nicht vereinzelt in dieser Stadt.

Die Wirtschaftsförderer dieser Region arbeiten sich seit Jahren an der Unterstützung der Kreativbranche ab. Eigentlich müssten sie den Organisatoren des Platzhirsch-Festivals auf Knien danken. Eigentlich müssten sie längst angeklopft haben, um zu fragen, ob sie das Festival unterstützen können. So etwas wie das Platzhirsch-Festival ist für diese Kreativbranche eine Art Profilbild. Denn dieses Festival macht ein für dieses Wirtschaftssegment notwendiges Milieu im westlichen Ruhrgebiet sichtbar. Es zeigt, dass man nicht unbedingt nach Köln oder Düsseldorf fahren muss, um gleichgesinnten Menschen zu begegnen.

Im Netz sind längst Clips vom Festival zu finden. Meist sind es kurze Mitschnitte von Bühnenauftritten. Mit den Bildern von Frank M. Fischer lässt sich aber auch ein Eindruck von der Atmosphäre auf dem Dellplatz gewinnen.

Freitag

Frank M. Fischer von  Duisburg365.de war auch beim Platzhirsch-Festival mit seiner Kamera unterwegs.

Impressionen vom Freitag

Moderatitonseinlage von Thommie Black und Klaus Steffen.

Die Musik auf den Bühnen

Jaya the Cat

The Dad Horse Experience

Kochkraft

Samstag

Joel Sarakula und Band

Friling

Windspiel

Ivan Ivanovich & the Kreml Krauts

Har Belex  mit Die Weiße Rose

Sonntag

Birdland, The Power of Silence – mehr von diesem Auftritt beim user wkoschi0

Hinweise auf weitere Clips gerne als Kommentar

Heimatlied – Sektion Ruhrstadt – Folge 23: Snaga mit Glück auf

Für manchen Hiphop-Künstler des Potts ist seine Heimatregion ein immer wiederkehrendes Thema in seinen Stücken. Manchmal habe ich den Eindruck, im Hiphop geschieht das nicht nur wegen des autobiografischen Zugangs vieler Hiphop-Künstler zu ihren Tracks sondern auch, weil die Ruhrstadt als Thema gleichermaßen Größenfantasien und Outcast-Empfinden transportieren kann. Das passt bestens zu den sich aggressiver gebenden Subgenres des Hiphop.

Der aus Gladbeck stammende Snaga hat auf einer unlängst erschienenen CD mit Glück auf wieder ein Heimatlied der Sektion Ruhrstadt dabei. Das Stück klingt düster und aggressiv. Die Sprache ist roh und nicht jugendfrei. Wenn ich solche Stücke höre, weiß ich, warum der Umgangston in manchen Cliquen, den ich zufällig mitbekomme, sich für mich so anhört, als ob die Jugendlichen sich gerade beschimpfen und beleidigen. Sei es drum, Ruhrstadt als Thema heißt Heimatlied. So sind die Regeln für diese Sammlung.

Hinweise auf weitere online zu findende Ruhrstadt-Lieder nehme ich gern entgegen. Helft mit die Sammlung wachsen zu lassen.

Mit einem Klick weiter findet ihr Heimatlied – Sektion Ruhrstadt – Alle Folgen

Die erste Etappe auf der Route zum Klassenerhalt

Sagte ich vor dem Spiel nicht, ein Unentschieden im Heimspiel gegen Arminia Bielefeld stimmte mich unzufrieden? Gut, dass es die Wirklichkeit gibt, die mich vom Gegenteil überzeugen kann. Nach diesem Spiel des MSV Duisburg gegen Arminia Bielefeld bin ich mit dem 2:2-Unentschieden nicht nur zufrieden, in diesem Spiel gegen Arminia Bielefeld habe ich sogar zum ersten Mal in dieser Saison einen MSV gesehen, der mir ein Bild vom Klassenerhalt am Ende der Saison gibt. Wenn ich die Gespräche auf dem Weg und im Stadionbus richtig deute, können nicht viele Zuschauer dieses Spiels diese Meinung teilen. Die Anfangsphase des Spiels etwa ist durch die Hilflosigkeit und Angst der Spieler im zweiten Teil der ersten Halbzeit völlig aus dem Blick geraten. Allmählich gewöhne ich mich aber an meine Minderheitenmeinung.

