Archiv für Januar 2016

In der Warteschleife oder Sind Fußballer die Rockmusiker der Gegenwart?

Gott sei Dank, mir hilft bald wenigstens der Karneval bei diesem Warten auf das erste Spiel des MSV Duisburg nach der Winterpause. Ab dem Wochenende schon. Dann gehts nochmal zur Aftershow-Party der Stunksitzung, dann Pre-Wieverfasteloovend-Planung, dann Wieverfasteloovend-Heiligabend, dann Wieverfasteloovend, dann Geisterzug, Veedeslzoch, dann Spieltag. Endlich. Mich interessiert beim MSV zurzeit nichts. Wasserstandsmeldungen vom Training lege ich beiseite. Mich langweilten Dönekes aus Belek. Die Ergebnisse der Testspiele ließ ich an mir vorbeiziehen. Das Warten auf Tomané tarnte sich in meinem Warten perfekt. Das nennt der Biologe Evolutionsprinzip. Alles unwichtig. Ich denke an fünf Punkte Rückstand, an acht Punkte, an Bielefeld und versuche meine klitzekleine letzte Hoffnung beisammen zu halten während all des Wartens. Doch je länger ich warte, desto schwieriger ist es, sich nicht an das Spiel gegen den VfL Bochum zu erinnern. Warten ist nicht schön.

Das merkt gerade Ivo Grlic ganz besonders. Nicht mal er weiß, warum dieses Fax mit Unterschriften aus Portugal nicht in Duisburger Büroräume endlich reinzirpt – die Freigabe, damit Tomané auch mal einen Ball auf Meidericher Rasen berühren kann. Vom Runden im Eckigen wollen wir vorerst noch ganz schweigen. Wie aber kann man nun auf die Idee kommen, die Blockade durch den abgebenden Verein Vitoria Guimaraes dem MSV anzulasten? Auch nach langem Nachdenken komme ich einfach nicht darauf.  Peinlich ist an dem Vorgang für den MSV überhaupt nichts. Ärgerlich ist das und zwar deshalb, weil ein anderer Verein sich nicht an Verträge hält. So was geschieht. Normalerweise folgt dann der Rechtsweg, was dem MSV momentan nicht sehr viel weiter hilft. All das hat auch mit den finanziellen Möglichkeiten des MSV Duisburg zu tun. Jede Verpflichtung, die sich vom Durchschnittsleistungsniveau des Kaders abheben könnte, birgt ein Risiko. Ob das nun die potentielle Verletztungsanfälligkeit des Spielers ist oder das Geschäftsgebaren der Vertragspartner. Wäre das  nicht so, hätte der MSV keine Chance, diese Spieler zu verpflichten. Der Risikoabschlag macht das Geschäft erst finanzierbar.

Bei Übernachtungspreisen für Fußballvereine ist es seit einiger Zeit genau umgekehrt. Wenn Fußballvereine kommen, steigen die Preise wegen des Vandalismus-Risikos. Ob nun auf Fluren gepinkelt wird, Blumenkübel umgeschmissen werden oder Betten zu Bruch gehen, gerade in Wintertrainingslagern und bei Wochenendübernachtungen zum Saisonende lassen es manche Spieler gerne mal so richtig krachen. Einer muss es ja machen, seitdem der Rockmusikernachwuchs sich mehr dem Leistungsprinzip und der harten Arbeit verpflichtet fühlt als dem Rockmusiker-Rollenmodel der 60er und 70er Jahre. So bin ich Nick Proschwitz sehr dankbar. Wir brauchen solche konservativen Menschen zurzeit. Menschen, die zu alten Werten stehen, damit die Gesellschaft nicht auseinanderfliegt. Davon ab habe ich die Unruhe in Paderborn um seine heruntergelassene Hose mit gewisser Zufriedenheit beobachtet. So was stört die viel beschworene Einheit, und alles, was den Gegner schwächt, hilft dem MSV Duisburg weiter. Ein Hoch auf Nick Proschwitz‘ selbstlose Unterstützung des MSV Duisburg. Dazu ein Hoch auf Kleiderordnungen und Ilia Gruev. Bochum? War da was mit Bochum?

Ein Lied für Tomané

Daliah Lavis gesungene Worte der Strophen werden sich hoffentlich nicht als voreilige Vorschusslorbeeren erweisen. Den Refrain aber dürfen wir allmählich bedenkenlos singen.

