Sdravejte! Und: Vsitschko hubawo, Ilia Gruev!

Vorhin habe ich mich mal eingehender mit der bulgarischen Sprache beschäftigt. Besondere Gelegenheiten nehme ich gerne auch zur Weiterbildung. Jetzt kann ich dem neuen Trainer des MSV, Ilia Gruev, in seiner Muttersprache „Hallo!“ und „Alles Gute“ sagen. In der Überschrift habe ich das sofort ausprobiert. Einfach ist das nicht auszusprechen für meine Ruhrstadt-Zunge. Nötig ist das natürlich nicht, damit Ilia Gruev uns versteht, aber vielleicht lässt sich auf diese Weise zu noch besserer Stimmung und Arbeitsatmosphäre beitragen

Denn der MSV Duisburg kann beim Versuch den Abstieg noch zu verhindern keine zusätzlichen Hürden mehr gebrauchen. Deshalb passt es auch gut, dass Ilia Gruev viele wichtige Akteure des MSV nicht mehr kennenlernen muss. Als Spieler und als Co-Trainer war er bereits beim MSV. Wenn auch die Psyche eine große Rolle spielt für den gewünschten Erfolg der Mannschaft, sind seine Karrierestationen in Duisburg also von Vorteil. Denn nur gelingende Kommunikation kann innere Haltungen und verfestigte Selbstbilder aufbrechen. Dieses erste Drittel der Saison muss raus aus den Köpfen der Spieler.

Kommunikation gelingt besser, wenn die persönlichen Eigenarten bekannt sind und Vertrauen aufgebaut ist. In Krisenzeiten muss schließlich in jedem Moment alles immer auf den Tisch. Jede Energie muss in die Lösung der Sachfragen fließen. Das ist schwierig, weil Menschen auf Krisen unterschiedlich reagieren und dabei meist das Gefühl haben, ihr ganzer Einsatz gelte doch immer der Lösung der Krise. Schnell wird es dann persönlich, wenn Meinungen auseinander gehen. So gibt es für Ilia Gruev schon mal diese kleine Starterleichterung.

Alles weitere werden wir im Spiel gegen den SC Freiburg am Samstag zum ersten Mal sehen. Es ist wie stets eine Frage der Perspektive, ob dieser Punktespielstart von Ilia Gruev für die weitere Entwicklung als günstig angesehen wird oder nicht. Ich selbst halte es angesichts der wenigen Tage vor dem Spiel für günstig, weil eine Niederlage sich keineswegs als Schatten auf den Beginn des Engagements von Ilia Gruev legen würde. Die Niederlage wäre das, was wir erwarten. Alles andere brächte zusätzlichen Schwung für den Neuanfang. Auch die Länderspielpause kommt passend. Zeit für die Arbeit an der Grundstruktur des Spielaufbaus.

So habe ich das Spiel gegen 1860 endgütlig verdrängt. In einer Ecke sitzen meine Hoffnungen schon wieder, zwar noch an der Wand angelehnt, aber sie wirken nicht mehr leichenblass und ausgezehrt. Leben ist in ihre Mienen zurückgekehrt, wenn auch die sachlichen Gedanken weiter sehr viel lebendiger im Raum rumstehen und mitleidig zu den bedauernswerten Geschöpfen in der Ecke rüberschauen. Allerdings packte mich bei meiner schnellen Einführung ins Bulgarische geradezu eine Vermutung. Ich fragte mich, ob in Gruev nicht irgend eine altbulgarische Wortwurzel wie „gruo“ steckt? So ein Wort, das schon um 900 oder 1000 herum im Sinne von „retten“ und „bewahren“ gebraucht wurde? Wenn ich meine Hoffnungen an der Wand angelehnt sehe, halte ich diese Vermutung für sehr plausibel. Der Trainer mit dem richtigen Namen für den MSV Duisburg! In dem Sinne: #ImmerWeiter #BisGarNichtsMehrGeht.

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