Im Verlauf der ersten Halbzeit begann es schon damit. Ich musste mich nicht nur über das schlechte Spiel meiner Mannschaft ärgern, sondern auch noch über die Zuschauer des MSV. Also: Wer kräftig austeilt, muss auch einstecken können. Ich meine jene Zuschauer des MSV, die ihren Unmut über das Spiel der Mannschaft im Stadion schnell zum Ausdruck bringen mussten. Im dritten Punktespiel dieser Saison eine völlig verunsicherte Mannschaft auspfeifen, das ist das Publikum des MSV, das ich schon lange kenne. Da zeigten sich Seiten, die so gar nichts mit dem viel beschworenen „Alles für den Verein“ zu tun haben. Das hat mehr mit dem Blick auf sich selbst zu tun. Den kann ich beizeiten verstehen, aber nicht zu Beginn der Saison. So etwas gefällt mir ebensowenig wie ein Zlatko Janjic, der einen halben Meter neben einem Bielefelder steht, der gerade den Ball erobert hat und der vorsichtshalber nochmal zwei Meter weg läuft, um nicht in den Zweikampf gehen zu müssen. Vielleicht hat er sich ja sogar etwas dabei gedacht, wie sich die Zuschauer etwas beim Pfeifen dachten. Erfolg verspricht beides nicht.

Denn solche Gedanken trugen nicht zum Wiedererstarken der Mannschaft bei. Wer in dieser ersten Halbzeit den „Wir-wollen-euch-kämpfen-sehen“-Klassiker anstimmt, stellt mich vor die Frage, wieviel er gerade vom Spiel wahrnimmt. Trotz ihrer Verunsicherung, trotz ihrer Angst vor weiteren Fehlern gab es auf dem Spielfeld immer wieder Pässe als Risiko in den Augen der Spieler. Zumal die offensiv ausgerichteten Pässe dann meist zum Gegner gingen. Es gab Dribbling im eins gegen eins. Es gab Tackling. Was es nicht gab, ein klares Spiel, Spielzüge. Die meisten der Spieler des MSV kämpften an zwei Fronten, zum einen gegen ihre eigene Angst vor weiteren Fehlern, zum anderen gegen den Gegner. Ich sah das Ringen des MSV, Kontrolle über die eigene Spielweise zu gewinnen. Bei all dem wirkten die Spieler des MSV überfordert. Das Timing beim Defensivverhalten stimmte nicht. Es schien so, als sei jedes Anlaufen des Gegners zugleich von der Angst bestimmt, eine Lücke hinter sich zu lassen, die genutzt werden könnte. So entstand natürlich kein Druck auf das Bielefelder Spiel, gleichzeitig gab es die Lücken dennoch, weil die Bielefelder eben zu viel Raum hatten. Die Hilflosigkeit des MSV war  nicht zu übersehn. Mit diesem Niveau der Mannschaft hat das Publikum des MSV aber in der ersten Halbzeit mühelos mitgehalten.

Kurzum, ein Tor der Arminia aus dem Nichts erschütterte in der 8. Minute die zuvor gezeigte Absicht des MSV die Oberhand in diesem Spiel zu gewinnen. Ein weiter Ball in Richtung Strafraumgrenze wirkte harmlos, ebenso die Kopfballbogenlampe Richtung Tor. Dummerweise wurde das Kopfballduell nicht nur verloren, ebenso stand Michael Ratajczak weit vor der Linie. Es sah so aus, als ob keiner der Defensivspieler rund um den Ball exakt dort stand, wo es für diesen Angriff hätte sinnvoll sein können. Das Freistoßtor circa eine Viertelstunde später gab dem MSV vermeintlich den Rest. Eroberte Bälle wurden sofort wieder abgegeben. Verlegenheitspässe landeten im Nichts oder trieben den umtriebigen Simon Brandstetter in aufreibende Zweikämpfe. Aufbauspiel gab es kaum mehr. Auch die Einwechslung von Kingsley Onuegbu konnte meine Hoffnung auf einen Anschlusstreffer nicht erhöhen. Ich sehnte die Halbzeitpause herbei und hoffte auf eine Neuausrichtung des Spiels durch Gino Lettieris Anweisungen. Ich hoffte darauf, dass der MSV sich die Arminia zum Vorbild nehmen könnte, als sie in der letzten Saison das Spiel gegen den MSV nach dessen 2:o-Führung noch drehte.