 

Nichts Neues aus Belek oder Warten auf den Knipser

Die Textbausteine dieser Saison kommen auch für das Testspiel gegen Holstein Kiel zum Einsatz. Wennn wir in Duisburg für das Benutzen der Wörter „Sturmschwäche“ und „überfordertes Mittelfeld“ Lizenzgebühren zahlen müssten, wären wir in dieser Saison schon arm geworden. „Der MSV spielte sich – wohlwollend betrachtet – gegen Kiel zwei Torchancen heraus.“ So ist´s bei WAZ/NRZ zu lesen.

Zum tröstenden Ausgleich schildert Dirk Retzlaff eine Szene mit Ilia Gruev, die einem Spielfilm entsprungen sein könnte. Wir müssen nur mit der Emotionalität bei den Fragen etwas anziehen und aus der Figur eines Journalisten einen MSV-Verantwortlichen machen.

Trainer sitzt in Café am Tisch und bestellt auf türkisch einen Tee. Verantwortlicher kommt niedergeschlagen zu ihm, fragt: Kann ich? Gruev nickt. Tee wird serviert. Vorsichtig lässt der Trainer ein Stück Zucker in den Tee fallen und rührt langsam um. Schweigen.

Verantwortlicher: „Mein Gott.“

Trainer: „Da war kein Leben drin.“

Trainer rührt und rührt.

Verantwortlicher: „Gabs nicht irgendwas, irgend-, irgendetwas, was uns weiterhilft?“

Trainer hört auf zu rühren, nippt am Tee und schaut in die Ferne: „Nein, es ist mir nichts aufgefallen.“

Verantwortlicher sackt in sich zusammen. Trainer trinkt den Tee aus, strafft sich und steht auf. Er packt Verantwortlichen an der Schulter. Verantwortlicher steht ebenfalls auf. Beide sehen sich tief in die Augen.

Trainer: „Wir müssen weitermachen.“

Verantwortlicher atmet tief ein. „Trainer, bald kommt der Knipser.“

Trainer: „Habe ich auch gehört.“

Verantwortlicher: „Und?“

Trainer: „Ich bin bereit.“

Verantwortlicher: „Hilft uns…?“

Trainer: „Du kennst keine Knipser, oder?“

Verantwortlicher: „Ich komme aus Duisburg, war immer nur beim MSV.“

Trainer nickt wissend, klopft noch einmal beruhigend auf die Schulter des Verantwortlichen und geht ins Gegenlicht Richtung Rasen. Verantwortlicher sieht ihm bewundernd hinterher.

 

Zum Abflug nach Belek der Belek-Klassiker

Niemals zuvor war für eine Mannschaft des MSV Duisburg die selig machende Kraft der heiligen Rasen von Belek so nötig wie in diesem Jahr. Niemals zuvor war die Hoffnung auf den Wandel durch die Wallfahrt in die Türkei so groß.

Wer bei der großen Konkurrenz vor Ort durch all die anderen deutschen Fußballvereine Beleks leistungssteigernde Kraft auf die eigene Mannschaft vereinen möchte, muss aber Beleks Aufmerksamkeit auf sich ziehen. So will auch ich wieder für den Klassenerhalt nichts unversucht lassen und werde mein Winterpausenlob nun jeden Morgen bis zum Rückflug der Mannschaft des MSV vor mich hin murmeln.

Am Dienstleistungsangebot für uns Anhänger muss Belek übrigens noch arbeiten. Lourdes als Marktführer in Sachen Gesundheit ist in solchen Dingen ganz weit vorne und kann Vorbild sein. Die Möglichkeit, online ein Gebetsanliegen vorzutragen und zudem eine Kerze aufstellen zu lassen, hilft der persönlichen Öko-Bilanz sehr und erleichtert den Alltag doch beträchtlich.

Und nun alle zusammen das Winterpausenlob für Belek gesprochen.

Winterpausenlob

O Belek, in deutschkalten Wintern, du heilender Ort.
Wer deine so heiligen Rasen voll Glauben betritt,
dem fegst du die Hinrundenschuld und -fehler hinfort.

So viele gewannen durch dich ihren Glauben zurück.
Die Blinden erzielten die Tore  aus weiter Entfernung,
Die Lahmen erliefen sich Bälle und weinten vor Glück.

