Frauenfußball und die Wertigkeit von Trainerstellen

Nur kurz und ohne weitere Vertiefung: Als bekannt wurde, dass Inka Grings in der nächsten Saison die U17 von Viktoria Köln trainieren wird, habe ich doch gestaunt. Die Trainerin des Bundesligisten im Frauenfußball MSV Duisburg sieht beim Jugendfußball-Bundesligisten eine bessere Perspektive für ihren weiteren Weg. Solch eine Entscheidung weist auf die Wertigkeit der Positionen hin.

Viele Einflussgrößen hat diese Wertigkeit. Da spielt dann vielleicht auch das Gehalt eine Rolle. Mich interessiert aber vor allem, welche Fragen zur Identität der Trainerperson durch diese Entscheidung aufgeworfen werden. Denn diese Entscheidung leuchtet nicht sofort ein. Wir lesen zwar, ein Ziel von Inka Grings sei schon immer die Arbeit im Männerfußball gewesen. Aber sie verlässt den Bundesligisten der Seniorinnen, um zum Bundesligisten der männlichen U17-Jugend zu gehen. Darüber hinaus gibt es die beiden Gesamtvereine. Der MSV steht als Gesamtmarke besser da als Viktoria Köln.

So begann ich mich zu fragen: Wie groß ist die Durchlässigkeit bei Funktionsstellen auf hohem Niveau zwischen Frauen- und Männerfußball, wenn es von der Frauen- in die Männerwelt gehen soll? Wie sehr wird das Bild der Trainerposition durch die weiter vorhandene Geschlechterdebatte in unserer Gesellschaft mitbestimmt? Ist die U17 von Viktoria Köln ein Umweg, den Inka Grings  machen muss? Warum ist ein Wechsel in den Seniorenbereich nicht selbstverständlich? Stimmt das überhaupt, was ich da unterstelle? Über die Entscheidung von Inka Grings nachzudenken und sie womöglich dazu selbst zu fragen, finde ich interessant, weil diese Entscheidung von Inka Grings auf Fragen verweist, die über den Fußball hinausgehen und über die in unserer Gesellschaft weiter gestritten wird.

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2 Responses to “Frauenfußball und die Wertigkeit von Trainerstellen”


  1. 1 ballblog 28. April 2017 um 08:04

    In der Tat, das sind Fragen, die über den tagesaktuellen Fußball hinausgehen. Bei Inka Grings kann ich mir sogar vorstellen, daß sie die Sache durchzieht und im Männerfußball auch einmal „aufrückt“.
    Ich hatte im letzten Jahr mal die Co-Trainerin von RWO, Duygu Erdogan, im Gespräch. Die hatte ja in der Türkei gemeinsam mit Taffarel mal in der CL- Verantwortung, als Coach Terim gesperrt war.

    http://www.deutschlandfunkkultur.de/co-trainerin-duygu-erdogan-mit-starkem-willen-in-einer.966.de.html?dram:article_id=375865

    • 2 Kees Jaratz 28. April 2017 um 09:25

      Danke für den Klickhinweis. Sehr interessant, es sind solche Grenzgängerinnen, die etwas Gewichtiges zum Funktionieren unserer Gesellschaft zu sagen haben. Und genau, eine andere Perspektive, eine Perspektive, bei denen alle Erwartungen komplett unterlaufen werden. Klasse. Eigentlich möchte ich Inka Grings interviewen. Ich habe nur eigentlich keine Zeit für noch mehr Arbeit, die nicht bezahlt wird 😉 Mal sehen. Ich war jedenfalls erstaunt über diesen Wechsel. U19 hätte ich noch verstanden als weiteren Karriereschritt. Und meine eigenen Vorurteile dabei, U17 nehme ich als Rückschritt des öffentlichen Renomées wahr. So eine Grenzgängerin bringt einen ins Nachdenken. Gefällt mir.


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