Ganz reichte es dazu dann nicht. Die Einwechslung von Nico Klotz brachte etwas mehr Schwung in die Offensive. Doch hohe Bälle auf Onuegbu in den Strafraum hatten wie in den Spielen zuvor kein Potential. Im Mittelfeld aber bot er die bekannte Anspielstation und hatte nun auch Mitspieler, auf die er ablegen konnte. Dort wirkte er so gefährlich, dass der Bielefelder Brian Behrendt ihn trotz einer bereits erhaltenen gelben Karte umriss. Gelb-rot war die Folge. Diese Karte war ein Signal. Nicht weil aus der Überzahl als solcher sich ein überlegenes Spiel ergab. Auf mich wirkte es so, als befreite diese Überzahl von Angst. Hinzu kam die Einwechslung von Stanislav Iljutcenko für Zlatko Janjic. Mit einem Mal wurde der MSV nun in seinen Offensivaktionen sicherer, Kombinationen gelangen, der Druck auf das Tor von Bielefeld wurde größer.

In der 70. Minute gelang dann Kingsley Onuegbu der Anschlusstreffer. Halbhoch wurde er an der Strafraumgrenze angespielt, Ballkontrolle, Drehung und Volleyschuss waren eine einzige fließenden Bewegung. Ein wunderbares Tor, technisch perfekt. Großartig. Der Ausgleich fiel nur wenige Minuten später: Flanke auf den langen Pfosten, Kopfball Iljutchenko. Für etwas mehr als zehn Minuten war nun alles möglich. Der MSV drückte weiter und wollte das dritte Tor. Gleichzeitig fürchtete ich die Konter der Bielefelder. Zweimal kamen sie noch vor das Duisburger Tor. Doch die Kraft fehlte für präzise Abschlüsse. Eine Direktabnahme von Thomas Bröker (?) außerhalb des Strafraums hätte der Siegtreffer noch sein können. Ein Abwehrspieler schmiss sich dem in den Weg. Danach schienen beide Mannschaften am Ende ihrer Kräfte. Das Publikum vom MSV schien wieder versöhnt. Die Emotionen waren hochgekocht. Erst auf dem Heimweg hörte ich wieder die Unzufriedenheit. Für mich wirkt dieses Unentschieden so, als habe die Mannschaft endlich eine Karte aufgeschlagen, auf der die Route zum Klassenerhalt eingetragen ist. Die erste kleine Etappe auf dieser Route ist nun zurück gelegt. Den Weg muss die Mannschaft jetzt weitergehen.

Vorbildhafte Zebras 1997

Vor dem Spiel morgen gegen Arminia Bielefeld braucht es nicht viele Worte. Im dritten Zweitligaspiel der Saison kommt der erste Gegner, mit dem der MSV zweifellos mithalten muss; mehr noch, gegen diesen Gegner müssen im Heimspiel eigentlich drei Punkte geholt werden. Der MSV sollte gewinnen. Als Notausgang gegen die Enttäuschung versuche ich mir schon seit vorgestern einzureden, ich sei auch mit einem Unentschieden zufrieden. Richtig überzeugen kann ich mich aber nicht.

Ihr wisst natürlich auch, dieser von mir gesuchte Notausgang ist der Leistung in den ersten beiden Spielen geschuldet. Wir haben noch keinen Anhaltspunkt dafür, dass wir der Mannschaft in irgendeiner Weise vertrauen können. Vielen von euch wird es genauso gehen, und wenn ich mir die Worte von Gino Lettieri und Dustin Bomheuer anhöre, habe ich den leisen Verdacht, ihrer Sache sicher sind sich Spieler und Trainer noch nicht. Beide wissen zwar, es gibt keinen Zweifel über das Ziel, mit einem Wort benannt wird es aber nicht.

Für mich klingt es milder, wenn Gino Lettieri davon redet „zu Hause zu punkten“ und Dustin Bomheuer davon, die Punkte zu behalten. Als ob es ein schlechtes Omen wäre, das Ziel auf den Punkt zu bringen. Ich will gewinnen. Wir müssen zu Hause punkten. Probiert das mal aus. Das macht einen Unterschied. Der MSV muss sich sein Selbstvertrauen noch erspielen. Bei der Arminia hat deren Torwart Wolfgang Hesl im Interview-Portrait seines Vereins über ihn weniger Schwierigkeiten das Wort „gewinnen“ auszusprechen. Auch daran ist zu erkennen, die Arminia geht etwas entspannter in das Spiel als der MSV. Noch mehr wird dort über das Auswärtsspiel der Arminia gegen den MSV aber nicht gesagt.

