Gastbeitrag: Nicki Beaujean über die Reise zum TanZebra FC und zur Planet of Hope Org – Tag 5

Vor dem  Heimspiel gegen Freiburg hatte ich mit dem Zebraherdenmitglied Nicki Beaujean über ihre kommende Reise nach Tansania gesprochen. Dort besucht sie in diesen Tagen zusammen mit ihrer Tochter Vivi ein Projekt, das die Zebraherde seit April letzten Jahres unterstützt. In aller Kürze: Eine Straßenfußball-Mannschaft in Dar es Saalam wurde mit Trikot-Sätzen und  „One-World-Fußbällen“  ausgestattet. Seit Juli 2015 gibt es nun einen eingetragenen Verein, der unter dem Namen „TanZebras FC“ am Spielbetrieb teilnimmt. Der Verein wächst mit weiterer Unterstützung auch des MSV Duisburg und seiner Anhänger. Zudem wurde bald das Waisenhaus der Planet of Hope Organization unterstützt. Ohne die Hilfe der Zebraherde wäre zum Beispiel ein Zaun um das Gelände nicht fertig gestellt worden. Nun bleibt das selbst angebaute Gemüse und Obst vor Wildfraß und Diebstahl geschützt. Wer die Geschichte im Detail kennenlernen möchte, lese auf der Seite der Zebraherde den kurzen Abriss über die letzten anderhalb Jahre Engagement von Anhängern des MSV weiter oder verfolge im MSVPortal die Entwicklung des Ganzen gleichsam in Echtzeit noch einmal nach.

Diese erklärenden Vorworte sind nötig, weil ich mich freue, Nicky Beaujean als Gastautorin im Zebrastreifenblog begrüßen zu können. Ihre Tagebuch-Einträge über den Aufenthalt in Dar es Salaam stehen auch hier nun online. Ihre Erfahrungen in Tansania zeigen erneut, dass Fußball mehr sein kann als nur der Sport.

Nicki Beaujean und Vivi – Tag 5, 14. November 2015

„Heute eher nachdenklich“

Nach einer kurzen Nacht klingelte der Wecker um 5 Uhr 30. Die ersten Meldungen aus Frankreich haben uns schockiert. So weit weg von Zuhause und mit den wenigen Informationen fühlt man sich doch sehr hilflos. Dennoch möchten wir euch heute an unseren Erlebnissen teilhaben lassen.

Wir wurden von Dennis abgeholt und fuhren mit einer Tasche voller Trikots zum Training der Tanzebras Junioren. Auf dem Trainingsplatz angekommen liefen diese fleißig unter Anleitung von Coach Don um den Platz. Nach der feierlichen Trikotübergabe mussten wir den jungen Huepfern erst einmal erklären, dass Stutzen keine Strumpfhosen sind. Danach folgte ein fröhliches Fotoshooting, das allen viel Spass machte. Es ist schön zu sehen mit welchem Stolz die Spieler ihre Trikots tragen.

Bei einem kurzen Meeting im Büro haben wir versucht, unseren afrikanischen Freunden die Geschehnisse in Europa, und damit unsere nachdenkliche Stimmung, zu erklären. Danach ging es weiter zum Farbe kaufen. Ca. eine Stunde verging mit Warten. Auch daran haben wir uns mittlerweile gewöhnt und die Zeit genutzt, um frisches Obst für die Kinder im Waisenhaus zu kaufen. Dann ging es mit einem 20l-Eimer weißer Wandfarbe und drei Pinseln weiter zum Waisenhaus.

Im Waisenhaus trafen wir auf Patrik und Benito, ein viertes Mitglied des Planet of Hope-Vorstands. Wir beratschlagten kurz, was mir machen konnten und beschlossen, das Streichen der Wände zu verschieben. Erstmal muss die marode Decke des Raumes instand gesetzt werden.

Außerdem hat unser „Tierprojekt“ oberste Priorität. Jetzt begann das Warten auf den Mann, der für das Bauen von Tierställen in dieser Region zuständig ist. Denn auch hier kann man nicht einfach bauen, wie und wo man möchte. Dieses Warten war allerdings nicht so schlimm, da wir die Zeit mit den Kindern verbrachten und eine Menge Spaß hatten. Es wurde gemalt, gekocht und gegessen. Heute gab es Reis mit Gemüse und es schmeckte sehr gut.. Es gab ja auch nichts, was uns angucken konnte.

Als der Mann für unser „Animal-House“ endlich kam, sah er sich die Stelle an, wo der Stall gebaut werden soll und gab sein okay. Er wird noch heute eine Skizze anfertigen und diese morgen an den Baumeister weitergeben. Wir warten gespannt auf Informationen. 

Unsere letzte Zeit bei den Kindern verbrachten wir damit, Fussball zu gucken. Eine Zeitreise führte uns zurueck zum 6. Spieltag der Bundesliga, wo wir den Hattrick-Rekord von Lewandowski noch einmal mit erleben durften. Danach schauten wir live das Spiel Tansania gegen Algerien. Die Tansanier gaben eine 2:0 Führung aus der Hand und das Spiel endete 2:2

Fazit von heute:
– die Geschehnisse Zuhause stimmen uns nachdenklich
– stolze Tanzebras in Trikots stimmen uns gluecklich
– fröhliche Kinder lassen manches für kurze Zeit vergessen

 

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