Heimatlied – Sektion Duisburg – Folge 31: Prinz Mark I. – Duisburg, ole

Am Aschermittwoch ist nicht alles vorbei. Am Aschermittwoch ist es Zeit für die Archivarbeit. In dieser Karnevalssession ist das Heimatlied – Sektion Duisburg durch das Mottolied des Duisburger Karnevalsprinzen Prinz Mark I. erweitert worden. Prinz Mark I. gehört der Römergarde der Stadt Duisburg an.

Ihr wisst, grundsätzlich begrüße ich jedes Lied, das die Stadt besingt, weil sehr gute Heimatlieder eine breite Basis brauchen. Man braucht viel vom deutschen Stadthymnen-Einheitsbrei für ein Heimatlied, das wahrhaftig ist und berührt. „Duisburg ole“ ist ein samba-inspiriertes Stimmungslied. Der Ansatz ist gut, doch beim Text hätte man zweimal etwas länger nachdenken müssen. Zum einen wird einmal kräftig im Städtevergleich daneben gegriffen, zum anderen wird eine Steilvorlage ausgelassen. Es gab die Möglichkeit für Tiefe in diesem Stimmungslied.

Beim Städtevergleich wird die Haltung, in der das Lied gesungen wird, für einen Moment lächerlich. In Duisburg lässt sich eine Zeile wie „Hier ist mehr los als in München, Hamburg oder in Berlin“ nur ironisch singen. Diese Ironie gibt es in dem Text nicht. Sie ist nicht als Größenwahn angelegt, sie ist aber auch nicht als feine Spitze angelegt. Dieser Satz ist ernst gemeint. Mit ein wenig Abstand macht mich solch ein Satz traurig, weil dahinter eine Sehnsucht spürbar ist, die unerfüllt bleiben wird.

Nachtrag 6.2.2019: In den Kommentaren weist mich der ehemalige Prinz Mark darauf hin, dass der Städtevergleich auf den Karneval bezogen sei. Was nachvollziehbar ist. Mich überzeugt das Argument dennch nicht, weil dieses „es ist mehr los“ allgemeine Bilder zu leicht weckt, die über den Karneval hinaus führen.

Dabei beginnt der Text zunächst anders als mit dem provinziellen Selbsterhöhungseinerlei.  „International seit dem Römerwall, hier sind keine Fremden in der Stadt. Hamborn, Neudorf, Rahm, Buchholz, Beeck und Laar, alles Orte, wo man Freunde hat. “ So fängt es an. Die Namen, die dann aufgezählt werden, sind aber gar nicht so international. Werner, Anton, Magdalene und Justine. Schade. Guter Ansatz, verbesserungswürdige Ausführung.

Nachtrag 6.2.2019: In den Kommentaren weist mich der ehemalige Prinz Mark darauf hin, dass die Steilvorlage sehr wohl genutzt wurde. Ich habe die internationalen Namen nur nicht gehört. Mein Fehle also.

Das nur im Ansatz des Textes gelungene „Duisburg ole“ gibt mir die Gelegenheit, an die Heimatliedfolge mit der Hochfeld-Serenade von Matthias Lixenfeld zu erinnern. Lixenfeld schrieb Karnevalslieder und stand in der Tradition des rheinischen Karnevalslied, bei dem der realistische Blick auf die Wirklichkeit jedes ungebrochene Bejubeln von eigenem Leben und Welt verbietet.

 

 

Hinweise auf weitere online zu findende Duisburg-Lieder nehme ich gern entgegen. Helft mit die Sammlung wachsen zu lassen.

Mit einem Klick weiter findet ihr Heimatlied – Sektion Duisburg – Alle Folgen

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3 Responses to “Heimatlied – Sektion Duisburg – Folge 31: Prinz Mark I. – Duisburg, ole”


  1. 1 Mark 5. Februar 2019 um 13:49

    Zufällig bin ich heute auf diesen Beitrag zu Duisburg Ole von 2017 aufmerksam geworden.

    Vielleicht kann ich mit dem Autor mit den folgenden Anmerkungen ein wenig weiterhelfen:

    1. „Beim Städtevergleich wird die Haltung, in der das Lied gesungen wird, für einen Moment lächerlich. In Duisburg lässt sich eine Zeile wie „Hier ist mehr los als in München, Hamburg oder in Berlin“ nur ironisch singen. Diese Ironie gibt es in dem Text nicht. Sie ist nicht als Größenwahn angelegt, sie ist aber auch nicht als feine Spitze angelegt. Dieser Satz ist ernst gemeint. Mit ein wenig Abstand macht mich solch ein Satz traurig, weil dahinter eine Sehnsucht spürbar ist, die unerfüllt bleiben wird.“

    Ja, der Satz ist ernst gemeint! Es handelt sich immerhin um ein Karnevalslied und daher bezieht sich dieser Satz auch auf den Karneval. Wer schon einmal den rheinischen Karneval (und dazu gehört auch Duisburg) kennengelernt hat und diesen dann mit Fasching in München, „Karneval“ in Berlin oder Hamburg (?) vergleicht, kann diese Zeile voller Inbrunst und Überzeugung singen.

    2. Bei den Orten hat sicch anscheinend im Gehör des Autors ein kleiner Fehler eingeschlichen, denn es heißt am Ende FAHRN – nicht LAAR.
    Zur Anmerkung „Die Namen, die dann aufgezählt werden, sind aber gar nicht so international. Werner, Anton, Magdalene und Justine. Schade. Guter Ansatz, verbesserungswürdige Ausführung.“ sei erwähnt, dass es auch hier anscheinend einen Hörfehler (Anton) gab.

    1. Werner (Deutschland)
    2. Mahmut (Türkei) – nicht Anton
    3. Antje (Niederlande)
    4. Magdalena (Polen)
    5. Justine (Belgien/Frankreich)

    Wie man sieht ist die Ausführung durchaus sinnvoll und enthält gezielt viele der hier lebenden Nationalitäten.

    Vielleicht konnte ich ein paar Irrtümer ausräumen.

    Viele Grüße

    Gefällt 1 Person

  2. 3 Kees Jaratz 6. Februar 2019 um 10:05

    So, lieber Mark, jetzt habe ich etwas mehr Zeit, und möchte noch einmal danken für die Ausführungen und Richtigstellungen sowie die Größe, meinen Text nicht persönlich genommen zu haben.
    Ich habe die Richtigstellung in den Text eingearbeitet, so dass nun die Leser nachvollziehen können, was im Lied gemeint war und wo ich falsch lag.
    Beim Städtevergleich nehme ich das lächerlich zurück, empfinde den Vergleich dennoch weiterhin als nicht geeignet. Begründung auch hier: auch wenn das Lied in der Zeit des Karnevals und auf Sitzungen gesungen wurde, vielleicht wird, steckt im „es ist mehr los“ etwas Allgemeines, was Bilder weckt, bei denen Duisburg den Kürzeren zieht.
    Aber es wird genügend Menschen geben, die das anders sehen.

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