Gastbeitrag: Nicki Beaujean über die Reise zum TanZebra FC und zur Planet of Hope Org

Angesichts des Terrors in Paris fällt es mir schwer, in das alltägliche Schreiben zurückzufinden. Keine Worte gab es für mich gestern. Mit Edith Piafs „Marseillaise“ taste ich mich an Worte heran. Ein Zeichen der Trauer und der Verbundenheit, aber auch ein Zeichen dafür,  dass Worte in diesen Räumen hier, selbst jeder Spielbericht, immer in einer klaren Perspektive geschrieben sind. Der winzige Mosaikstein Öffentlichkeit des Zebrastreifenblogs steht für die Freiheit des Denkens und damit – wie schon im Januar nach dem Terroranschlag auf Charlie Hebdo geschrieben –  für meine immer vorhandene Absicht, in den Grenzen dieses Fußballblogs mit meinem Schreiben für die  Werte dieser Gesellschaft einzustehen. Meinungsfreiheit, Menschlichkeit, Solidarität und Vernunft gehören dazu. Ich wiederhole mich: Was die Freiheit dieses Denkens bedroht, wird in diesen Räumen benannt.

Gleichzeitig geht es mir auch um das Erzählen vom Gelingen gesellschaftlichen Handelns. Vor dem letzten Heimspiel gegen Freiburg hatte ich mit dem Zebraherdenmitglied Nicki Beaujean über ihre kommende Reise nach Tansania gesprochen. Dort besucht sie in diesen Tagen zusammen mit ihrer Tochter Vivi ein Projekt, das die Zebraherde seit April letzten Jahres unterstützt.

In aller Kürze: Eine Straßenfußball-Mannschaft in Dar es Saalam wurde mit Trikot-Sätzen und  „One-World-Fußbällen“  ausgestattet. bedacht werden. Seit Juli 2015 gibt es nun einen eingetragenen Verein, der unter dem Namen „TanZebras FC“ am Spielbetrieb teilnimmt. Der Verein wächst mit weiterer Unterstützung auch des MSV Duisburg und seiner Anhänger. Zudem wurde bald das Waisenhaus der Planet of Hope Organization unterstützt. Ohne die Hilfe der Zebraherde wäre zum Beispiel ein Zaun um das Gelände nicht fertig gestellt worden. Nun bleibt das selbst angebaute Gemüse und Obst vor Wildfraß und Diebstahl geschützt. Wer die Geschichte im Detail kennenlernen möchte, lese auf der Seite der Zebraherde den kurzen Abriss über die letzten anderhalb Jahre Engagement von Anhängern des MSV weiter oder verfolge im MSVPortal die Entwicklung des Ganzen gleichsam in Echtzeit noch einmal nach.

Diese erklärenden Vorworte sind nötig, weil ich mich freue, Nicky Beaujean als Gastautorin im Zebrastreifenblog begrüßen zu können. Von heute an stehen – mit etwas Verspätung – ihre Tagebuch-Einträge über den Aufenthalt in Dar es Salaam hier online. Ihre Erfahrungen in Tansania zeigen erneut, dass Fußball mehr sein kann als nur der Sport.

Nicki Beaujean – Tag 1, 10. November 2015

Nach gutem Flug von Düsseldorf  aus über Istanbul sind wir heute morgen gut und etwas geschlaucht in Dar um 3.15 Uhr Ortszeit angekommen. Das Visum bezahlen und der Eintrag im Pass klappte recht zügig.  Vivi durfte auch sofort durch die Passkontrolle,  ich hingegen musste meine Fingerabdruecke abgeben und wurde fotografiert. Der Zoll hat dann alle Gepäckstücke durchleuchtete und wir durften ohne weitere Fragen das Flughafengebaeude verlassen.

Die Fahrt zu unserer Unterkunft bei Judy und ihrer Freundin Anne war dann ein Abenteuer. Chaos pur auf den Strassen. Jeder fährt, wann er meint und wann er will. Das ist wirklich unglaublich. Untergebracht sind wir bei Judy [Mitarbeiterin von Planet of Hope, K.J.] und ihrer Freundin Anne. Mit Judy und Dennis ging es dann weiter zu unserem Waisenhaus. Beeindruckend, was unser Zaun bewirkt hat und wie gut der Anbau von Fruechten und Gemuese klappt.

Vom Waisenhaus ging es dann weiter zum Office von Planet of Hope, Nach kurzem Gedankenaustausch und dem ersten Treffen mit Patrik ging es weiter in die Stadt. Geldwechseln, Sonnenbrille erstehen und etwas essen. Dennis, unser Fahrer, wollte dann das Auto holen und kam und kam nicht wieder. Da er in einem Halteverbot gestanden hat, wurde mit einem Schloss eine Felge festgesetzt. Somit saßen wir wieder erstmal fest. Als alles geklärt war, hingen wir bei unserer Fahrt aus Dar raus zwei Stunden im Stau.

Zum guten Schluss ging es dann wieder zum Office zurück, wo unzählige kleine Tanzebras auf Judy und uns gewartet haben. Es gab eine Torte in Herzform. „Wellcome Vivi und Nicki HBD Judy“ stand drauf. Es wurde noch geplaudert und viel gelacht. Jetzt sitzen wir müde und glücklich auf unserem Bett und haben viel zu verarbeiten.

Erstes Fazit:
– die Freundlichkeit ist umwerfend
– die Armut viel groesser als gedacht
– alle machen das Beste draus.

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