Für Hilfe durch mein Glück braucht es auch Gelegenheit

Diese Auswärtsniederlage des MSV Duisburg gegen den 1. FC Kaiserslautern war kein Spiel für große Gefühle. 2:0 lautete das Endergebnis, das eine gefühlte 1:0-Niederlage für mich bleibt. Das Spiel führte fortwährend zu stillem Ärger, Ratlosigkeit und der alleinigen Hoffnung, dass dieser Mannschaft meine Glückssträhne irgendwie zu Hilfe kommt. MEINE Glückssträhne! Mehr braucht man eigentlich nicht zu wissen, um ein Bild von der Leistung der Mannschaft zu erhalten.

Vielleicht sollte man noch wissen, dass selbst diese schlechte Leistung fast gut genug war für ein torloses Unentschieden. Denn der 1. FC Kaiserslautern hat genauso schlecht gespielt. Den Unterschied machte eine präzisere Flanke aus. Der 1. FC Kaiserslautern war keineswegs klar besser, wie es der Sky-Reporter zweimal verkündete. Die Mannschaft hatte mehr Ballbesitz und versagte fortlaufend, wenn sie mit diesem Ball etwas machen sollte.

Ich will nicht sagen, dass die Defensive des MSV gut stand. Ihre Präsenz reichte zunächst aus für diese schwache Kaiserslauterner Mannschaft. Michael Ratajcak machte zweimal das Spiel spannend, einmal ließ er einen langen, hohen Ball im Gewühl fallen, einmal spielte er Billard, um den zurückprallenden Ball zumindest einmal für die Kaiserslauterner in Tornähe zu bringen. Selbstlose Hilfe, damit der Sky-Reporter das Gefühl bekam, mit seiner Meinung richtig zu liegen.

Das offensive Spiel des MSV Duisburg war aber einmal mehr kaum vorhanden. Klar erkennbar war der Wille zum kontrollierten Spielaufbau selbst unter Drucksitutionen in Strafraumnähe. Lange Bälle waren selten zu sehen, sondern die spielerische Lösung wurde in der eigenen Hälfte mal mehr, weniger erfolgreich gesucht. Doch sobald die Drucksituation aufgelöst war, fehlte es im Mittelfeld an einem Plan, wie es weitergehen sollte. Der Mannschaft gelang es nicht, aus der konzentrierten Arbeit für die Spielkontrolle in ein schnelleres Tempo umzuschalten. Entweder waren die Pässe zu unpräzise oder das notwendige Risiko wurde nicht eingegangen. Das eine kann auch Ergebnis des anderen sein. Die wenige in den letzten Begegnungen gewonnene Sicherheit war in diesem Spiel wieder völlig verschwunden.

Weil beide Mannschaften derart schlecht spielten, kam ein kleiner Unterschied zum Tragen. Die Kaiserslautern Außenspieler flankten deutlich präziser als die Duisburger. Der Ball flog deshalb hin und wieder zumindest in die Nähe des Duisburger Fünfmeterraums, um irgendeinem Mitspieler die Möglichkeit zum Kopfball zu geben. Auf der anderen Seite war die Streubreite der Flanken so hoch, dass man froh sein konnte, wenn der Ball im Spiel blieb.

Ich kenne gerade nicht die genaue Zahl, aber ein Tor nach einer Flanke ist nicht sehr wahrscheinlich. Man braucht viele Flanken für ein einziges Tor. Wenn diese Flanken kaum einmal vor das Tor kommen, braucht man entsprechend noch mehr Flanken. Das machte den Unterschied zwischen den beiden Mannschaften aus. Die Spieler des 1. FC Kaiserslautern konnten besser flanken. Deshalb wurde  Glück überhaupt wirksam in dem Spiel. Denn eines weiß ich sicher,  für dieses Tor in der 60. Minute war Glück notwendig. So gering ist die Wahrscheinlichkeit für den Erfolg nach einer Flanke.

Als dieses Tor fiel, war für mich das Spiel zu Ende. Ich hatte keine Hoffnung mehr für den MSV Duisburg, weil ich mir nicht vorstellen konnte, wie die Spieler in eine andere Haltung zum Spiel kommen sollten als die der Kontrolle. Aus Kontrolle war Behäbigkeit geworden, obwohl die einzelnen Spieler sich jeder einzeln besehen sehr einsetzten. Behäbigkeit entsteht, wenn zum Rhythmuswechsel die spielerische Qualität fehlt.

Dennoch entwickelte die Mannschaft in den letzten vier, fünf Minuten noch einmal Druck auf das Kaiserslauterner Tor. Das waren die Gesetzmäßigkeiten des Fußballs. Die Mannschaft wirft alles nach vorne, je näher der Schlusspfiff kommt. Der Gegner wird nervöser, fürchtet um seinen Sieg. Das kannte der MSV aus dem Spiel gegen RB Leipzig. Um erfolgreich zu sein fehlte aber jegliche Präzision, und für ein Glückstor geriet das Spiel zu wenig außer Kontrolle. Auch am Ende war es nichts Halbes und nichts Ganzes.

Fragt mich nur nicht nach dem weiteren Verlauf der Saison. Dazu ist es noch zu früh in dieser Woche. Dazu muss ich dieses Spiel noch mehr vergessen, sonst könnte ich heute etwas sagen, was ich am nächsten Sonntag gegen den VfL Bochum bereuen werde.

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