Zurück zum Selbstvertrauen des MSV.  Erfolg stellt sich dann eher ein, wenn man sich vor der zu lösenden Aufgabe, den Erfolg vorstellt. Wer an das Scheitern denkt, verschlechtert seine Chancen. Es gibt also innere Bilder, die beflügeln, und schön ist es, wenn man die Bilderflut heute dazu nutzen kann, diese inneren Bilder hervorzurufen. Im September 1997 hat eine andere Mannschaft des MSV mit 2:1 gegen eine andere Mannschaft der Arminia gewonnen. Probleme, Tore aus dem Spiel heraus zu erzielen, gab es damals auch.  Carsten Wolters hat damit damals sehr beeindruckend ein Ende gemacht.

Hat Christian Wulff gerade etwas Zeit?

Es nutzt alles nichts. Für mich gilt ab heute: Strategiewechsel. Da das Banner-Thema von WAZ/NRZ nach den bekannten Handbüchern für Skandaljournalismus abgearbeitet wird, werden wir noch ein paar Tage damit zu tun haben. Sich ärgern ist aber so ein unproduktives Gefühl. Wenn die Wirklichkeit gerade ist, wie sie ist, will ich meinen Vorteil dabei suchen,

Schließlich fühle ich mich zum einen ziemlich wohl, wenn ich sehe, wie erwartbar das Ganze gerade vonstatten geht. Ich habe die Welt im Griff. Ein durchweg positives Gefühl. Natürlich wird bei jedem Skandal eine übergeordnete Institution mit hinein gezogen werden. Sonst wäre die Geschichte sofort zu Ende. Die Tat ist nur ein äußeres Zeichen dafür, dass drinnen etwas nicht stimmt. Das ist der klassische Verlauf. Nun hat die Geschichte Potential, wenn viele Menschen zusammen arbeiten, stimmt „drinnen“ immer irgendwas nicht. Das ist normal.

Ich hoffe, Bernd Maas und Ingo Wald nehmen die Dinge auch so gelassen wie ich. Mich stört nämlich sehr, wie kleinlaut gerade Bernd Maas in der Berichterstattung wirkt. Gestern habe ich schon einmal in einem Kommentar hier geschrieben, ich finde, der Verein kann selbstbewusst damit umgehen, dass unter seinen Zuschauern immer wieder auch Menschen sind, die sich nicht benehmen können. Auch das ist normal, weil das Stadion einer der wenigen Orte dieser Gesellschaft ist, an dem Menschen aller möglichen sozialen Herkünfte mit allen möglichen Verhaltensweisen zusammen kommen. Das ist kein Skandal des MSV

Ich habe aber auch noch sehr viel mehr Gründe für gute Gefühle. Denn im Fahrwasser des Skandaljournalismus kriegen meine Worte ebenfalls mehr Aufmerksamkeit. Ich halte es also mit der asiatischen Kampfkunst und nehme die Energie meines Gegenübers einfach auf, um sie in eigene Energie zu verwandeln. Wirklich, ein gutes Gefühl.

Und last but not least lässt sich dieser Vorgang ja auch dazu nutzen, noch mehr über die Welt zu lernen. Im Grunde spaltet sich ja gerade die Öffentlichkeit rund um den MSV zu diesem Thema. Es gibt den Deutungsversuch der Funke-Gruppe über den klassischen Print-Kanal. Daneben gibt es im Netz die andere Öffentlichkeit mit Interesse am MSV, die sich nahezu geschlossen gegen die Skandalsierungsberichterstattung bei WAZ/NRZ wendet und sich in Teilen ebenfalls empört.

Diese Teilung der Öffentlichkeit in der digitalisierten Gegenwart ist ein Phänomen, mit dem sich längst Wissenschaftler beschäftigen. Der Mann, der dazu im Moment meist gefragt wird, ist Professor Bernhard Pörksen. Vor drei Jahren hat er zusammen mit Hanne Detel „Der entfesselte Skandal“ geschrieben. Sollten wir also alle jetzt mal lesen. Bei Spiegel online findet sich dazu eine kurze knackige Besprechung. Außerdem haben Bernhard Pörksen und Hanne Detel dort acht Thesen zu „digitalen Erregungszyklen“  zusammengefasst. Sonderlich tiefe Einsichten sind das nun nicht, aber sie so geordnet einmal vorliegen zu haben, verhilft zur Ordnung auch im eigenen Denken.

Bleibt nur noch die Frage, ob Christian Wulff inzwischen auch im Beratungsgeschäft unterwegs ist? Was er aus seinen Fehlern in seinem Skandal gelernt hat, kann dem MSV nur nutzen. So gut wie nichts ist von all dem übrig geblieben, worüber damals skandalisierend geschrieben wurde.

