3. März 2016 – Tagesbulletin

In anderen Zeiten hätten wir uns über einen späten Ausgleich noch heute gefreut. In anderen Zeiten hätten wir das Gefühl, dieser Punkt des MSV Duisburg gegen den FSV Frankfurt könne noch einmal sehr wichtig werden. Während ich das schreibe, sträubt sich alles in mir gegen den Satzanfang, gegen dieses „in anderen Zeiten“. Doch die Wahrheit ist nun einmal so, dass dieser eine Punkt zwei Punkte zu wenig sind.

Mich hat das Tor von Thomas Meißner in der Nachspielzeit für die Spieler gefreut, weil ich selbst in jedem einzelnen Spiel in einem Mannschaftssport, unabhängig von Tabellenständen, gewinnen will. Mich hat es gefreut, weil mir jedes noch so unbedeutende Freizeitspiel mit zusammengewürftelten Mannschaften so vorkommt, als könne eine Niederlage das Ende von allem bedeuten. Sämtliche Buzzer-Beater-Begeisterungen meines Basketball-Lebens waren diesem Tor unterlegt. Freundlich sah ich all den Spielern zu, die sich freuten und für die ein Moment lang die derzeitige Tallensituation völlig verschwunden war. Für einen Moment hatte es nur dieses eine Spiel gegeben, in dem es bis zum Abpfiff um alles ging.

Endlich einmal kann die Mannschaft drei Tore in einem Spiel erzielen und gewinnt dennoch nicht, weil der Gegner ebenfalls drei Tore erzielen kann. In der Defensive sind die Spieler zu verhalten, nicht bissig genug, wenn die gegnerische Mannschaft sich dem Strafraum nähert. Die gegnerischen Spieler werden begleitet, ohne wirklich gestört zu werden. Im Strafraum selbst wird es zu hektisch, wenn durch offene Bälle vermeintlich Gefahr entsteht. Dann soll der Ball möglichst schnell, möglichst weit aus dem Strafraum getreten werden, und trifft dennoch irgendein Bein, das im Weg steht oder landet bei einem Gegenspieler, der im Rückraum lauert.

Die Mannschaft hat sich nie aufgegeben, obwohl  das frühe Gegentor in der 5. Minute, die 2:0-Führung nicht lange nach der Halbzeitpause und das 3:1 jeweils herbe Nackenschläge gewesen sind. Schon nach dem Spiel gegen den FC St. Pauli kam ich von dem Bild des Patienten nicht mehr los. Auch heute denke ich an ärztliche Bulletins statt an Spielberichte. Der MSV durchlebte eine kurze Krise, doch konnte die Situation wieder stabilisert werden. Niemand kann noch große Hoffnung machen. Alle geben ihr Bestes. Wir müssen abwarten.

Advertisements

0 Responses to “3. März 2016 – Tagesbulletin”



  1. Schreibe einen Kommentar

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s




JETZT BESTELLEN
Das Buch über den Sommer 2013 in Duisburg rund um den MSV bis zum Wiederaufstieg zwei Jahre später

Kees Jaratz im Buchhandel

Die Seite zum Buch

Statt 14,95 € nur noch 9,90 €
Hier bestellen

Hier geht es zum Fangedächtnis

Kees Jaratz bei Twitter

Bloglisten


%d Bloggern gefällt das: