Ein Unentschieden ist immer noch kein Sieg

Nun hat Fortuna Düsseldorf gestern gewonnen. Acht Punkte Abstand. Anscheinend will nun auch die Fortuna wie zuvor schon 1860 München nicht mehr richtig mitspielen dort unten. Schon Freitagabend fragte ich mich, ist es tatsächlich erst vorbei, wenn es vorbei ist? Der MSV Duisburg spielt zu spät in der Saison so, wie es für einen Platz im unteren Mittelfeld hätte reichen können. Einmal mehr ließe sich bei einem anderen Tabellenstand zwar von einem verpassten Sieg sprechen, doch die Enttäuschung über das torlose Unentschieden im Auswärtsspiel gegen den SC Paderborn ginge nicht zu tief. Bei einer Mannschaft auf Tabellenplatz 18 reicht das nicht. Dann wird diese sieglos gebliebene Mannschaft nach dem Schlusspfiff von vielen als Absteiger beschimpft. Erst nach und nach war keinesfalls unverdienter Beifall zu hören.

Die letzten drei Minuten des Spiels waren symptomatisch für die zweite Halbzeit. Die Mannschaft versuchte auf spielerische Weise eine Lücke in der Paderborner Defensive zu finden. Das gelang der Mannschaft nicht. Sie spielte vom linken Flügel nach Rechtsaußen um den Strafraum herum, dann noch einmal kurz hinten herum, und zurück ging es auf die andere Seite. Die Sekunden verrannen. Bei jeder Bewegung Richtung Torauslinie ersehnten wir die Flanke. Sie kam nicht. Was normalerweise auch richtig ist, weil so wenige Tore nach Flanken entstehen. Aber besser eine Minimalchance per Kopfball als gar keine Chance.

Wenn eine Mannschaft das Tor auf spielerische Weise zu erzielen versucht und der Gegner sehr tief steht, muss sie in der Offensive kreativer sein. Kreativ sind im Übrigen die wenigsten Mannschaften in der 2. Liga. Was dem MSV Duisburg aber nicht weiterhilft. Dem MSV hätte nur eine wilde, unkontrollierte Schlussphase zu einem Tor verholfen. Diesen Weg wollte oder konnte der MSV nicht gehen. Die Mannschaft fand nicht zu dem unbedingten Siegeswillen aus dem Spiel gegen Union Berlin. Ohne diesen Biss des Alles oder Nichts, den Victor Obinna und Nico Klotz vor einer Woche verkörperten, kann der MSV keine stabile Defensive aus der Ruhe bringen.

Auch dieses Mal wurden Victor Obinna und Nico Klotz in der zweiten Halbzeit eingewechselt. Doch vielleicht hemmte das Unentschieden mehr, als dass es ein freies Spiel ermöglichte. Es gab noch etwas zu verlieren. Die Mannschaft stand noch nicht mit dem Rücken zur Wand. Sie konnte sich sogar im leichten Vorteil fühlen, weil von etwa der 60. Minute an die Paderborner einen Mann weniger auf dem Feld hatten. Vielleicht wurde dieser Vorteil aber auch zum Nachteil, weil nun die Paderborner kein Risiko mehr eingingen und sich vollends zurückzogen. Schon ohne diesen Mann mehr auf dem Feld begann der MSV nach der Halbzeitpause den Druck zu erhöhen. Eine große Chance zur Führung hatte die Mannschaft kurz nach dem Wiederanpfiff. Schnelles Spiel über den rechten Flügel, Pass in den Rückraum, ein freier Schuss von knapp außerhalb des Strafraums. Der Ball flog weit über das Tor.

Bei uns im völlig überfüllten Gästeblock verstärkte dieser Auftakt die Zuversicht. Wir wollten diese Mannschaft zum Sieg schreien, den Ball mit nach vorne treiben. Schon in der ersten Halbzeit hatten wir allenfalls zweimal den Atem kurz anhalten müssen. Zumindest erinnere ich mich nur an zwei Chancen der Paderborner. Diese Heimmannschaft blieb offensiv genauso harmlos wie die Zebras, die defensiv erneut solide spielten. Bis zum Halbzeitpfiff ging der Plan auf, den Rückstand zu vermeiden. Unbedingt siegreich spielen können die Zebras aber nicht. Dazu fehlt die spielerische Qualität. Den einen Satz des Abstiegskampfs versuche ich Mitte der kommenden Wochen noch einmal überzeugend auszusprechen. Es ist erst vorbei, wenn es vorbei ist. Kann schon sein, sage ich heute.

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