Gastbeitrag: Nicki Beaujean über die Reise zum TanZebra FC und zur Planet of Hope Org – Tag 4

Vor dem  Heimspiel gegen Freiburg hatte ich mit dem Zebraherdenmitglied Nicki Beaujean über ihre kommende Reise nach Tansania gesprochen. Dort besucht sie in diesen Tagen zusammen mit ihrer Tochter Vivi ein Projekt, das die Zebraherde seit April letzten Jahres unterstützt. In aller Kürze: Eine Straßenfußball-Mannschaft in Dar es Saalam wurde mit Trikot-Sätzen und  „One-World-Fußbällen“  ausgestattet. Seit Juli 2015 gibt es nun einen eingetragenen Verein, der unter dem Namen „TanZebras FC“ am Spielbetrieb teilnimmt. Der Verein wächst mit weiterer Unterstützung auch des MSV Duisburg und seiner Anhänger. Zudem wurde bald das Waisenhaus der Planet of Hope Organization unterstützt. Ohne die Hilfe der Zebraherde wäre zum Beispiel ein Zaun um das Gelände nicht fertig gestellt worden. Nun bleibt das selbst angebaute Gemüse und Obst vor Wildfraß und Diebstahl geschützt. Wer die Geschichte im Detail kennenlernen möchte, lese auf der Seite der Zebraherde den kurzen Abriss über die letzten anderhalb Jahre Engagement von Anhängern des MSV weiter oder verfolge im MSVPortal die Entwicklung des Ganzen gleichsam in Echtzeit noch einmal nach.

Diese erklärenden Vorworte sind nötig, weil ich mich freue, Nicky Beaujean als Gastautorin im Zebrastreifenblog begrüßen zu können. Ihre Tagebuch-Einträge über den Aufenthalt in Dar es Salaam stehen auch hier nun online. Ihre Erfahrungen in Tansania zeigen erneut, dass Fußball mehr sein kann als nur der Sport.

Nicki Beaujean – Tag 4, 13. November 2015

„FC Trikot gegen Viktoria Oberkörperfrei“

Pünktlich um 10 Uhr wurden wir von Don und Dennis eingesammelt und fuhren in die Stadt, um dort beim einheimischen Anbieter unser Handy Facebook-tauglich zu machen. Nachdem dies problemlos geklappt hat, ging es weiter zum Geldautomaten. Stellt euch einen keinen Raum mit zwei Geldautomaten vor. Als einer frei wurde, haben wir vorsichtig gefragt, ob wir dort dran könnten. Die Antwort war: Dieser Automat habe kein Geld mehr. Der zweite Automat spuckte uns leider auch nur die Hälfte der gewünschten Summe aus. Somit ging unsere Tour weiter zum Wechselbüro, wo wir Dollar in T-Schillinge tauschen konnten.

Auf dem Weg zum Auto ließen wir die Gelegenheit nicht aus, in einem 5-Sterne-Hotel die für hier vermutete „Luxustoilette“ zu nutzen. Ein sehr zuvorkommender Portier fuhr mit uns in den fünften Stock und zeigte uns die Sanitärräume. Als wir ihm beim Verlassen des Hotels „Trinkgeld“ geben wollten, lehnte er dankend ab und erklärte uns, wir dürften jeder Zeit gerne wieder kommen. Die Gastfreundlichkeit in diesem Land ist wirklich unglaublich.

Auf dem Rückweg erfuhren wir dank unserer Internetverbindung, wie großartig bekloppt ihr alle seid, und dass unsere Ziegen Walter und Roland heißen werden. Ein Schelm, wer Böses dabei denkt. [Nicki bezieht sich auf die Reaktionen im MSVPortal auf ihre Tagebucheinträge, K.J.] 

Weiter ging es zum Platz der Tanzebras Senioren, wo ein Freundschaftspiel für uns ausgerichtet wurde. Während des Spiels stürmten „Walter“ und „Roland“ mit ihren Freunden – eine Gruppe von ca. 14 Ziegen – das Spielfeld, wurden aber sehr schnell des Platzes verwiesen. Unsere Aufmerksamkeit richtete sich dann auf den Nebenplatz, wo der, wie oben schon erwähnt, FC Trikot gehen Viktoria Oberkörperfrei spielte. Ich war erstaunt, wie einfach es doch ist, zwei Mannschaften zu bilden, indem die eine Hälfte einfach ohne Trikots spielt. Ein Spieler vom FC Trikot besaß nur einen Schuh.

Anstelle der bekannten Stadionwurst gibt es hier afrikanischen Snacks, die von einer Dame in einem Eimer getragen wurden und die sie den auf der Wiese sitzenden Zuschauer anbot. Spielfeldmarkierungen gab es nicht. Der Ball war im Aus, wenn der Schiedsrichter es für gegeben hielt.

Unsere Tanzebras gewannen das Spiel mit 2:0. Die komplette Mannschaft ließ es sich nicht nehmen, jedem von uns die Hand zu geben und uns einen schönen Abend zu wünschen. Diesen haben wir dann mit Organisieren unseres kleinen Bauernhofes verbracht. Mittlerweile wurde der um eine Kuh namens Rudi erweitert.

Morgen früh klingelt unser Wecker um 5:30 klingelt, weil unsere Tanzebras Junioren auf einem Militärgelände trainieren und das Training um 7 Uhr startet.

Fazit von heute:
– wir alle sind bekloppt
– die Namen der Tiere sind top gewählt
– große Aufgaben liegen vor uns, aber wir werden unser Bestes Geben

 

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