O Belek, wir werden dich immerzu  loben und preisen.
Du hilfst bei der Angst vor dem Abstieg und Meisterschaftssorgen.
O Belek, den Zweifelnden werden Siege im Spiel es beweisen.

Gastbeitrag: Klaus Hansen erinnert an Spitzenereignisse vom MSV – V – „Eia“ Krämer und Ennatz

Egal ob Wedaustadion, MSV-Arena oder Schauinsland-Reisen-Arena, der Sozialwissenschaftler Klaus Hansen kommt seit der ersten Bundesliga-Saison zu den Spielen des MSV. Letztens schickte er mir noch ein Interview, das er in den 1990ern mit dem legendären Stadionsprecher des Wedaustadions, Gunter Stork, geführt hatte. Nun landete vor ein paar Tagen eine Mail in meinem Posteingang mit einem weiteren seiner Texte.

“Ein verbales Lokalderby mit einseitigem Ausgang – Das große Problem von Oberhausen heißt Duisburg”, hieß der Text. Für das von Sebastian Scharte herausgegebene Buch „Wer ist die Macht vom Niederrhein und vom Ruhrpott sowieso?“ über Rot Weiß Oberhausen hatte Klaus Hansen ihn geschrieben. Die Gelegenheit nutzte er, um mit einer Sammlung von 25 bemerkenswerten Ereignissen rund um den MSV augenzwinkernd darauf hinzuweisen, welcher Verein in der Ruhrstadt im Grunde die einzig wahren Spitzenleistungen aufweisen kann. Ihr könnt euch denken, welcher Verein als unangefochtener Sieger aus dem Buch herauskommt, wenn ein MSV-Anhänger ihn schreibt.

Das waren nun die letzten Erinnerungssplitter, die ich aus seinem Text herausgegriffen habe. Noch einmal wunderbares Nostalgie-Futter. Noch einmal: Bitte schön! Noch einmal: Danke schön, Klaus Hansen.

 

Werner Krämer, das Ausnahme-Talent, genoss die unglaublichsten Sonderrechte im deutschen Fußball.
Im 61. Jahr seines Bestehens brachte der MSV mit Werner „Eia“ Krämer seinen ersten A-Nationalspieler hervor. Krämer, Vizeweltmeister 1966, wird wegen seiner eleganten Spielweise heute mit Arjen Robben verglichen. Eia Krämer genoss ein Privileg, das keinem anderen Fußballer je zuteil wurde. Auf Krämers Platz in der Umkleidekabine lag immer ein Päckchen Zigaretten („Ernte 23“) und eine Flasche Bier („König Pilsener“). Eia durfte als einziger Spieler vor dem Spiel und in der Halbzeitpause rauchen und Alkohol trinken. Trainer Eppenhoff rechtfertigte das so: „Nimmsu dem Eia die Fluppen un nimmsu dem Eia datt Pilsken, dann nimmsu dem Eia datt Können!“ – Kein anderer Club zwischen Oberhausen und Dortmund hat je so viel Nachsicht bewiesen.

Als Verteidiger in einem Meisterschaftsspiel 4 Tore zu schießen, das gelang in der langen Geschichte der Bundesliga nur einem einzigen Fußballer, natürlich einem MSV-Spieler.
Es war Linksverteidiger Bernard Dietz. Beim 6:3 über Maier, Beckenbauer, Müller und Co. (Bayern München) am 5. November 1977 gelangen ihm 4 Tore. Bald darauf wurde der MSV Duisburg von der Boulevardpresse in MSV Dietzburg umgetauft. – Auch da können die Nachbarstädte nicht mithalten.

MSV-Spieler wird als Kapitän der Nationalmannschaft Europameister.
1980 war’s, in Italien. Bernard Dietz empfängt in Rom den Coupe Henri Delaunay nach dem 2:1-Finalsieg der Deutschen gegen Belgien.