Wie man aus aufgeblasenen Skandal-Bannern die Luft rauslässt

Eigentlich habe ich über dieses Banner, das im Spiel gegen den FC Schalke 04 hochgehalten wurde, nichts schreiben wollen. Mit Provokationen geht man in der Öffentlichkeit am besten um, indem man sie ins Leere laufen lässt.  Genauso geht man mit der Bearbeitung von Provokationen durch die Medien um. In großen Teilen sind diese Medien ja im Unterhaltungsbetrieb Fußball keine sachlichen Berichterstatter sondern Teilnehmer des Betriebs und befeuern Themen aus eigenem Interesse. Was den konstruktiven Umgang mit Provokationen natürlich erschwert.

Das Banner mit der Anspielung auf die Demenz-Erkrankung von Rudi Assauer in der Duisburger Fankurve war eine Steilvorlage für die B- oder C-Kategorie einer Skandalgeschichte. Da greift der Journalismus gerne zu in Zeiten, in denen der Fußball in dieser Gesellschaft von so großer Bedeutung geworden ist und zugleich eine Krankheit als Thema berührt wird, die seit Jahren von öffentlichem Interesse ist, mit der viele schon zu tun hatten und vor der viele Menschen Angst haben. Besser geht es nicht, es gibt ein wehrloses Opfer und die Bösen. Wie leicht kann man sich über diesen Vorfall empören. Wie gerecht fühlt sich diese Empörung an. Empörung lässt sich auch genießen. Wie lebendig macht sie, und wie sehr möchte man als Journalist für seine Leser doch auf der richtigen Seite stehen. Beifall ist gewiss.

Ich wollte all das ignorieren, weil morgen schon die nächste Sau durch Fußballdeutschland getrieben wird. Da war ich sicher. Da musste ich gar nichts machen. Ich habe weder in Bielefeld auf einen Mannschaftsbus geschossen, noch war ich in Osnabrück, um ein Feuerzeug auf den Schiedsrichter zu werfen.

Nun schreibe ich dennoch, einzig und allein, weil ich meinem Verein den Rücken stärken will, weil ich Sorge habe, die Verantwortlichen dieses Vereins haben zu große Angst vor diesen Schlagzeilen, die nichts anderes sind als mediale Reflexe im Fußballunterhaltungsbetrieb. Wenn ich in WAZ/NRZ die Schlagzeile lese, MSV-Boss Wald kündigt nach Assauer-Banner Konsequenzen an, möchte ich ihm zurufen, mache dir keinen Kopf. Ihr habt euch sofort nach dem Spiel entschuldigt. Ihr hattet ein gutes Krisenmanagement. Auch wenn mir schon der Ton von Bernd Maas auf der Pressekonferenz nach dem Spiel  nicht selbstbewusst genug klang. Ich weiß aber, wie schwer es ist, den richtigen Ton in solch einem Moment zu treffen. Die Entschuldigung ist angenommen, und nun ist aber auch gut.

Geschmacklosigkeiten sind kein Verbrechen. Geschmacklosigkeiten sind Grenzüberschreitungen in sozialen Zusammenhängen, und  solche Grenzüberschreitungen versucht man normalerweise in Gesprächen zu bewältigen. Unaufgeregt muss man den Banner-Machern sagen, was ihr da gemacht habt, war nicht so komisch, wie ihr es euch beim Machen vielleicht gedacht habt. Ihr habt auf Kosten eines Schwächeren euren Witz versucht. Vielleicht gibt es sogar Orte für diesen Witz und Menschen, die diesen Witz hätten machen können. Ich weiß das nicht. Ich weiß nicht mal, ob ich solch einen Witz selbst machen würde. So etwas handelt eine Gesellschaft situativ aus. In diesem Stadion am Samstag war das Banner fehl am Platz. So könnte man es den Machern sagen, und eine Konsequenz könnte sein, sich direkt bei Rudi Assauer zu entschuldigen. Und dann wäre es auch an dieser Stelle gut.

Liebe Verantwortliche beim MSV, geht doch nicht in die Empörungsfalle, die euch ein Teil der Medien gestellt hat. In sportlichen Fragen folgt ihr doch auch nicht jedem populistischen Aufschrei. Weigert euch, über das Stöckchen zu springen, das euch von den Journalisten des Funke-Konzerns hingehalten wird. Seid selbstbewusst. Das öffentliche Bild vom MSV hat durch das Banner keinen Schaden genommen. Sorgt euch nicht. Wie gesagt, die nächste Sau wartet auch im Pott-Dorf schon.


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