Von der Gefährdung guter Laune an einem Montagmorgen

Sinnvolle Worte zum Spiel des MSV in Braunschweig fallen mir heute schwer. Ihr wisst, im Zebrastreifenblog geht es nicht nur um den auf Fußball reduzierten Spielbericht. Fußball im Zebrastreifenblog ist kein Ergebnissport. Hier geht es um den Zuschauer als ganzen Menschen, und diese ganze Kees Jaratz ist heute ratlos. Fußballberichterstattung gibt es ja an allen Ecken und Enden, hier und da finden sich vielleicht ein wenig andere Wertungen, aber im Grunde lesen wir Wiederholung auf Wiederholung desselben. Diese Art Berichterstattung interessiert mich nicht.

Und seien wir ehrlich, die Unzahl von Berichten über ein Spiel, lesen wir doch nur bei den Siegen unserer Vereine. Dann können wir nicht aufhören, gute Gefühle mit jedem Lesen neu hervorzurufen. Für Niederlagen reicht eigentlich der einmalige Rückblick, so wir uns dem überhaupt aussetzen. Schnelles Vergessen ist auch keine so schlechte Alternative. Das der Lese-Abstinenz entsprechende Handeln im Leben eines Fußballbloggerst ist die Schreibverweigerung. Ich habe keine Lust, mich schon wieder an dieses vergebliche Hoffen auf den Ausgleich zu erinnern. Das hatten wir doch schon eine Woche zuvor beim Heimspiel gegen Fortuna Düsseldorf. Das muss doch nicht eine Woche später schon wieder so passieren.

Natürlich machte die erste Halbzeit den Unterschied zum Spiel gegen Düsseldorf. Aber an die erste Halbzeit will ich mich erst recht nicht erinnern. Nur fürs Protokoll: Das war jene Halbzeit, in der mich eine 4:0-Niederlage beim Schlusspfiff begeistert hätte. Schließlich hätten wir dann das Torverhältnis angesichts der Spielweise der Mannschaft einigermaßen stabil gehalten.

Was mache ich also mit diesem Spiel, in dem die Mannschaft in der zweiten Halbzeit die Braunschweiger in deren Hälfte einschnürt? Was mache ich damit, dass diese Mannschaft sich Chance auf Chance erspielt, aber einen 3:0-Rückstand als nicht unerhebliches Handicap aus der ersten Halbzeit mit sich schleppt? Ich weiß es nicht. Deshalb will ich heute nicht mehr in Details gehen. Ich habe keine Lust, den Blick auf die Leistung einzelner Spieler zu werfen. Ich kriege schlechte Laune beim Schreiben, und das ist nicht gut an einem Montagmorgen. Vergebene Chancen der zweiten Halbzeit sehe ich gerade wieder viel zu wirklich vor mir und Spieler des MSV, die beim Schlusspfiff enttäuscht zu Boden sinken. Nein, das ist nicht gut. Das Erinnern an eine 3:2-Niederlage muss einen Sinn haben, der über den Fußball hinaus geht. Darum geht es im Zebrastreifenblog immer auch.

Schöne Worte können den Sinn stiften, sicher. Die Elegie, das Klagegedicht ist eine Jahrhunderte alte lyrische Form. Aber selbst die Klage hilft mir heute nicht weiter. Einen Sinn sehe ich gerade nicht, und für das Bewahren der guten Laune ist es schon zu spät. Ich ärgere mich gerade wieder. Lasst uns aufhören. Länderspielpause. Das klingt gut. Die brauche ich jetzt, und gegen Kaiserslautern wird alles wieder anders sein.

2 Responses to “Von der Gefährdung guter Laune an einem Montagmorgen”


  1. 1 Michael Miltz 19. März 2018 um 14:01

    Alles halb so wild. Die Hinrunde ist bis hierhin ganz ähnlich verlaufen. Da zweite Hälfte hatte hohes Herzinfarkt-Potential, war aber auch enorm spannend. Vor der Saison habe ich auf Platz 12 in der Endabrechnung spekuliert und mich damals gefragt, ob ich das nicht ein wenig zu rosig sehe ? Meine Erwartungen wurden bis heute weit übertroffen und 9 – 12 Punkte holen wir noch. Alles halb so wild………

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