Lothar Matthäus’ Karriere ist ohne den MSV nicht zu denken.
Der Name Lothar Matthäus taucht 1980 zum erstenmal auf der ganz großen internationalen Bühne auf. Bei der Europameisterschaft in Italien gehört der 19jährige zum Kader der DFB-Auswahl und brennt auf seinen ersten Einsatz im Nationaltrikot. Als die deutsche Mannschaft dann im Spiel gegen Holland mit 3:0 führt, täuscht Kapitän Bernard Dietz eine Leistenzerrung vor, um dem Youngster zu seiner Premiere zu verhelfen und lässt sich gegen Matthäus austauschen. Bernard Dietz: „Ich kann stolz behaupten, für Lothars erstes Länderspiel gesorgt zu haben.“

„Niederlagen machen uns stark“ – Eine weitere außergewöhnliche Tabellenführung durch den MSV
Ein MSV-Spieler führt die Tabelle der Bundesliga-Spieler mit den meisten Niederlagen an. Bernard Dietz steht an erster Stelle mit 221 Niederlagen, gefolgt von Karl-Heinz Körbel (Eintracht Frankfurt) mit 220. Auch im Verlieren ist der MSV absolute Spitze! Auch Niederlagen wollen „errungen“ sein, wie Helmut Kohl (FSV Oggersheim) treffend festgestellt hat.

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Gastbeitrag: Klaus Hansen erinnert an Spitzenereignisse vom MSV – IV – Rahn und Rekordmeister

Egal ob Wedaustadion, MSV-Arena oder Schauinsland-Reisen-Arena, der Sozialwissenschaftler Klaus Hansen kommt seit der ersten Bundesliga-Saison zu den Spielen des MSV. Letztens schickte er mir noch ein Interview, das er in den 1990ern mit dem legendären Stadionsprecher des Wedaustadions, Gunter Stork, geführt hatte. Nun landete vor ein paar Tagen eine Mail in meinem Posteingang mit einem weiteren seiner Texte.

“Ein verbales Lokalderby mit einseitigem Ausgang – Das große Problem von Oberhausen heißt Duisburg”, hieß der Text. Für das von Sebastian Scharte herausgegebene Buch „Wer ist die Macht vom Niederrhein und vom Ruhrpott sowieso?“ über Rot Weiß Oberhausen hatte Klaus Hansen ihn geschrieben. Die Gelegenheit nutzte er, um mit einer Sammlung von 25 bemerkenswerten Ereignissen rund um den MSV augenzwinkernd darauf hinzuweisen, welcher Verein in der Ruhrstadt im Grunde die einzig wahren Spitzenleistungen aufweisen kann. Ihr könnt euch denken, welcher Verein als unangefochtener Sieger aus dem Buch herauskommt, wenn ein MSV-Anhänger ihn schreibt.

Ich greife mal ein paar Erinnerungssplitter aus seinem Text heraus und stelle sie mit der Zeit online. Wunderbares Nostalgie-Futter. Deshalb bleibt manch Bekanntes dabei. Bitte schön! Und Danke schön, Klaus Hansen.

 

Fußballgeschichte wurde oft in Duisburg oft geschrieben. Hier ist es der allererste Platzverweis in der Bundesliga-Historie, an den wir erinnern möchten.
Wedau-Stadion, 14. September 1963. In der 77. Minute des Spiels MSV gegen Hertha BSC erlebt man in Deutschland eine Premiere: den ersten Platzverweis in der neuen Liga. Der Hertha-Linksaußen Beyer hatte den MSV-Rechtsaußen Rahn gefoult. Als Beyer scheinheilig Rahn die Hand zur Versöhnung anbot, schlug Rahn die Judas-Pfote aus und traf Beyer mit einer unwirschen Kopfbewegung im Gesicht. Das war’s. Eine Rote Karte gab es damals noch nicht, also musste die unerbittliche Geste des Schiedsrichters reichen.
Es war nicht irgendwer, der da als erster des Feldes verwiesen wurde. Es war einer der Gründungsväter der Bundesrepublik Deutschland, der in Duisburg vorzeitig unter die Dusche musste. FAZ-Herausgeber Joachim Fest rechnete neben Konrad Adenauer, zuständig für die Politik, und Ludwig Erhard, zuständig für die Wirtschaft, Helmut Rahn zum dritten Gründungsvater der jungen Bundesrepublik. Denn Rahn habe mit seinem Siegtor beim 54er WM-Triumph in Bern für ein neues Selbstbewusstsein der Deutschen gesorgt. Er ist der Gründungsvater einer neuen deutschen „Wir-sind-wieder-wer“-Mentalität. Helmut Rahn, der „Boss“, also war es, der damals das Zebra-Trikot trug und 9 Jahre nach Bern erneut Geschichte schrieb. Nicht zu vergessen: Auch Toni Turek, Torhüter beim „Wunder von Bern“, ist gebürtiger Duisburger und erlernte hier das Fußballspielen.

