New York – Duisburg

Geflügelte Worte, sagt das eigentlich noch jemand? Ich kenne nämlich welche, die mir gestern sofort durch den Kopf gingen, als ich die Überschrift in der Pressemitteilung des MSV Duisburg las: „New Yorker Capelli-Gruppe wird strategischer Partner beim MSV Duisburg“. Wow, sagte ich halblaut, und schon sang ich leise, dapdapdada, dapdapdada, dapdapdada … New York, New York … If I can make it there, I’ll make it anywhere. It´s up to you! Nie ums Auffinden von guten Vorzeichen verlegen, schien mir die Aussicht auf das Wunder Klassenerhalt gleich viel größer. Wenn es doch Frank Sinatra und nach ihm die halbe Welt singt. Der Erfolg in New York wird auch die 8 Punkte auf einen Nichtabstiegsplatz  in den kommenden 16 Spielen zum Schmilzen bringen. We’ll make it anywhere, auch in the Zweite Bundesliga.

Wer die Nachricht etwas rationaler betrachtet haben möchte, dem kann ich aber auch weiterhelfen. Was zunächst wie das Aufeinanderprallen zweier grundsätzlich verschiedener Welten wirkt, ist für mich bei näherem Hinsehen  das Weiterverfolgen jenes Weges, der mit dem Schuldenschnitt eingeschlagen wurde. Die Stichworte dazu lauten Größenordnung der Beteiligung, Familienunternehmen sowie ein Jahr Kennenlernen und Verhandeln. Neben Schauinsland-Reisen gibt es nun ein weiteres Unternehmen, das sich beim MSV Duisburg in größerem Ausmaß engagiert.

Die Dimension des Engagements fügt sich in eine kontinuierliche Entwicklung. Da kommt niemand, der mit den Dollars um sich wirft und möglichst schnell Erfolg haben will fürs eigene Ego, für den eigenen wirtschaftlichen Erfolg, für was auch immer. Da kommt jemand, der mit seinem Engagement zeigt, dass er den handelnden Personen vertraut. Deshalb gibt es neben dem Geld, das über die Jahre dem MSV Duisburg als Investionssumme zur Verfügung steht, den nicht zu unterschätzenden Effekt darauf aufmerksam zu machen, es könne sich lohnen, Partner des MSV Duisburg zu werden. Für mich steckt im Engagement der Capelli-Gruppe deshalb auch die Hoffnung, der Kreis der sich engagierenden Unternehmen könne noch größer werden.

Auf die nahe Zukunft bezogen mit einem möglichen Abstieg in die 3. Liga kann dieses Engagement der Capelli-Gruppe zudem unsere Nerven etwas beruhigen. Es steht außer Frage, dass es erneut schwierig ist, die finanziellen Grundlagen für diese 3. Liga zu legen, aber das Katastrophenszenario „Kein Geld für eine wettbewerbstaugliche Mannschaft“ könnte nun abgewendet sein.

Diese Partnerschaft müsste eigentlich über den Fußball hinaus wirken, weil sie zeigt, was Menschen, die der Ruhrstadt verbunden sind, unternehmerisch leisten können. Eigentlich müssten die Wirtschaftsförderer dieser Ruhrstadt sofort den Kontakt zum MSV suchen, Beifall klatschen und laut hurra rufen. Ob sie das erkennen? Denn diese Partnerschaft ist ungewöhnlich. Sie erfüllt all das, von dem die Ruhrstadt-Wirtschaft träumt. Es engagiert sich ein Unternehmen in der Region, das bislang in Deutschland noch keinen Namen hat. Es engagiert sich langfristig, wert- und nachhaltig auch für die Infrastruktur der Region, in dem Fall das Jugendleistungszentrum des MSV. Das gilt es herauszustellen. Wieviel schwieriger ist es für einen MSV Duisburg solch einen Partner zu gewinnen als für die großen Bundesligavereine der Ruhrstadt, bei denen die ebenso immerselben Unternehmen ihr Geld lassen. Wer nach Innovation Ausschau halten will, kann beim MSV Duisburg vorbeikommen und die Verantwortlichen mal fragen, wie sie das geschafft haben.

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