Das Auswärts-Testspiel als Heimspiel – Gedankensplitter und Fotos

Das Testspiel des MSV gegen Viktoria Köln fände unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt. Eintritt gegen Vorlage des Presseausweises. So ähnlich war das Testspiel angekündigt worden. Mit dem Fahrrad brauche ich 20 Minuten zum Sportpark Höhenberg. Ich hatte nichts vor, also habe ich dort mal reingeschaut. Gesehen habe ich ein 4:4 als Endergebnis und zwei bis auf Tim Albutat komplett unterschiedliche Mannschaften des MSV in den zwei Halbzeiten.

Ein paar Gedankensplitter reihe ich mal aneinander, zu einer Einheit wird das heute nicht.

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Elfmeter – Und alles sieht noch gut aus

Erste gute Nachricht: Thomas Bröker spielte. Ein Verletzter weniger. Viel zeigen konnte er aber nicht, wie die anderen Offensivspieler auch, was weniger an ihm als am nicht vorhandenen Mittelfeld des MSV gelegen hat. Denn wenn Testspiel, dann aber auch ein richtiger Test, ein Test, bei dem Spieler dabei sind, die noch weit von der ersten Elf entfernt sind; U19-Spieler etwa, Spieler, deren Leistungsstand sich die sportlich Verantwortlichen vielleicht unter Wettbewerbsbedingungen anschauen wollten. Vielleicht sollte auch die Stammelf kein ganzes Spiel spielen. Das Spiel wirkte mehr als eine Art Stresstest für die einzelnen Spieler, als dass sie sich zu einer Mannschaft zusammengefunden hätten.

Wie gesagt, es gab so gut wie kein Mittelfeld des MSV. Die Viktoria presste sehr weit in der Hälfte des MSV und machte das verdammt gut. Diese Mannschaft wollte sich ausprobieren, sie wollte Erfolg, sie war hungrig und hat jegliche Aufbauversuche des MSV im Keim erstickt. Ich meine, alle drei Tore der Viktoria fielen nach schnellem Umschaltspiel. Dagegen konnten die langen Bälle des MSV in die Offensive so gut wie nie erobert werden. Einige wenige Male wurden auch Flügelläufe versucht. Ohne Erfolg. Den MSV gab es bis zum 3:0 fast ausschließlich als verteidigende Mannschaft.

Branimir Bajic wurde zusammen mit Kingsley Onuegbu in der 33. Minute kurz nach dem dritten Tor der Viktoria eingewechselt. Eines hat diese erste Halbzeit zweifellos gezeigt, wie wichtig Branimir Bajic für das Spiel des MSV weiterhin ist. Er gibt seinen Mitspielern, egal, wer sie sind, sehr große Sicherheit. Steffen Bohl agierte zwar für sich genommen zuvor ebenfalls souverän. Alleine konnte er die Defensive aber nicht zusammen halten. Mit Branimir Bajic auf dem Feld erhielt das Spiel des MSV Stabilität. Nicht nur, dass die Defensivreihe nach seinem Einsatz ruhiger agierte, selbst das Mittelfeld dirigierte er manchmal und verteilte die Mitspieler in freie Räume bei eigenem Ballbesitz.

victroria-msv_anstossHZ2Als die Stammbesetzung in der zweiten Halbzeit spielte, wurde deutlich, dass Gino Lettieri Thomas Meißner an solch eine leitende Souveränität heranführen will. Thomas Meißner soll mehr Verantwortung übernehmen im Spielaufbau und als ruhender Pol wirken in der letzten Reihe vor dem Torwart; einer, der notfalls immer als Anspielstation zur Verfügung steht und gleichzeitig den Druck nach vorne aufrecht erhalten kann.

Mit Ausnahme von Steffen Bohl fiel mir kein Spieler mit Anschluss an die Startelf positiv auf. Zwei große Chancen hatte der MSV dann noch in der letzten Viertelstunde der ersten Halbzeit. Zwei schnelle Spielzüge über den rechten Flügel brachten diese Chancen. Nico Klotz war beteiligt. Den einen Pass erhielt Stanislav Iljutcenko im Elfmeterraum. Freistehend schoss er über das Tor. Auch wenn der Pass etwas ungenau gekommen war, hätte er treffen müssen, ebenso wie wenig später Kingsley Onuegbu, der am Tor rechts vorbei schoss.

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Nurretin Kayaoglu

Nurettin Kayaoglu als linker Verteidiger, schon in der Presse angekündigt als Verpflichtung, doch noch nicht offiziell bestätigt, spielte ebenfalls unauffällig. Man merkte seine Vorsicht. Er wollte keinen Fehler machen. In der Defensive hat das auch recht gut geklappt. Dem Spiel nach vorne mangelt es dann vielleicht an Risikobereitschaft. All das muss Gino Lettieri einordnen und in den Zusammenhang des Mannschaftsspiels bringen.

Bis auf Tim Albutat stand in der zweiten Halbzeit eine andere Elf auf dem Platz. Nun wurde der Test zur Vorbereitung auf das nächste Punktspiel. Der Druck auf die Viktoria war nun von Beginn an vorhanden. Auffällig waren  Diagonalpässe auf Giorgi Chanturia, die statt der Flankenläufe der Außenverteidiger das Spiel aufrissen. Nun fand die Offensive der Viktoria kaum mehr statt. Alternativ zu den Diagonalpässen wurde der Ball  gut durch das Mittelfeld kombiniert. Victor Obinna erwies sich einmal mehr als sichere Anspielstation auch unter Druck. Gerade das dritte und vierte Tor wurden über mehrere Stationen schön herausgespielt.

Nach der 4:3-Führung verschwanden die spielerischen Lösungen. Die Räume waren zu eng geworden, statt der Kombinationen wurde nun zu oft per Dribbling der Durchbruch gesucht, ohne dass sich die einzelnen Spieler gefährlich durchsetzen konnten. Entsprechend häufiger kam die Viktoria wieder an den Ball und spielte schnell in die Spitze. Beim Ausgleichstreffer wurde die aufgerückte Defensive überlaufen.

Vielleicht fällt mir auf Nachfrage noch mehr ein. Hier ist erst einmal für heute Schluss. Bleiben noch ein paar Fotos.

Mit einem Klick zum Live-Ticker des MSV.

Zum kurzen Spielbericht aus Kölner Sicht mit einem Klick.

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