Der MSV ist der „deutsche Rekordmeister“ der 1970er Jahre.
So schrieb man in der Fachpresse zu Beginn der 80er Jahre. Die A-Jugend, heute: U 19, des MSV war 1972, 1977 und 1978 Deutscher Meister geworden, so häufig wie kein anderer Verein bis dahin.

 

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Gastbeitrag: Klaus Hansen erinnert an Spitzenereignisse vom MSV – III – Gutendorf, Krämer und Auswärtssiegrekord

Egal ob Wedaustadion, MSV-Arena oder Schauinsland-Reisen-Arena, der Sozialwissenschaftler Klaus Hansen kommt seit der ersten Bundesliga-Saison zu den Spielen des MSV. Letztens schickte er mir noch ein Interview, das er in den 1990ern mit dem legendären Stadionsprecher des Wedaustadions, Gunter Stork, geführt hatte. Nun landete vor ein paar Tagen eine Mail in meinem Posteingang mit einem weiteren seiner Texte.

“Ein verbales Lokalderby mit einseitigem Ausgang – Das große Problem von Oberhausen heißt Duisburg”, hieß der Text. Für das von Sebastian Scharte herausgegebene Buch „Wer ist die Macht vom Niederrhein und vom Ruhrpott sowieso?“ über Rot Weiß Oberhausen hatte Klaus Hansen ihn geschrieben. Die Gelegenheit nutzte er, um mit einer Sammlung von 25 bemerkenswerten Ereignissen rund um den MSV augenzwinkernd darauf hinzuweisen, welcher Verein in der Ruhrstadt im Grunde die einzig wahren Spitzenleistungen aufweisen kann. Ihr könnt euch denken, welcher Verein als unangefochtener Sieger aus dem Buch herauskommt, wenn ein MSV-Anhänger ihn schreibt.

Ich greife mal ein paar Erinnerungssplitter aus seinem Text heraus und stelle sie mit der Zeit online. Wunderbares Nostalgie-Futter. Deshalb bleibt manch Bekanntes dabei. Bitte schön! Und Danke schön, Klaus Hansen.

 

Der Welttrainer Nummer eins, der Fußballlehrer mit den meisten Trainerstationen weltweit, begann einst beim MSV Duisburg seine Karriere im Profifußball.
Es war, wie man in der Welt des Sports natürlich weiß, Rudi Gutendorf, Trainer im ersten Bundesligajahr und Deutscher Vizemeister mit dem Meidericher Spielverein, wo er zum „Riegel-Rudi“ wurde. Gutendorf brachte es auf 54 Trainerstationen in aller Welt. Das Zebra-Trikot seiner MSV-Mannschaft interpretierte er folgendermaßen: „Das Zebra ist das Symbol für den Abbau rassistisch geprägter Überheblichkeit, denn unter der schwarzen und weißen Haut dieses Tieres schlägt nur ein Herz.“ – Damit gab er dem Verein seine Vereinsphilosophie, die noch heute gilt.

Wo ging Beckenbauers Stern auf? Natürlich in Duisburg!
Anlässlich der Einweihung der neuen Tribüne im Wedau-Stadion, nicht irgendeiner Tribüne, sondern der „größten frei austragenden Tribüne Europas“, spielte am 13. Februar 1965 eine Auswahlmannschaft des DFB gegen Chelsea London. Dabei trug zum erstenmal ein gewisser Franz Beckenbauer vom Regionalligisten Bayern München, 19 Jahre alt, das Trikot der A-Nationalmannschaft. Sein erstes „offizielles“ Länderspiel bestritt er am 26. 9. 1965 in der WM-Qualifikation gegen Schweden. In diesem Spiel erzielte MSV-Star Werner Krämer beim 2:1-Sieg das wichtigste seiner insgesamt drei Länderspieltore. Das heißt auch: Eia Krämer schoss uns zur WM nach England. Also: Ohne Eia Krämer kein Wembley-Tor! Ohne Eia Krämer keine bis heute andauernde Debatte: drin oder nicht drin?

Der höchste Auswärtssieg in der nunmehr bald 50jährigen Geschichte der Bundesliga wurde vom MSV errungen.
Von wem denn sonst, möchte man nach all den bereits berichteten Heldentaten fragen. Am 26. März 1966 war’s, bei Tasmania Berlin: 9:0. – Von Borussia Dortmund weiß man wohl, dass man am 29. April 1978 bei Borussia Mönchengladbach mit 0:12 unter die Räder gekommen ist. Solches ist dem MSV nie unterlaufen!

