Chancenlos hieß das Ziel…

Jetzt bin ich nach meiner Grippe endlich bereit, den Spieltagbetrieb im Zebrastreifenblog wieder aufzunehmen, und dann könnte ein einziges Wort reichen, um die 5:0-Niederlage gegen Holstein Kiel für jede Chronik aufzuarbeiten: Chancenlos.

Derart unterlegen haben wir den MSV in dieser Saison noch nicht gesehen. In keiner Sekunde des Spiels waren die Zebras konkurrenzfähig. Die Kieler hatten sich nicht besonders mühen müssen, um die Defensive des MSV zu überspielen. Die Kieler konnten sich ihrem Angriffsspiel aber auch vollauf widmen. Offensivaktionen des MSV hat es nämlich in der ersten Halbzeit nicht gegeben. Die Zebras wirkten so, als waren sie gerade noch mit etwas anderem beschäftigt gewesen. Keine Ahnung, was man in Kiel am späten Vormittag so machen kann. Schiffe versenken oder Förde saufen? Auf jeden Fall das Gefühl für die Zeit verlieren, um ab 13 Uhr nicht richtig auf dem Platz zu stehen.

Der 2:0-Rückstand zur Halbzeitpause war schmeichelhaft. Aber wir hatten die Kieler in den letzten Wochen schon ähnlich überlegen geführte Spiele nicht gewinnen sehen. Doch als in der zweiten Halbzeit ein Hoffnungsschimmerchen energieschwach für mich aufglomm, geriet ein Kieler durch eine leichte Berührung im Duisburger Strafraum ins Straucheln. Der verwandelte Elfmeter ließ mich mein Tagesziel überdenken.

Mit weniger als einem Unentschieden wollte ich mich zufrieden geben. Die Ehrentreffer-Phrase wirkte allerdings nicht mehr. Mit ihr hörte ich nur einen Sound aus längst vergangenen Ernst-Huberty-Sportschauzeiten. Ich brauchte anderen tröstenden Stoff. Geeignete Kommentar-Vorlagen für das Spiel suchte ich, und obwohl ich weder blonde Perücke noch ein passendes Kleid habe, begann ich den Atemlos-Refrain umzuschreiben.

Chancenlos hieß das Ziel
für das Punktespiel in Kiel.
Chancenlos – ohne Kraft
haben Zebras das geschafft.
Chancenlos hieß das Ziel,
dazu brauchte es nicht viel.
Chancenlos, leistungsschwach,
schon war’s unter Dach und Fach

Als das vierte Tor der Kieler nach einer Ecke fiel, konnte ich mir in einem Clip zur Parodie die Spieler als Backgroundtänzer auf der Hinterbühne gut vorstellen. Zum Clip passte schließlich auch das fünfte Tor als Eigentor. Wenn ein Spieler des MSV einen besonderen Erfolg verbuchte, dann war das eben die Parodie eines Tores für die eigene Mannschaft.

Einen weiteren Kommentar zum Spiel haben übrigens La Brass Banda im Programm. So Niederlagen will ich doch auch sinnvoll nutzen. Gute Musik, ja.

 

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