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Gastbeitrag: Klaus Hansen erinnert an Spitzenereignisse vom MSV – II – Wohlfahrt, Worm und Tagliari

Egal ob Wedaustadion, MSV-Arena oder Schauinsland-Reisen-Arena, der Sozialwissenschaftler Klaus Hansen kommt seit der ersten Bundesliga-Saison zu den Spielen des MSV. Letztens schickte er mir noch ein Interview, das er in den 1990ern mit dem legendären Stadionsprecher des Wedaustadions, Gunter Stork, geführt hatte. Nun landete vor ein paar Tagen eine Mail in meinem Posteingang mit einem weiteren seiner Texte.

“Ein verbales Lokalderby mit einseitigem Ausgang – Das große Problem von Oberhausen heißt Duisburg”, hieß der Text. Für das von Sebastian Scharte herausgegebene Buch „Wer ist die Macht vom Niederrhein und vom Ruhrpott sowieso?“ über Rot Weiß Oberhausen hatte Klaus Hansen ihn geschrieben. Die Gelegenheit nutzte er, um mit einer Sammlung von 25 bemerkenswerten Ereignissen rund um den MSV augenzwinkernd darauf hinzuweisen, welcher Verein in der Ruhrstadt im Grunde die einzig wahren Spitzenleistungen aufweisen kann. Ihr könnt euch denken, welcher Verein als unangefochtener Sieger aus dem Buch herauskommt, wenn ein MSV-Anhänger ihn schreibt.

Ich greife mal ein paar Erinnerungssplitter aus seinem Text heraus und stelle sie mit der Zeit online. Wunderbares Nostalgie-Futter. Deshalb bleibt manch Bekanntes dabei. Bitte schön! Und Danke schön, Klaus Hansen.

 

Der allererste brasilianische Bundesliga-Torschütze kommt aus Duisburg. Duisburg ist die Wiege der Brasilianer in der Bundesliga.
Der Brasilianer Raoul Tagliari schoss für den MSV am 21. 11. 1964 in der 34. Minute das zweite Tor beim 2:0-Sieg über den 1. FC Nürnberg. Dies war die Geburtsstunde der brasilianischen Torjäger in der Liga. – Wenn man wissen will, wo alles angefangen hat, muss man, wie so oft, auch in diesem Fall nach Duisburg schauen!

MSV-Spieler wird als Kapitän der Nationalmannschaft Weltmeister.
Bei der Fußball-Militärweltmeisterschaft 1975 holte MSV-Stürmer Ronald Worm als Kapitän der Mannschaft den Titel. Statt einer Medaille gab es noch auf dem Platz die Beförderung zum Hauptgefreiten der Luftwaffe. – Weiß man ähnliche Heldentaten zwischen Oberhausen und Dortmund zu berichten?

Deutscher Rekord-Nationalspieler kommt vom MSV.
Von 1951 bis 1986 gab es neben der A-Nationalmannschaft auch eine B-Nationalmannschaft. Was die Einsätze in der B-Elf angeht, ist MSV-Stürmer Ronald Worm mit 12 Berufungen der deutsche Rekord-Nationalspieler.

MSV-Spieler wird Weltmeister in Australien.
MSV-Stürmer Roland Wohlfarth, wegen seiner Neigung zum Übergewicht gelegentlich „Prima Tonna“ genannt, wird 1981 mit der U-20-Nationalelf Weltmeister in Australien. Im Endspiel gegen Katar schoss er beim 4:0 der Deutschen ein Tor. Insgesamt war er mit 4 Toren der erfolgreichste deutsche Schütze.

Bundesliga-Torschützenkönige aus den Reihen des MSV.
1984 wurde Roland Wohlfarth mit 30 Toren, 1991 Michael Tönnies mit 29 Toren Torschützenkönig der Zweiten Bundesliga. – Da nehmen sich die 24 Treffer, mit denen Lothar Kobluhn (RWO) 1971 Schützenkönig der ersten Liga wurde, doch recht bescheiden aus.

Gastbeitrag: Klaus Hansen erinnert an Spitzenereignisse rund um den MSV – Folge 1

Egal ob Wedaustadion, MSV-Arena oder Schauinsland-Reisen-Arena, der Sozialwissenschaftler Klaus Hansen kommt seit der ersten Bundesliga-Saison zu den Spielen des MSV. Letztens schickte er mir noch ein Interview, das er in den 1990ern mit dem legendären Stadionsprecher des Wedaustadions, Gunter Stork, geführt hatte. Nun landete vor ein paar Tagen eine Mail in meinen Posteingang mit einem weiteren seiner Texte.

„Ein verbales Lokalderby mit einseitigem Ausgang – Das große Problem von Oberhausen heißt Duisburg“, hieß der Text. Für das von Sebastian Scharte herausgegebene Buch „Wer ist die Macht vom Niederrhein und vom Ruhrpott sowieso?“ über Rot Weiß Oberhausen hatte Klaus Hansen ihn geschrieben. Die Gelegenheit nutzte er, um mit einer Sammlung von 25 bemerkenswerten Ereignissen rund um den MSV augenzwinkernd darauf hinzuweisen, welcher Verein in der Ruhrstadt im Grunde die einzig wahren Spitzenleistungen aufweisen kann. Ihr könnt euch denken, welcher Verein als unangefochtener Sieger aus dem Buch herauskommt, wenn ein MSV-Anhänger ihn schreibt.

Ich greife mal ein paar Erinnerungssplitter aus seinem Text heraus und stelle sie mit der Zeit online. Wunderbares Nostalgie-Futter. Deshalb bleibt manch Bekanntes dabei. Bitte schön! Und danke schön, Klaus Hansen.

 

Der MSV war der erste Tabellenführer in der Geschichte der Bundesliga – wenn alles mit rechten Dingen zugegangen wäre!
Nach dem allerersten Spieltag der Fußballbundesliga, 24. August 1963, sah die Tabelle so aus:

1. 1. FC Köln 2:0 Tore 2:0 Punkte
2. FC Schalke 04 2:0 Tore 2:0 Punkte
3. Meidericher SV 4:1 Tore 2:0 Punkte

Damals entschied nicht die Tordifferenz, sondern der Torquotient über die Platzierung. Nach heutiger Rechenweise, wo die Tordifferenz maßgeblich ist, wäre der MSV der historisch erste Spitzenreiter der Bundesliga gewesen. – Aber der MSV zeigte sich sportlich fair und überließ einer Stadt wie Köln, die ja sonst nichts Vorzeigbares hat, gerne den Vortritt.

Heimatlied – Sektion Ruhrstadt – Folge 28-B: Boris Gott mit Bukowskiland

Beim Zappen durch die Songs von Boris Gott habe ich noch ein Heimatlied gefunden, in dem er die Ruhrstadt insgesamt besingt und nicht nur seinen Heimatstadtteil Dortmund. Mache ich eben eine zeitgenössische B-Seite der 28er-Folge Heimatlied draus, habe ich gedacht. Falls ihr Jüngeren euch fragt, was eine B-Seite ist, fragt eure Eltern. Gerne fördere ich doch das Gespräch zwischen den Generationen.

Gestern gab es die Gute-Laune-Musik mit einem nicht sehr ernst gemeinten Text über die Ruhrstadt, in der Pommesbuden Anlass waren, ein paar Ruhrstadt-Stadtteilnamen zusammen zu bringen. In „Bukowskiland“ dagegen nimmt er die Ruhrstadt-Wirklichkeit näher in den Blick. Zu ähnlich beschwingter Melodie besingt Boris Gott den Verlust des Heimatlandes, das „abgebrannt“ ist. Dort regiert“Hartz-IV“. Bohnekamp, Bommerlunder oder Wein bringen einen durch den Tag. Boris Gott ist weit weg von einem anklagenden Ton. Es ist, wie es ist, und wie das zu bewerten ist, sagt der Hörer.

Immer noch stammt  der letzte Eintrag auf seiner Seite aus dem November 2013. Anscheinend ist er zumindest als Solokünstler nicht mehr aktiv. Und immer noch finde ich das schade.

In der Studiofassung hört sich das Lied so an:

Live vor der „auffangenden2 Fangemeinde gefällt das Stück mir noch besser.

 

Hinweise auf weitere online zu findende Ruhrstadt-Lieder nehme ich gern entgegen. Helft mit die Sammlung wachsen zu lassen.

Mit einem Klick weiter findet ihr Heimatlied – Sektion Ruhrstadt – Alle Folgen


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